Kay Voges

 

Liebe Freunde des Schauspiels.

 

"Wer Theater will, muss sagen wofür!" Mit diesem Appell eines Mitarbeiters aus dem fiktiven "Institut für urbane Krisenintervention" begannen wir unsere erste Spielzeit. Wir reisten mit Ihnen durch die Stadt ohne Geld und hinunter in die Flöze der Heimat unter Erde, entdeckten die Antike, Shakespeare und Brecht, wandelten mit Woyzeck auf dünnem Eis und lachten über die irrwitzige Verfolgungsjagd vor den 39 Stufen – die Frage nach

 

der Notwendigkeit von Theater haben Sie mit zahlreichen Besuchen bei Vorstellungen und Diskussionen überaus positiv beantwortet. Für Ihre so herzliche Aufnahme möchte ich mich, auch im Namen des gesamten Teams, sehr bedanken.

 

"In mir sind Gespenster. Was wir von unseren Eltern geerbt haben, geistert in uns herum. Es lebt nicht mehr in uns, aber es steckt in uns. Unser Land ist voller Gespenster." – so konstatiert Helene Alving, wenn in Henrik Ibsens Familientragödien Nora und Gespenster, die wir als Doppelpremiere zur Eröffnung präsentieren, die Geister der Vergangenheit Macht über die Gegenwart erlangen. Der Papst des Undergroundkinos Jörg Buttgereit wird uns mit GREEN FRANKENSTEIN und SEXMONSTER! den Kampf mit den Naturgewalten auf amüsante Weise näher bringen. In Lessings Gespenster kommen die Schatten der Aufklärung über uns und in der Dramatisierung des Jahrhundertromans Der Meister und Margarita gar der Teufel selbst – begleitet von Paul Wallfischs Kompositionen. Und welche Magie sich auf den "Golden foils of Dortmund" verbirgt, können Sie in dem multimedialen, erfundenen Tatsachenbericht Winkelmanns Reise ins U des Filmregisseurs Adolf Winkelmann erleben.

 

Mit der vielfach ausgezeichneten Komödie Der Gott des Gemetzels, der Arbeitslosenfarce ESKALATION ordinär und de Mussets tragischer Liebeskomödie Die Launen der Marianne werfen wir einen humorigen Blick auf unsere Gegenwart.

 

Sie sind herzlich eingeladen, weiter mit uns zu staunen, zu feiern und zu erforschen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Seien Sie Willkommen!

 

Kay Voges, Schauspieldirektor

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