• Tristan und Isolde - Oper
    Tristan und Isolde - Oper © www.farbeundbunt.de
  • Allison Oakes (Isolde), Lance Ryan (Tristan) © Thomas Jauk / Stage Picture GmbH
  • Allison Oakes (Isolde) © Thomas Jauk / Stage Picture GmbH
  • Allison Oakes (Isolde), Lance Ryan (Tristan) © Thomas Jauk / Stage Picture GmbH
  • Martina Dike (Brangäne), Allison Oakes (Isolde) © Thomas Jauk / Stage Picture GmbH
  • Karl-Heinz Lehner (König Marke), Lance Ryan (Tristan) © Thomas Jauk / Stage Picture GmbH
  • Lance Ryan (Tristan), Sangmin Lee (Kurwenal) © Thomas Jauk / Stage Picture GmbH
  • Karl-Heinz Lehner (König Marke), Lance Ryan (Tristan) © Thomas Jauk / Stage Picture GmbH
  • Sangmin Lee (Kurwenal) © Thomas Jauk / Stage Picture GmbH
  • Lance Ryan (Tristan) © Thomas Jauk / Stage Picture GmbH

Tristan und Isolde

Opernhaus Dortmund

Handlung in drei Aufzügen von Richard Wagner

Die Welt von Tristan und Isolde ist Wille und Vorstellung: eine Welt, in der es nur das Paar und seine Liebe gibt, losgelöst von aller äußeren Realität. Brangänes Liebestrank hat die beiden von ihrer Umgebung abgekoppelt und lässt sie nichts mehr sehen außer dem geliebten Wesen – Egoismus zu zweit. Für Tristan ist diese Weltflucht aber nur möglich, wenn er alles aufgibt, was er bisher gelebt hat. Er ist die Nummer 2 in König Markes Reich, dessen engster Mitarbeiter und designierter Nachfolger. Doch statt dem König dessen Braut Isolde zu bringen, nimmt er sie sich selbst. Tristan fällt tief, er verliert seine Position, die Geliebte und schließlich das Leben. Auf dem Weg enttäuscht und verrät er alle, die ihm vertraut haben, allen voran seinen väterlichen Freund Marke. Seine und Isoldes Liebe ist die Utopie einer Flucht aus der Gesellschaft und ihren Zwängen. Sie kann nicht wirklich werden, weil sie gegen die Wirklichkeit gerichtet ist. Sie lässt sich nicht mehr ins Leben überführen, nur noch in den Tod. Nur so ist sie in ihrer Reinheit und Unbedingtheit zu bewahren.

In Tristan und Isolde lässt Wagner das Gefühl zu Musik werden und erschafft eine Welt jenseits der Vernunft, in der die Worte ihre Bedeutung verlieren und nur noch der Zusammenklang zweier Seelen sind. Den radikalen Bruch mit der bürgerlichen Gesellschaft, der ihm als Mensch letztlich nicht gelingen konnte, hat er als Künstler vollzogen.

Tristan und Isolde ist ein musikalischer Rausch, eine Feier der Nachtseite des Lebens und eine Hymne an die Unmöglichkeit.

Besetzung

Pressestimmen

„Regisseur und Intendant Jens-Daniel Herzog ist eine fulminante, überzeugende zutiefst aufwühlende Inszenierung gelungen, weit jenseits von Kitsch und Sternenglanz. Insgesamt ein künstlerisch erstaunlich konsequenter Start in die Saison für das derzeit tonangebende Opernhaus im deutschen Westen.“
Bayerischer Rundfunk, 7. September 2015

„Herzogs Deutung ist schlüssig und konsequent, die ersten beiden Akte sind durchweg spannungsgeladen, die Sänger agieren mit großer schauspielerischer Wahrhaftigkeit. In Dortmund ist alles konkret, bodenständig, griffig. So dirigiert auch Generalmusikdirektor Gabriel Feltz die Dortmunder Philharmoniker. Nach dem ‚Rosenkavalier’ und ‚Don Giovanni’ ist dieser ‚Tristan’ schon die dritte Aufführung einer großen Repertoireoper in diesem Jahr, die sich überregional sehen und hören lassen kann.“
Deutschlandradio Kultur, 6. September 2015

„Lässt man sich ein, erlebt man einen aufregenden, in seinen besten Momenten anrührenden Abend, schauspielerisch erstklassig geführt, vielfach fabelhaft gesungen und musiziert. Wo hört man eine Isolde wie Allison Oakes, die sich nicht mit Sopran-Fanfaren begnügt, sondern mädchenhaft fragile Farben singt, dazu in makelloser Diktion? Das hat Ereignis-Charakter. Lance Ryan (Tristan) leistet Großes, als vokaler Menschenbildner zumal. Karl-Heinz Lehners Bass rührt mit der Studie eines mächtigen Schmerzensmannes. Martina Dikes Brangäne ist edel, streng und sinnlich zugleich. Sangmin Lee formt einen glänzenden Belcanto-Kurwenal. Jubel für Dortmunds Philharmoniker, die von der Bass-Klarinette bis zur Cello-Gruppe einen exzeptionellen Abend spielten. Gabriel Feltz am Pult zeigt seine Stärken im Auffächern nachtschwarzer Lyrik, ohne je pathetisch zu schleppen. Heftiger, ja begeisterter Beifall.“
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 8. September 2015

