Ballett Dortmund: Uraufführung von Xin Peng Wangs neuem Ballett „Inferno“

Dantes „Göttliche Komödie“ - Teil I der vertanzten Trilogie feiert am 3. November seine Premiere

Proben zu „Inferno“ // (c) Maria Helena Buckley


Xin Peng Wangs neues Handlungsballett Inferno wird am Samstag, 3. November 2018, um 19.30 Uhr im Dortmunder Opernhaus uraufgeführt. Zur Musik von Michael Gordon und Kate Moore tanzen Lucia Lacarra die Partie der Beatrice, Javier Cacheiro Aléman die des Dante und Dann Wilkinson die des Vergils. Nach einem Konzept von Christian Baier sind Frank Fellmann und Bernd Skodzig für Bühne und Kostüme verantwortlich. In den nächsten drei Spielzeiten wird das Ballett Dortmund alle drei Teile – Inferno, Purgatorio und Paradiso -  der Göttlichen Komödie von Dante Aligheri zu einer Trilogie vereinen, die als Tanz-Monument 2021 – im 700. Todesjahr des Dichters – in Dortmund präsentiert werden.

Keine cineastische Endzeitvision, kein Horror- und kein Splattermovie kommt ohne sie aus, die Bilder der Hölle und ihrer Qualen, die der italienische Renaissance-Dichter Dante Alighieri erdacht und in kunstvollen Terzinen beschrieben hat. Keine Darstellung des Paradieses, die nicht von seiner Schilderung der aus Millionen von Engeln gebildeten Himmelskreise inspiriert sind. Keine Love-Story, die nicht die Wesenszüge seiner Beziehung zu der früh verstorbenen Florentiner Kaufmannstochter Beatrice in sich trägt. Dantes literarisches Vermächtnis, Die Göttliche Komödie, ist weit mehr als ein poetisches Meisterwerk, es ist die nie versiegende Inspirationsquelle unserer Vorstellung von den Sphären jenseits unserer sicht- und begreifbaren Welt.

Starten wird der Dortmunder Ballettdirektor Xin Peng Wang mit seiner Version von Inferno. Dante wird auf Geheiß seiner früh verstorbenen Geliebten Beatrice und geführt von dem römischen Dichter Vergil im ersten Teil des sprach- wie bildgewaltigen Epos durch die zehn Kreise der Hölle geführt. Von Ring zu Ring vermehren sich die Qualen all jener, die zu Lebzeiten wider ihr eigenes Gewissen gehandelt und Sünden begangen haben. Er erblickt die Stadt Dis, die Heimat der Dämonen und Nachtmahre, mit ihren bizarr in der Düsternis aufragenden Türmen und ihren Raubtierfängen gleichenden Erkern, ehe er schließlich, am tiefsten Grund der Hölle, aus einem riesigen Eissee Satan selbst sich erheben sieht.

Ungeheuer muss der Eindruck dieser Schilderungen auf die Leser der Renaissance gewesen sein. Und nicht nur hohe Stände brachte Dantes Wortkunst zum Schauern. Da auf Italienisch verfasst, wurde Die Göttliche Komödie auch vom einfachen Volk verstanden. Und gerade die Entrechteten spitzten die Ohren bei Dantes herber Kritik an Machtmissbrauch, Hochmut, Eitel- und Überheblichkeit.  Keine nachfolgende Epoche der abendländischen Kulturgeschichte unterließ es, die Visionen in Bilder zu übersetzen.

Die letzten fünfzehn Jahre seines Lebens arbeitete Dante an einem Epos, dessen gewaltige Dimensionen es mit den Dichtungen der Antike aufnehmen kann. In hundert Gesängen beschreibt Die Göttliche Komödie darin die Wanderung eines einsamen, von den Zuständen seiner Zeit verwirrten und über sein eigenes Schicksal verbitterten Menschen durch jene Welt, in der die unsere lediglich ein unbedeutendes Staubkorn ist: das Jenseits. Von der Unterwelt der Verdammten über den Läuterungsberg führt die Reise schließlich in die Gefilde der Seligen, den Garten Eden, das Paradies.

Die „Höllenmusik“ zu Inferno stammt von der jungen australischen Komponistin Kate Moore, die in den letzten Jahren zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten hat, und von Michael Gordon, Mitbegründer der stilprägenden amerikanischen Künstlervereinigung „Bang On A Can“. Weltweit erstmals ist seine mehrfach prämierte Komposition Decasia, ursprünglich als Soundtrack zu dem gleichnamigen Experimentalfilm von Bill Morrison, als Tanzkreation zu erleben.

Mit Inferno beginnt Xin Pengs Wang seine choreografische Auseinandersetzung mit der fantastischen Weltvision Dantes. In der nächsten Spielzeit folgt Purgatorio (Fegefeuer) und 2021, zum 700. Todestag des Dichters, schließlich Paradiso und damit die Gesamtaufführung dieses einzigartigen tänzerischen Monuments.

Karten sind an der Theaterkasse im Opernhaus, telefonisch unter 0231 / 50 27 222 oder unter www.tdo.li/inferno erhältlich.


Navigationsleiste

Hier können Sie Ihre Suche verfeinern.
Probieren Sie es aus! Klicken Sie einfach auf diesen Pfeil, um sich weitere Filtermöglichkeiten anzeigen zu lassen.
Durch Ihre Auswahl erhalten Sie Informationen zum Theater Dortmund, dessen Programm, den engagierten Künstlern und unseren Services
Hier können Sie die Anzeige der Internetseite Ihren speziellen Bedürfnissen anpassen. So können Sie die Schriftgröße anpassen und auf eine kontraststärkere Ansicht umschalten.
Ihre zentrale Anlaufstelle für sämtliche spielzeitbezogenen Informationen, unserem Programm, dem Ensemble aller künstlerischen Sparten und unserem Angebot vom Einzelkartenkauf bis hin zum Abonnement. Sie wählen die Sparte aus, die Sie im Besonderen interessiert und holen sich entweder spielzeitbezogen Informationen zu den Premieren, Wiederaufnahmen, Extras (Sonderveranstaltungen), dem Ensemble oder Abonnements oder springen direkt ins Programm des aktuellen Monats, der Woche oder genau dem Tag, an dem Sie uns besuchen möchten. Und zur Not setzen Sie Ihre Auswahl zurück und finden neue Inhalte.
Immer im Blick haben Sie unsere Kontaktmöglichkeiten für alle Ihre Fragen und Wünsche.
Das Theater Dortmund immer ganz nah - für Sie und mit Ihnen.