Doppelvorstellung
von Henrik Ibsen
Regie: Kay Voges
Erleben Sie die beiden Ibsen-Inszenierungen von Kay Voges an einem Abend.
Zu Nora oder Ein Puppenheim:
Weihnachten steht vor der Tür, und mit der neuen Stelle des Bankdirektors, die Torvald Helmer zum neuen Jahr antreten wird, scheinen sich seine Karrierehoffnungen und alle Träume seiner Frau Nora zu erfüllen. Doch auf das scheinbare Idyll - er nennt sie sein Eichhörnchen, sie schmückt den Tannenbaum - fällt ein Schatten. Ein entlassener Angestellter aus Helmers Bank versucht, Nora wegen einer vergangenen Verfehlung zu erpressen: Vor Jahren hatte sie einen Schuldschein gefälscht, um ihrem Mann das Leben zu retten. Die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen, und am Ende ist nichts mehr wie es war; Helmer ist besorgt um seinen guten Ruf und die Karriere; er verbietet Nora, fortan ihre drei Kinder zu erziehen: "Ab heute geht es nicht mehr um Glück, es geht nur noch darum, die Reste zu retten, die Träume, den Schein." Nun steht für Nora eine Entscheidung an: Kann sie weiter gemeinsam mit Helmer leben?
Zu Gespenster oder die Wiedergänger:
Das nur zwei Jahre nach Nora geschriebene Stück sollte zunächst Frau Alving heißen und war als Fortsetzung konzipiert - indem es weiterschreibt, was geschehen wäre, wenn Nora zu Hause geblieben wäre. "Gespenster musste geschrieben werden", vermerkt Ibsen, "ich konnte beim Puppenheim nicht stehen bleiben; nach Nora musste notwendigerweise Frau Alving kommen." Nora und Gespenster: Der schmerzhafte Spagat zwischen Moralvorstellungen und praktischer Vernunft, zwischen Anspruch und Wirklichkeit, Schein und Sein - Kay Voges wird die beiden berührenden und gleichsam erschreckenden Porträts zweier implodierender Familien in einem Grund-Bühnenbild inszenieren.
Zum Autor:
Henrik Ibsen (1828-1906), norwegischer Schriftsteller, Dramatiker und Theaterleiter, wurde nach seiner Direktionszeit am Nationaltheater in Oslo mit Stücken wie Brand (1866) und Peer Gynt (1867) bekannt. Ibsen gilt mit seinen psychologisch fein skizzierten Figuren als Wegbereiter des naturalistischen Gesellschaftsdramas. Für Nora oder Ein Puppenheim, uraufgeführt 1879, griff er auf das Schicksal der Schriftstellerin Laura Kieler zurück, die wegen Urkundenfälschung von ihrem Mann verlassen wurde, ihre Kinder nicht mehr erziehen durfte und in der Psychiatrie endete.
Besetzung
- Nora oder Ein Puppenheim:
- Advokat Helmer: Axel Holst
- Nora: Caroline Hanke
- Doktor Rank: Ekkehard Freye
- Frau Linde: Eva Verena Müller
- Rechtsanwalt Krogstadt: Andreas Beck
- Marie, Kindermädchen: Luise Heyer
- Gespenster oder Die Wiedergänger:
- Frau Helene Alving, Witwe des Hauptmanns und Kammerherrn Alving: Friederike Tiefenbacher
- Osvald Alving, ihr Sohn, Maler: Björn Gabriel
- Pastor Manders: Michael Witte
- Engstrand, Tischler: Uwe Rohbeck
- Regine Engstand, Hausmädchen bei Frau Alving: Luise Heyer
- Souflage: Suse Kipp
- Regie: Kay Voges
- Bühne, Kostüme:
- Video: Daniel Hengst
- Licht: Sibylle Stuck
- Dramaturgie: Michael Eickhoff
- Regieassistenz: Liliane Koch
- Bühnenbildassistenz: Nora Franzmeier, Antonella Mazza
- Kostümassistenz: Theresa Mielich
- Inspizienz: Ralf Kubik