„Dieser ‚Tristan’ markiert ganz klar, dass die Dortmunder Oper sich in die Top-Liga aufmacht. So rundum gelungenes Musiktheater ist viel zu selten zu erleben. Es ist ein Abend, der jeden Opernfreund zur Begeisterung treiben muss und gleichfalls geeignet ist, Wagner und die Oper an sich für bisher Unerfahrene zu erschließen.“
ruhrbarone.de, 8. September 2015

„Wagneroper in Dortmund. Immer wieder ein Ereignis. Auch diesmal! Immer wieder auch Stoff für Diskussionen und Meinungen. Auch diesmal! Immer wieder zu empfehlen. Auch diesmal!“
opernmagazin.de,
8. September 2015

Kommentare

Matthias Schlensker, 08. September 2015
Aller guten Dinge sind drei, und die seien gleich zu Beginn dieses Kommentars zur Premiere von »Tristan und Isolde« erwähnt. Erstens tat es ausgesprochen gut, dass das Publikum auf den sonst üblichen Zwischenapplaus verzichtet hat, der so manches Mal mitten in die Musik geplatzt ist und die Aufführung des jeweiligen Kunstwerks unterbrochen, wenn nicht zerrissen hat. Zweitens hat diese Aufführung dadurch, dass sie die Handlung in das realistisch nachempfundene Szenarium einer Militärdiktatur verlegt hat, das Spannungsfeld zwischen individueller Verwirklichung und gesellschaftlichem Anspruch aufgezeigt und dadurch zugleich – durchaus im Sinne Wagners – deutlich gemacht, dass es sich hier um allgemeine Problematik handelt und dass der unerbittliche mittelalterliche Ehrenkodex alles andere als einen folkloristischen Kontext darstellt, was in eher traditionell geprägten Aufführungen gern verdrängt wird. Drittens haben wir einige großartige Sänger in ihren Rollen erlebt, angefangen bei Melot, der bereits zu Beginn als Sänger und Spieler auffiel, über Brangäne, die sich uns als Neue in jeder Weise überzeugend darstellte, über Kurwenal in bekannter perfekter Besetzung bis hin zu Marke mit einer überragenden Leistung. Soweit der guten Dinge … Leider nötigt Anderes das Urteil ab, dass der Saisonbeginn des Musiktheaters nicht so gelungen verlaufen ist wie der des Schauspiels. Musikalisch enttäuscht haben zunächst ausgerechnet die eigentlichen Protagonisten, nämlich Tristan, der ziemlich gepresst erklang, sowie die allzu häufig viel zu schrill erklingende Isolde, und der Orchesterklang wirkte eher verschwommen – die Möglichkeiten musikalischen Ausdrucks, die in diesem Werk stecken, schienen eher ungenutzt am Rande liegengeblieben zu sein. Überhaupt drängte sich ein wenig der Eindruck eines Provinztheaters auf, das – nicht unberechtigt – stolz darauf war, ein zugegebenerweise äußerst schwieriges Werk gemeistert zu haben, aber ohne ihm eigene Glanzpunkte der Interpretation aufzusetzen. Ohne die große Linie der Inszenierung anzugreifen, seien hier noch die zwei folgenden Fragen gestellt. Dass dabei notwendigerweise – am Libretto vorbei – zu Pistolen statt Schwertern gegriffen werden musste, dass der erste Akt nicht auf einem Segelschiff spielen konnte, sei unbestritten, aber hätte die Inszenierung nicht Brücken zum Originalskript bauen können, beispielsweise dadurch, dass der erste Akt auf einem Kriegsschiff gespielt hätte? Hätte die Inszenierung nicht die durchaus strittige Auffassung des Regisseurs stärker untermauern müssen, dass Markes 'Gnadenakt' in Wirklichkeit absolut systemkonform vollzogen wurde – man denke an das 'Staatsbegräbnis' in Zuckmayers »Des Teufels General«? Jedenfalls: Wer dieses Werk und Wagner kennenlernen möchte, findet auch in dieser Inszenierung einen gelungenen Einstieg.
Dreistein, Erika, 21. Januar 2016
Ich habe meine erste Wagneroper am 17.01.2016 "Tristan & Isolde" im Opernhaus Do gesehen. Zur 2. Pause habe ich das Haus verlassen, nachdem sich die herbe Unstimmigkeit zwischen schöner Musik-Inszenierung-Bühnenbild-Sprechtexte- für mich nicht aufgelöst hat. Ich denke, Wagner würde sich im Grab umdrehen, wenn er eine Veranstaltung dieser Art besuchen könnte. Wegen der Musik werde ich mir eine CD besorgen und keine Wagner-Oper mehr besuchen, die sich der Moderne verschrieben hat.
harschne, 08. Februar 2016
Ich habe die Aufführung am 03.10. besucht. Mir hat sich nicht alles erschlossen und mich hat irritiert, dass der 1. Akt nicht auf einem Schiff spielt. Herrn Schlenskers Anregung bzgl. des Kriegsschiffes finde ich daher ganz interessant. Insgesamt hat mir der Besuch der Aufführung jedoch gut gefallen; so gut, dass ich im April noch einmal hingehen werde. Ich möchte für den Besuch der Oper werben!
