Philip Pelzer

Pelzer

Wer ich bin?

 

Geboren bin ich in München und zwar im Jahre 1989.

Lange gehalten hat es mich dort nicht. So beschloss ich, im Alter von 4 Jahren, weiter zu ziehen und zwar nach Iserlohn, wo ich mich nach kurzem Kindergartenaufenthalt und Absolvieren der ersten Klasse, wieder entschloss, dieses Mal im Alter von acht Jahren, mich nach einer neuen Bleibe umzusehen. Natürlich durften meine Eltern mit. Und so siedelten wir uns im schönen Niedersachsen an, in einem kleinen Kaff in der Nähe von Bremen. Baden, Stadt Achim, Landkreis Verden. Was für ein schillernder Klang.

Dort verbrachte ich den Rest meiner Minderjährigkeit. Nach Absolvieren der Grundschule (mit Bestnoten) und dem Meistern der Orientierungsstufe, erlangte ich die Zulassung für das Cato Bontjes van Beek Gymnasium. Nach wunderschönen, qualvollen sechs Jahren ergatterte ich dieses wunderbare, nichtssagende elitäre Zertifikat: das Abitur.

 

Wie die meisten Abiturienten, hatte ich erstmal von Tuten und Blasen keine Ahnung.

What makes the world go round? Money? Love? People?

Ich wusste überhaupt nicht, was ich machen wollte. Und was tut ein junger, naiver junger Mann in einem testosterongesteuerten Alter? Richtig, er geht zur Marine.

Ich wollte einfach weg, herausfinden wer ich bin und was ich will.

Ich bin kein großer Freund von Bundeswehr und Soldaten, Krieg und allem, was damit zu tun hat. Was, wie ich immer noch hoffe, die meisten Menschen sind. Dennoch kann ich nicht abstreiten, dass diese Zeit bei der Marine, die mich geprägt hat und Erfahrungen hat sammeln lassen, die ich nicht missen möchte, den ersten Stein legte und mich ermutigte Schauspieler zu werden.

 

Bei der Marine geschah dann der „Wink mit dem Zaunpfahl“.

Es wurden vom Theater in Wilhelmshaven Marinesoldaten für das Stück „Schlicksoldaten“ gesucht. Ich meldete mich zur großen Verwunderung meiner Vorgesetzten und wurde genommen.

 

Ab da nahm alles seinen Lauf. Nach der Produktion wurde ich für eine weitere engagiert: „Antonius und Cleopatra“. Ich fing an, an Schauspielschulen vorzusprechen. Nach einjähriger Tortur mit unendlich vielen qualvollen Vorsprechen, schaffte ich es dann doch in meiner Wunschheimat Hamburg angenommen zu werden.

Während meiner Ausbildung hatte ich das große Glück, weiter am Theater arbeiten zu dürfen (z.B. Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Altonaer Theater.

Nach der Ausbildung ging es dann weiter ans Theater für Niedersachsen und danach an das Theater Maßbach.

Und jetzt bin ich hier, am Kinder- und Jugendtheater Dortmund.

 

Ich glaube ich kann schon sagen, dass ich meinen Beruf gefunden habe. Als Schauspieler kann ich alles sein, zumindest auf der Bühne.

Obwohl ich mir durch den Beruf viel öfter die Frage stellen muss: Wer bin ich?

 

Foto: (c) Christoph Mannhardt