Dramma giocoso in zwei Akten
von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Lorenzo da Ponte
Provoziert und verführt von Don Alfonso, gehen die beiden Freunde Ferrando und Guglielmo aus einer puren Laune heraus auf eine Wette ein, die die Treue ihrer Angebeteten auf die Probe stellen soll und lassen sich damit auf ein grausames Spiel mit den Gefühlen – auch den eigenen – ein. Zu spät merken die beiden Männer, dass sie selbst keineswegs Drahtzieher des gefährlichen Experiments am offenen Herzen, sondern, wie letztlich alle Beteiligten, nur betrogene Betrüger sind, deren verwirrte und verletzte Gefühle unter den Augen einer amüsierwilligen und voyeuristischen Gesellschaft schonungslos vorgeführt und so der Lächerlichkeit preisgegeben werden.
Anlässlich der Uraufführung von Così fan tutte am Wiener Burgtheater 1790 vermeldete der Wiener Korrespondent des Weimarer „Journal des Luxus und der Moden“: „Ich kündige ihnen wieder ein vortreffliches Werk von Mozart an, das unser Theater erhalten hat. Es hat den Titel Così fan tutte. Von der Musik ist, glaube ich, alles gesagt, dass sie von Mozart ist.“ Die Begeisterung über das Werk war jedoch zunächst nur von kurzer Dauer. Vor allem am Textbuch wurde schon bald Kritik geübt, da es vielen als anstößig und belanglos erschien. Zu den Kritikern gehörten auch Ludwig van Beethoven und Richard Wagner. Erst im 20. Jahrhundert erschloss sich der Opernwelt der tiefere Gehalt des Werkes, das einer Versuchsanordnung gleich die Pervertierung der Aufklärung in eine zynisch gewordene Vernunft vorführt.
Besetzung
- Fiordiligi: Eleonore Marguerre
- Dorabella: Ileana Mateescu
- Despina, Kammermädchen: Anke Briegel
- Ferrando, Offizier, Liebhaber Dorabellas: Lucian Krasznec
- Guglielmo, Offizier, Liebhaber Fiordiligis: Gerardo Garciacano
- Don Alfonso, ein alter Philosoph: Morgan Moody
- Mit: Opernchor des Theater Dortmund
- Mit: Statisterie des Theater Dortmund
- Musikalische Leitung: Philipp Armbruster
- Regie: Jens-Daniel Herzog
- Bühne, Kostüme: Mathis Neidhardt
- Choreinstudierung: Granville Walker
- Dramaturgie: Georg Holzer
- Dramaturgie: Hans-Peter Frings
- Regieassistenz: Constanze Schwerdt
- Studienleitung: Thomas Hannig
- Einstudierung: Philipp Armbruster
- Einstudierung: Michael Hönes
- Einstudierung: Ralf Soiron
- Inspizienz: Ulas Nagler
- Soufflage: Ute Welzel
Pressestimmen
„Ein großer Spaß ist Jens-Daniel Herzogs Inszenierung von Mozarts Oper ‚Così fan tutte’: Witzig, voller Aktion und komödiantisch überdreht im ersten Akt – tiefgründig und tragischer im zweiten Akt. Da schält sich das Doppelbödige der Oper stärker heraus. Und das Sängerensemble hatte Mozart-Festspiel-Format. Mit stehenden Ovationen feierte das Publikum die Premiere im Opernhaus. Es war ein glücklicher Start in Jens-Daniel Herzogs zweite Saisonhälfte als neuer Opernintendant.“
(RuhrNachrichten)
„Was für ein Abend! Jubelnd feierte das Premierenpublikum in Dortmunds Oper die Premiere von ‚Così fan tutte’. So einen Mozart-Triumph hat das Haus seit Jahren nicht mehr erlebt.
Herzog fordert den Sängern viel ab. Eleonore Marguerres Fiordiligi (eine traumhaft samtige Mozart-Heroine, ein Seelensopran) feuert zur heiklen Felsenarie einen Pumps-Hagel auf ihre Freier ab. Und Julia Amos’ famose Zofe Despinetta verdreht den Jungs der Dortmunder Philharmoniker den Kopf. Anrührend: Ileana Mateescus leidende Dorabella. Als nassforsche Gockel machen Lucian Krasznecs Ferrando und Gerardo Garciacanos Guglielmo einfach Spaß.
Dortmunds Publikum feiert, wohl auch froh, mit diesem Mozart wieder in einer anderen Liga spielen zu dürfen. Fabelhaft! Wer nicht hingeht, ist selber schuld.“
(WAZ)
„Don Alfonso, der das ganze Verwirr-Spiel wie ein Regisseur lenkt, ist bei dem auch in den Parlando-Stellen überzeugenden Bass Christian Sist in guten Händen. Das Doppelbödige, das ‚Così’ ausmacht, wird in den Schlussszenen herausgearbeitet, sowohl musikalisch als auch auf der Bühne: Als sich nach den Eskapaden dann die ursprünglichen Paare versöhnen, ist die Desillusionierung, das zerstörte Vertrauen deutlich spürbar.“
(Westfälische Rundschau)
































Kommentare
Mit Freunden haben wir gestern "Cosi fan tutte" genossen; wir sind alle begeistert von dieser Aufführung und können Sie nur beglückwünschen. Die phantastischen Stimmen und die Spielfreude der Akteure, das gute Bühnenbild und auch die witzigen Texteinblendungen, die leider nicht immer lesbar waren, haben uns voll in den Bann gezogen, nicht zuletzt auch das Orchester, das den Spass so gut mitgemacht hat. Es war ein toller Abend für uns. Danke ! Unser Dortmunder Opernhaus ist zudem eine Spielstätte der Extraklasse und ein Aushängeschild für die Stadt. Wir hoffen sehr, dass die hohe Qualität der Aufführungen sich herumspricht und mehr Zuschauer anzieht.
Ich möchte mich anschließen! Darsteller und Musik sind großartig und die Umsetzung ist die unterhaltsamste, die ich je gesehen habe. Ich freue mich schon sehr auf weitere Mozart-Inszenierungen!
Auch die Vorstellung am 19.2. empfand ich als sehr witzig und unterhaltsam!!! Und musikalisch war das eine "runde" Sache. Ich komme wieder!!!!
Immer noch im Banne dieser Musik, dieser Darsteller, dieses Orchesters bedanke ich mich sehr herzlich für diesen unvergesslichen Abend. Ganz großes Lob!
Hervorragend! Die Damen herrlich singend und hübsch anzusehen. Das ganze Ensemble wunderbar abgestimmt. Toll! Warum nur mußten die Männer im Gammellook den frischen Sommerkleidchen gegenüberstehen. Das war der einzige Bruch.