nach Motiven aus dem Film von Takeshi Miike
Uraufführung
Die Familie, die der japanische Regisseur Takashi Miike in seinem Film Visitor Q modellhaft vorführt, ist völlig derangiert: Ein Sohn, der seine drogenabhängige Mutter schlägt, ein Vater, der bei diesen Gewaltausbrüchen zusieht und eine inzestuöse Beziehung zur Tochter eingeht. Der Vater, ein Fernsehproduzent, ist ständig damit beschäftigt, die Exzesse von Gewalt mit seiner Kamera zu dokumentieren.
In dieses zerschlagene Gefüge setzt Miike den Visitor Q: ein Eindringling ohne Geschichte, der zum vermeintlich teilnahmslosen Betrachter der grotesken Gewaltorgie in der Familie wird und diese beschleunigt. Die Figur funktioniert wie die Verlängerung des voyeuristischen Zuschauerblicks in den Film hinein.
Die Theateradaption Visitor Q am Schauspiel Dortmund ist eine Reflexion über den Zerfall der Familie als symbolische Ordnung. Aber noch mehr ist sie eine Auseinandersetzung mit den medialen Bedingungen von Film, Theater und ihren Erzähltechniken. Inwiefern ist die Darstellung von Gewalt selbst Gewaltanwendung? Und wie verhält sich der Schauspieler zu dem Umstand, dass es schlichtweg Undarstellbares gibt? Welche Wirklichkeit lässt sich noch abbilden – und wie?
Mit Visitor Q wurde das Schauspiel Dortmund zum NRW-Theatertreffen 2011 in Wuppertal eingeladen.
Besetzung
- Mit: Caroline Hanke
- Mit: Eva Verena Müller
- Mit: Björn Gabriel
- Mit: Ekkehard Freye
- Mit: Sebastian Kuschmann
- Soufflage: Christina Hevicke
- Regiehospitanz: Kathrin Leneke
- Inszenierung: Martin Laberenz
- Ausstattung: Oliver Helf
- Kamera: Daniel Hengst
- Licht: Rolf Giese
- Dramaturgie: Alexander Kerlin
- Regieassistenz: Liliane
- Inspizient: Klaus Kudert









































