nach einem Briefroman von Johann Wolfgang von Goethe
Werther verliebt sich in Lotte - unsterblich, haltlos und unglücklich, denn Lotte ist mit Albert verlobt, was Werther ignoriert; auch Lotte zeigt sich nicht abweisend. Wider die Regeln der Vernunft sucht Werther nach der Erfüllung seiner absolut gesetzten Gefühle für Lotte, nach einem Leben jenseits der gesellschaftlichen Konvention - leidenschaftlich, widersprüchlich, einsam und orientierungslos. In ihm wächst ein Idealbild Lottes heran, das Werthers Gedanken und Handeln zunehmend bestimmt. Werthers Versuch der inneren und äußeren Abgrenzung schlägt fehl - und dann leiht er sich Alberts Pistolen, als er von der Hochzeit der beiden erfährt...
Dieser Klassiker des "Sturm und Drang", der Goethe über Nacht berühmt machte und bei schwärmerischen Jugendlichen seiner Zeit eine Selbstmordwelle auslöste, hat bis heute nichts von seiner faszinierenden Kraft verloren. "Werther" ist genau gezeichnetes Psychogramm eines jungen Menschen zwischen egomanischem Überschwang der Gefühle und Wut auf die Regeln, die eine Gemeinschaft ihm vorlebt.
Besetzung
- Werther: Sebastian Graf
- Lotte: Bettina Lieder
- Albert: Ekkehard Freye
- Soufflage und Regiehospitanz: Lara Haucke
- Inszenierung: Björn Gabriel
- Bühne und Kostüme: Tobias Schunck
- Video-Aufnahme: Daniel Hengst
- Licht: Rolf Giese
- Dramaturgie: Michael Eickhoff
- Regieassistenz und Abendspielleitung: Tilman Oesterreich
- Ausstattungsassistenz: Valerie Gasse
- Inspizienz: Ralf Kubik
Pressestimmen
"Wie wollen wir unser Leben führen? Angepasst, ohne anzuecken, aber auch ohne Tiefe - oder voller Leidenschaft, Emotion, vielleicht auch Einsamkeit. Regisseur Björn Gabriel hat für seine Inszenierung im Dortmunder Studio eine generationsübergreifende, endende Frage aus Goethes Briefroman "Die Leiden des jungen Werther" herausgeschält. Werther ist verzweifelt an der Welt: Er will, er kann sich nicht anpassen, würgt an der Verlogenheit und Gleichgültigkeit der Menschen um ihn herum und ist voll ungezügelter Wut und Leidenschaft - von Sebastian Graf ungestüm und voller Ungeduld gespielt.Es wäre ein leichtes, den angepassten Albert nun zur reinen Karikatur verkommen zu lassen. Ekkehard Freye aber spielt ihn als einen Gebrochenen, Verletzen, der in Schönfärberei und Harmonie sein Heil sucht. So lässt Regisseur Gabriel die Möglichkeit offen, Albert und Werther als "zwei Seelen in einer Brust" zu sehen, Idealismus versus Konformismus - und Lotte hin- und hergerissen zwischen beiden (überzeugend zwiespältig von Bettina Lieder gespielt).Der Grundkonflikt berührt. Sind wir nicht alle ein bisschen Werther?"
(Westfälische Rundschau)
"Es braucht nur einen Augenblick, um Lotte zu verfallen. Kunstvoll hat Björn Gabriel die Originaltext-Passagen auf seine drei famosen Protagonisten verteilt, ermöglicht so Einblicke in die Gefühlswelten, die zwischen euphorisch beglückt und zu Tode betrübt schwanken - verstärkt durch Daniel Hengsts Großaufnahmen der Gesichter. Dicht und fantasievoll setzt Gabriel, der schon mit seiner Roman-Adaption von Harriet Köhlers "Ostersonntag" neben seinem Schauspiel auch sein Regie-Talent bewies, die Stationen dieser tödlichen Leidenschaft mit viel Spiel-potenzial in Szene."
(Ruhr Nachrichten)


































Kommentare
Ich war bei der Premiere am 22.03. im Studio und es war eine reine Freude. So manche Zeile war bittersüß und schmerzte auch ein wenig, fand man sich und seinen Alltag doch zur eigenen Wehmut öfter bei Albert als Werther wieder. Sowohl Graf, Freye, als auch Lieder spielten einnehmend und berührten mich sehr. Ich habe sogar so manche Träne vergossen. Ganz toll!
stimme Aljana zu!! man sah, dass goethe uns auch heute noch was sagen kann. aber mal was anderes: hat das theater KEINEN pressespiegel? wo finde ich die kritiken der lokapresse? such' mich dumm und dähmlich; ohne erfolg! u.a.w.g.!!
Ich persönlich fand besonders die Musik sehr gut. Ist diese selbst komponioert, oder sind es bestehende Lieder? Eine "Tracklist", also quasi die benutzten Lieder in einer Auflistung wären sehr hilfreich um die Songs auch so mal zu hören... Darüber würde ich mich sehr freuen :)
Kopf und Herz voller irrwitziger Gedanken und Gefühle - so hallte die Aufführung am 13. April bei mir noch lange nach. Herrliches und spannendes Spiel der drei Darsteller! Altes und Neues verwoben: Sprache, Musik, Darstellung und Technik - ein Genuss. Danke auch an Björn Gabriel für diese emotionale Inzenierung. Sehr berührend!
Sehr geehrte Frau Schunk. Wir veröffentlichen Pressestimmen immer auf unseren Stück-/Inszenierungsseiten. Einen gesammelten Bereich für einen Pressespiegel können wir aufgrund rechtlicher Bestimmungen nicht einrichten bzw. zugänglich machen. Wir bitten um Ihr Verständnis und hoffen durch die Zitate aus den Kritiken Ihnen einen kleinen Überblick verschaffen zu können. Mit besten Grüßen, Ihr Theater Dortmund
Auch ich hab einen sehr schönen Abend erlebt - den wunderbaren Schauspielern sei Dank. Außerdem würde ich mich ebenfalls für eine Tracklist interessieren!
Liebe Werther-Fans, vielen Dank für die zahlreichen Nachfragen. Anbei die Trackliste: kings of leon - closer, Paolo Nutini - no other way, The Kills - Last Goodbye, The Clash - Straight to hell boy, Roxy Music - In every Dreamhome a Heartache, Arcade Fire - My body is a cage, Radiohead - Reckoner Herzliche Grüße Ihr Theater Dortmund