dk, Frankfurt a. M., 20. April 2016
Ich habe mir den Dortmunder Tristan nun schon zweimal angeschaut, und kann sagen, dass der Dortmunder Oper damit - vor allem was die Auswahl der Sänger und die Inszenierung betrifft - ein großer Wurf gelungen ist. Dies auch übrigens ganz deutlich im Vergleich zu anderen in dieser Saison neu inszenierten Darbietungen wie Bayreuth oder Karlsruhe. Mich haben in DO in erster Linie die Hauptdarsteller überzeugt, die es meisterhaft verstanden haben, den Abgrund von Schwulst (Tristan) und Hysterie (Isolde) zu vermeiden. Diesen hat Wagner zwar nicht komponieren gewollt, dennoch stürzen viele Interpreten bei der Ausführung ihrer immens fordernden Partien in ihn hinein. Nicht so hier: Allison Oakes ist von der Premiere an eine trittsichere Isolde, die ihre Kräfte sehr intelligent kontrolliert: Sie schreit nicht, wenn Isolde wütend ist; sie deklamiert nicht, wenn sie trauert. Auch in den dramatischsten Passagen liegt noch Gefühl, dennoch kann sie das Haus mit ihrer Stimme füllen. Zudem ist sie eine mehr als ansehnliche Schauspielerin. Glücklich das Opernhaus, das sie als nächste Isolde engagieren kann. Gleichermaßen überzeugend ist Lance Ryan als Tristan, den ich schon recht oft in großen Heldentenorrollen erleben durfte. Noch um einiges öfter war er bisher als Siegfried zu sehen, als welcher er fast etwas "verheizt" wurde. Ich denke nämlich, dass seine immer leicht unterkühlte Erscheinung und seine gerade, klare Stimme viel besser zum Charakter des Tristan passen. Als Wagner-Superprofi hat er allerdings neben seiner offenbar unerschöpflichen Kondition auch noch die Spielfreude für die Ausgestaltung der romantischen und Leidensszenen. Ein toller Star, der schon Publikumsmagnet genug sein sollte. Kaum weniger haben meiner Ansicht nach Sangmin Lee als Kurwenal, Martina Dike als Brangäne und Karl-Heinz Lehner als König Marke zum Gelingen beigetragen. Die beiden "tiefen" Herren aus dem Ensemble lassen bereits bei den ersten gesungenen Zeilen ihrer Auftritte aufhorchen. Es macht Freude, wie sie die kernige und doch anrührende Partie des Kurwenal bzw. die erbitterte des Marke sängerisch meistern. Frau Dike habe ich auch als eine souveräne Brangäne empfunden, die sehr gut in den Szenen mit Oakes harmonierte; weder gleitet sie in dieser Rolle ins Mütterliche noch ins Dienstmädchenhafte ab. Die Inszenierung würde ich mal im Gegensatz zu einigen anderen Kommentaren einen Volltreffer nennen, das sagt sich normalerweise nicht so leicht bei modernen Regie- und Bühnenkonzepten, denen schnell das "Umstritten"-Prädikat angeheftet wird. Die Idee, Kornwall als eisigen Militärstaat darzustellen, ist von der Handlung her betrachtet so schräg nicht und die Bühnenelemente entpuppen sich als durchdachte Adaptionen von Diktatur-Klischees: Ein frostiger Transitbereich statt des Schiffs, ein Horchposten aus dem "Leben der Anderen" als Indiz von Melots Verrat, das stocksteif gleichgeschaltete Staatsbegräbnis am Ende, fiese Uniformträger und Schreibstuben-Mief (aber gottseidank keine Nazis auf der Bühne). Und trotzdem stehen die Protagonisten nicht wie die Schachfiguren herum und singen ihre Meinungen in die Welt hinaus. Regisseur Jens-Daniel Herzog lässt die Sänger auch miteinander spielen, es gibt z. B. genügend Raum für die Romantik im zweiten Akt. Auch dürfen sich Tristan und Isolde einmal ansehen, was in vielen Inszenierungen kaum noch vorkommt. Alles in allem war ich also recht begeistert von den Dortmunder Aufführungen. Das ist kein Ich-will-auch-mal-was-Großes-von-Wagner-inszenieren-Tristan; ich habe es als etwas komplett Eigenständiges und Hochqualitatives angesehen. Bedrückt hat mich nur die relativ geringe Publikumsresonanz, ich glaube, noch nicht mal die Premiere war ausverkauft. Mein dringender Appell an die Dortmunder und andere Ruhrgebietler ist, sich wenigstens nicht die Chance der letzten Vorstellung im Mai zu vergeben und der Oper DO zu zeigen, dass die Unterstützung für große Produktionen, Stars und kreative Ideen vorhanden ist.
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Premiere

06. September 2015

Beginn: 16:00 Uhr

ENDE: 20:45 Uhr

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