Lance Ryan singt Giuseppe Verdis OTELLO in der Oper Dortmund

Premiere am Sonntag, 26. März 2017, um 18 Uhr

Lance Ryan (c) Musica Management


In der Regie von Opernintendant Jens-Daniel Herzog und unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz werden Tenor Lance Ryan als Otello und die Sopranistin Emily Newton als Desdemona in Verdis Otello zu sehen sein.

Verdi, der sich nach Aida (1871) von der Opernbühne zurückziehen wollte, schuf auf Drängen seines Librettisten Boito in den letzten 15 Jahren seines langen Lebens noch seine eindrucksvollen Alterswerke Otello und Falstaff. Sie sind der Ausdruck seiner lebenslangen Beschäftigung mit der Dramatik William Shakespeares, die mit Macbeth (1847) begonnen hatte. Verdi findet bei Shakespeare die gewaltigen, unaufhaltsam rasenden Leidenschaften, die es seiner Musik erlauben, alle Tiefen der menschlichen Gefühle auszuloten. Otello ist das Drama des Misstrauens, das immer beim mangelnden Vertrauen in sich selbst beginnt und von dort aus eine tödliche Kraft entfaltet.

Shakespeares Othello inszenierte Jens-Daniel Herzog zum ersten Mal vor einigen Jahren am Nationaltheater Mannheim. „Verdi funktioniert anders als Shakespeare“, so Herzog. Der Unterschied ist viel größer als das im Italienischen fehlende „H“ im Namen des Admirals: „Was bei Verdi in allen seinen Stücken so spannend ist, ist der Wechsel von öffentlichen und privaten Szenen. Das hält die Dynamik der Handlung in Gang, aber gleichzeitig wird deutlich, dass sich Öffentliches und Privates in allen Bereichen gegenseitig durchdringen“. Ein Mann wie Otello ist eben nie nur der Liebende oder nur der militärische Führer, sondern immer beides zugleich.

Für Herzog ist Otello der Fremde, der Andere, den eine Gesellschaft braucht, wenn sie in Schwierigkeiten gerät und jemand die Drecksarbeit machen muss. „Otello wird vom Volk, also bei uns vom Chor, erst zum Helden gemacht, um dann später umso grausamer wieder aus seiner Höhe herabzustürzen. Der Genuss und der Schauder für die Zuschauer liegt darin, dabei zuzusehen, wie jemand sich in eine immer verzweifeltere Lage manövriert und keinen Ausweg mehr findet.“

Karten für Otello gibt es an der Tageskasse im Opernhaus, telefonisch unter 0231/50 27 222 oder im Webshop.

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