Theater Dortmund :: MIGHTYSOCIETY - Die Restposten
  • Friederike Tiefenbacher © Birgit Hupfeld
  • Friederike Tiefenbacher und Sebastian Kuschmann © Birgit Hupfeld
  • Caroline Hanke und Sebastian Kuschmann © Birgit Hupfeld
  • Sebastian Graf und Sebastian Kuschmann © Birgit Hupfeld
  • Sebastian Kuschmann © Birgit Hupfeld
  • Sebastian Graf © Birgit Hupfeld
  • Sebastian Graf © Birgit Hupfeld
  • Friederike Tiefenbacher © Birgit Hupfeld
  • Sebastian Kuschmann, Friederike Tiefenbacher, Caroline Hanke und Frank Genser © Birgit Hupfeld

MIGHTYSOCIETY - Die Restposten

Schauspielhaus Dortmund (Studio)

von Eric de Vroedt
Deutschsprachige Erstaufführung

Eine Koproduktion des Schauspiel Dortmund mit Stichting Mightysociety (Amsterdam)

Das luxuriöse Wohnzimmer der Europa-Abgeordneten Henriette und ihres Ehemanns Raimund wird zum Schauplatz eines skurrilen Arbeitskampfes: Rick, ein ehemaliger Buchhalter in Raimunds weltumspannendem Unternehmen Coolworks Ltd., und dessen Frau Steffie sind wie aus dem Nichts aufgetaucht. Sie weigern sich, das Haus zu verlassen, bevor – ja, was eigentlich? Nach und nach kommen unangenehme Wahrheiten ans Licht. Ricks Arbeitsstelle wurde nach Indien „outgesourced“ - Steffie ihrerseits hat ihre Stelle in einer anderen Firma verloren. Darüber hinaus scheint Rick etwas über Raimunds dunkle Geschäfte zu wissen: Hat sich Raimund – mehrfach preisgekrönter „Grüner Unternehmer des Jahres“ – privat an EU-Subventionen für Müllverbrennungsanlagen in China bereichert? Und hat ihn Henriette dabei politisch begünstigt?
Zwischen den vier Figuren eskaliert ein politischer Streit, der in Gewalt umschlägt. Die Anwesenheit von Henriettes Sohn Bastian heizt die Stimmung noch an: Bastian ist Journalist – und hält jedes Detail der Auseinandersetzung mit seiner Filmkamera fest. War er es, der Rick und Steffie eingeladen hat, um den ungeliebten Stiefvater Raimund zu Fall zu bringen?

Besetzung

  • Bastian: Sebastian Graf
  • Henriette: Friederike Tiefenbacher
  • Raimund: Sebastian Kuschmann
  • Rick: Frank Genser
  • Steffie: Caroline Hanke
  • Dortmunder Sprechchor: Barbara Born-Wildt, Heide Buhren, Margret Corcilius, Solveig Erdmann, Jürgen Frins, Ursula Gelzinnus, Anne Grundmann-Sanz, Jürgen Hecker, Angelika Jankowski, Elke Kalwa-Feige, Sabine Kaspzyck, Karin Knoll, Ingrid Kremin, Inge Nieswand, Rainer Niggemeyer, Heidi Ott, Günter Ott, Elke Recks, Gundula Richard, Birgit Rumpel, Regina Schulz, Angelika Spieler, Andreas Vollmer, Reinhilde Walkenhorst, Ulrike Wildt

Pressestimmen

„Theater zur Globalisierung, über die Ressource Mensch und den ,Heuschrecken'-Kapitalismus. Das klingt spröde, wird aber im Zugriff des Holländers Eric de Vroedt zu einem packenden, aufwühlenden Psychothriller. Messerscharfe Dialoge. Tolle Darsteller, starke Inszenierung. Spannung bis zur letzten Minute. Eine profunde Analyse der Mechanismen, nach denen unsere Wirtschaft tickt. Menschenfressender Turbo-Kapitalismus ist eine Hydra, die sich selbst organisiert. Es gibt keine Schuldigen, bloß Opfer und Getriebene. Imponierend intelligentes Theater – anschauen!“
RuhrNachrichten, 15. April 2013

„Regie und Darsteller überzeugen mit stimmigen Rollenzeichnungen sowie präziser Situationskomik. Kuschmann gibt den unter der jovial-verbindlichen Oberfläche skrupellosen Machtmenschen, der seine Gegenüber mit rhetorischen Finessen einschüchtert. Genser zeigt den Wandel vom pingeligen Buchhalter zum Individualterroristen. Tiefenbacher deutet fein die mentalen Verwerfungen der angepassten Karrierepolitikerin aus. Ein erhellender Kommentar zu Lage.“
Westfälischer Anzeiger, 15. April 2013

