Oper in drei Akten von Berthold Goldschmidt
Libretto von Martin Esslin nach dem Drama The Cenci von Percy Bysshe Shelley
In englischer Sprache
Das Rom der Spätrenaissance ist ein gefährlicher Ort. Der Papst und seine Kardinäle herrschen unbeschränkt, alles ist ihrer Willkür ausgeliefert. Recht ist käuflich, Macht über andere nur eine Frage der Finanzen. In einem solchen Sumpf kann ein Verbrecher wie der Graf Francesco Cenci gedeihen. Cenci ist grausam, gierig, gewalttätig und von krankhaftem Geiz. Jeden, der ihm im Weg steht, lässt er töten, und wenn es die eigenen Söhne sind. Doch solange er genug Geld hat, sich von seinen Untaten frei zu kaufen, wird er nicht belangt. Seine Tochter Beatrice und seine zweite Frau Lucrezia leben im Palazzo Cenci wie in der Hölle. Lange wagen sie es nicht, sich gegen die Brutalität zu wehren, bis Graf Cenci das letzte Tabu bricht und seine Tochter vergewaltigt. Nun wird ein Mordkomplott geschmiedet. Cenci stirbt, aber seine Mörder werden entdeckt, Beatrice wird zum Tode verurteilt. Trotz aller Gnadengesuche muss sie sterben. Aufrecht und mutig geht sie aufs Schafott und wird nach ihrem Tod die Heldin des geknechteten Volks von Rom.
Berthold Goldschmidt (1903-1996) war Schüler von Franz Schreker und eines der größten Talente im deutschen Musikleben der 1920er Jahre. 1935 emigrierte er nach London, wo er nach dem Krieg eine Laufbahn als gefeierter Dirigent einschlug, der sich vor allem für die Werke Gustav Mahlers einsetzte. Goldschmidt gehört zu den "doppelt verfemten" Komponisten: Als Jude aus Nazi-Deutschland vertrieben, fiel er später bei der Avantgarde in Ungnade, die seine der Spätromantik verpflichtete Musik nicht schätzen konnte. Inzwischen gilt Goldschmidts farbige, orchestersatte und hochdramatische Kompositionsweise wieder als Geheimtipp für das Musiktheater. Seine zweite und letzte Oper Beatrice Cenci, die auf einem Theaterstück des englischen Romantikers Percy Shelley basiert, ist eine wertvolle Wiederentdeckung für unsere Opernbühne. Goldschmidt schrieb sie 1950 unter dem Eindruck der gerade erst überwundenen Willkürherrschaft in Deutschland, als Beispiel für Mut und Widerstand unter schwierigsten Bedingungen.
Besetzung
- Graf Francesco Cenci: Andreas Macco
- Lucrezia, seine zweite Frau: Katharina Peetz
- Beatrice Cenci: Christiane Kohl
- Bernardo: Ileana Mateescu
- Kardinal Camillo: Christian Sist
- Orsino, ein Prälat: Christoph Strehl
- Marzio, ein gedungener Mörder: Karl Heinz Lehner
- Olimpio, ein gedungener Mörder; 2. Arbeiter: Wen Wei Zhang
- Richter: Hannes Brock
- Ein Sänger bei Graf Cencis Fest, 1. Arbeiter: Lucian Krasznec
- Colonna: Georg Kirketerp
- Hauptmann: Christian Pienaar
- Diener: Hans-Werner Bramer
- Mit: Opernchor des Theater Dortmund
- Mit: Statisterie des Theater Dortmund
- Musikalische Leitung: Jac van Steen
- Musikalische Leitung: Philipp Armbruster
- Inszenierung: Johannes Schmid
- Bühne: Roland Aeschlimann
- Kostüme: Andrea Schmidt-Futterer
- Choreinstudierung: Granville Walker
- Dramaturgie: Georg Holzer
- Regieassistenz und Abendspielleitung: Susann Kalauka
- Choreografische Mitarbeit, Dancecaptain: Adriana Naldoni
- Bühnenbildassistenz: Anja Lichtenegger
- Kostümassistenz: Jula Reindell
- Studienleitung: Thomas Hannig
- Einstudierung: Michael Hönes
- Einstudierung: Ralf Soiron
- Einstudierung: Tatiana Prushinskaya
- Inspizienz: Ulas Nagler
- Soufflage: Ute Welzel




