Bühnenbildnerin Marina Hellmann gestorben
Die Leitung und die Mitarbeiter des Theaters sind bestürzt über den Verlust einer beliebten und hoch geschätzten Kollegin. Marina Hellmann hat uns in den vergangenen Wochen und Monaten durch ihre Kreativität, ihren Sachverstand und ihre offene und herzliche Art beeindruckt. Es ist kaum zu glauben, dass sie die Premiere, an deren Gelingen sie mit viel Liebe und großem Einsatz arbeitete, nicht mehr erleben wird. Das fantasievolle, ironische und opulente Bühnenbild der „Lustigen Witwe“ ist nun ihr Vermächtnis für unser Theater. Unsere Gedanken sind bei ihrem Ehemann, ihren Angehörigen und ihren Freunden.
Marina Hellmann war am vergangenen Sonntag während der Matinee zur „Lustigen Witwe“ unvermittelt zusammengebrochen und wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Dort starb sie am Dienstag, den 20. Dezember.
Die Bühnenbildnerin stammte aus Serbien und studierte Architektur in Belgrad. In ihrer Heimat stattete Marina Hellmann über 100 Produktionen aus und erhielt dafür zahlreiche Auszeichnungen. 1991 kam sie an das Theater an der Ruhr, 1993 an die Wuppertaler Bühnen. Seit 1994 war sie freischaffend tätig, unter anderem in Düsseldorf, Bremen, Antwerpen, Lübeck, Kiel, Rostock, Hamburg, Hannover, Mainz, Weimar, Berlin, Linz und Klagenfurt. Auch nach Übersee – Seoul, Bogota, Damaskus – führte sie ihre Arbeit. In Zusammenarbeit mit der Komponistin Mayako Kubo führte sie Regie an der Musik-Akademie Schloss Rheinsberg. Neben ihrer Tätigkeit als Bühnenbildnerin veröffentlichte sie Beiträge in Fachzeitschriften und unterrichtete am Institut für neue Theaterformen in Belgrad. 2007 war sie für die Raumgestaltung der Freilichtspiele „Das große Welttheater“ in Einsiedeln (Schweiz) mit seinen rund 500 Teilnehmern verantwortlich. An der Staatsoper Hannover stattete sie seit 2007 die jährlichen Opernbälle aus. Seit 2009 unterrichtete sie als Gastdozentin Bühnenbild im Fachbereich Theaterregie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