„De Vroedt vermischt Krise, Rationalisierung, Arbeitslosigkeit und Globalisierung zu keiner Anklageschrift, sondern stellt die persönlichen Ängste und die daraus entstandene Wut in den Mittelpunkt. Hat Europa eine Zukunft? In der Mitte des Stückes erscheint der Sprechchor auf singt in Moll „Freude schöner Götterfunken“ von Beethoven. Es bleibt die Frage, ob alle Menschen Brüder werden oder brutale Konkurrenten. Ein Stück, das zum Nachdenken anregt, denn die Krise betrifft jeden.“
innenstadt-ostblog.de, 11. April 2013

"Hamlet heißt bei de Vroedt Bastian und ist als Videoblogger eine Art Journalist, der eine Enthüllungsstory im noblen, am neuen See gelegenen Haus seiner Mutter wittert. Sebastian Graf spielt den verwöhnten Sohn der zynischen Europaparlamentarierin Henriette (Friederike Tiefenbacher) als Rebellen ohne Ziel. Wenn er seinen gehassten Stiefvater, den aalglatten Unternehmer Raimund (Sebastian Kuschmann), für sein Video interviewt, ist da nichts als Wut und Hass. So laufen seine Provokationen ins Leere. Doch dann stehen plötzlich Rick und Steffie, ein typisches Paar aus der Mittelschicht, in Henriettes schickem, minimalistisch gehaltenem Wohnzimmer (Bühne: Maze de Boer) und gehen nicht mehr weg. Vor den Augen der Zuschauer, die zu beiden Seiten des Wohnzimmers nah dran am Geschehen sitzen, wird Hamlets Mausefalle, dieses Spiel im Spiel, zum ‚funny game’. Shakespeare trifft auf Michael Haneke. Eric de Vroedt betreibt Kapitalismusanalyse mit den Mitteln des Thrillers. Das ist vielleicht nicht immer realistisch, dafür aber ziemlich spannend."
www.kulturkenner.de

"Eric de Vroedt, Jahrgang 1972, ist einer umtriebigsten politischen Gegenwartskünstler in den Niederlanden. Er ist Autor, Regisseur und Schauspieler. Seine Arbeiten haben politisch brisante Themen zum Gegenstand, so Probleme, die in Zeiten der Globalisierung besonders aktuell sind: Rassismus und Ausgrenzung. De Vroedt erhielt in seiner Heimat einige der wichtigsten Kulturpreise, so den ,Amsterdamprijs 2012'. Am Schauspiel Dortmund inszenierte er erstmals im deutschsprachigen Raum. ,Mighty Society' befasst sich mit ökonomischen Schachzügen eines ach so ,grünen Unternehmers' in der Ära der aktuellen Wirtschaftskrise, die keinen unbehelligt lässt. Verpackt in einen Psychothriller, der die Zuschauer immer mehr in seinen Bann zieht. Sebastian Kuschmann glänzt in der Rolle des coolen Unternehmers, der in Slogans wie ,workflow – software' spricht und sich zunächst als perfekten Geschäftsmann präsentiert. Später jammert er ebenso wortreich über den maßlosen Druck, der auf ihm lastet und dem nur durch grenzenloses Wachstum zu entkommen sei. Friederike Tiefenbacher ist Henriette, durch und durch eine toughe Frau, die sich zwar als Volksvertreterin gibt, das aber ohne Probleme mit ihrer gehobenen gesellschaftlichen Position in Einklang zu bringen weiß. Frank Genser spielt Rick eindrucksvoll. Zuerst ist er, brav in gestreiftem Rolli, der kleine Angestellte, dann blitzen mehr und mehr Facetten wie Wut, Rachsucht und Frustration auf. Aggressiv treibt er letztlich mit Raimund ein grausames Katz-und-Maus-Spiel. Caroline Hanke als Steffie gibt die brave Ehefrau, die frustriert von ihrer Kündigung erzählt (,Es tut uns leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Sie abkömmlich sind') und von den ganz banalen Alltagsproblemen der Familie. Ein aufregender Abend mit einem hervorragenden Ensemble. Sprachlich scharfe Dialoge, eine intelligent-böse Analyse aktueller Wirtschaftsszenarios."
www.theaterpur.net

Kommentare

valerie, 19. April 2013
Ein tolles Stück! Und auf beiden Seiten so nachvollziehbar. Riesiges Lob speziell an Sebastian Kuschmann und Frank Genser für die wahnsinnig gute schauspielerische Leistung und das Auswendiglernen von soviel Text!
Heike Lorenz, 13. Mai 2013
Gestern abend im Studio unseres Schauspielhauses: "Mightysociety - Die Restposten" von Eric de Vroed. Grossartiges, intensives Spiel - das Ensemble spielt sich auch in dieser Produktion schier die Seele aus dem Leib und in den Raum! Nach der entäuschenden Verfilmung des Stoffs in "Work hard - play hard" endlich eine beeindruckende thematische Inszenierung - unbedingt gingehen!!!!!
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18. April 2013

Beginn: 20:00 Uhr

ENDE: 21:50 Uhr

Schauspielhaus Dortmund (Studio)

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