nach Berichten aus dem Korengal-Tal
Als Frontberichterstatter begleitet ein Journalist das Leben von US-Soldaten in den Berglandschaften Afghanistans. Was zehrt mehr: die Feuergefechte selbst oder die quälende Zeit des Wartens?
Ein Abend über den Krieg der Soldaten und den Krieg der Medien - auf der Unterbühne des Schauspielhauses.
Achtung: nur für 20 Zuschauer!
Besetzung
- Regie, Bühne: Jonas Fischer
- Kostüme: Theresa Mielich
- Dramaturgie: Alexander Kerlin
Pressestimmen
"Zwanzig Zuschauer, mehr passen nicht rein, werden durch verwinkelte Gänge in die Unterbühne geleitet. Der Raum ist eng, schwarz und bunkerähnlich. Die Vorstellung startet im kompletten Dunkel mit Hörtext vom Band. Ein amerikanischer Kriegsveteran erzählt, wie die Wildnis Gelüste, Begierden und Dämonen weckt. Die Wildnis liegt im Korengal-Tal zwischen Afghanistan und Pakistan. Hier in den Rückzugsgebieten der Taliban hat sich ein amerikanischer Journalist einbetten lassen. Das Leben in der Ausnahmesituation ist bestimmt durch Feuergefechte, Neurosen und Leerlauf. Man wartet geradezu auf den Angriff des Gegners. Im Winter ist es kalt, im Sommer gnadenlos heiß. Mücken, Skorpione, Flöhe traktieren die Männer. Es gibt keine Privatsphäre, keine gemütlichen Sitzplätze und keine Frauen. Freundschaften werden dabei intensiver als im Normalleben, homoerotische Bedürfnisse knistern, die Hetero-Männer sonst verachten. Regisseur Jonas Fischer montiert aussagestarke Texte, die er mit Lichtwechseln, Atmo-Einspielungen und emotionalen Entladungen einfallsreich in Szene setzt. Ekkehard Freye als Journalist findet einen klaren, unaufgeregten Erzählton, der weitgehend frei ist von moralisierenden Allgemeinplätzen. Randolph Herbst, der für alle Soldaten steht, verkörpert eindringlich die komplizierte Seelenlandschaft der Krieger. Da fasziniert die Kameradschaft und ekelt der Dreck. Da reizt das Abenteuer und ängstigt die Rückkehr ins Zivilleben. Embedded ist ein hochintensiver Abend, der wie im Brennglas Emotionen, Widersprüche und den Wahnsinn des Krieges miterlebbar macht.
WDR Scala

















