• Biedermann u.d.B. / Fahren.451 - Schauspiel
    Biedermann u.d.B. / Fahren.451 - Schauspiel © Mario Simon
  • Ekkehard Freye, Frauke Becker, Alexandra Sinelnikova © Birgit Hupfeld
  • Frauke Becker, Max Thommes, Ekkehard Freye, Björn Gabriel, Alexandra Sinelnikova © Birgit Hupfeld
  • Ekkehard Freye, Frauke Becker, Alexandra Sinelnikova © Birgit Hupfeld
  • Dortmunder Sprechchor, Ekkehard Freye, Alexandra Sinelnikova, Frauke Becker © Birgit Hupfeld
  • Alexandra Sinelnikova, Björn Gabriel (Projektion), Uwe Schmieder © Birgit Hupfeld
  • Uwe Schmieder, Björn Gabriel © Birgit Hupfeld
  • Merle Wasmuth, Uwe Schmieder © Birgit Hupfeld
  • Dortmunder Sprechchor, Uwe Schmieder © Birgit Hupfeld
  • Merle Wasmuth © Birgit Hupfeld
  • Merle Wasmuth, Alexandra Sinelnikova, Uwe Schmieder, Ekkehard Freye, Frauke Becker © Birgit Hupfeld
  • Merle Wasmuth, Uwe Schmieder © Birgit Hupfeld
  • Bettina Lieder, Uwe Schmieder, Merle Wasmuth © Birgit Hupfeld
  • Dortmunder Sprechchor, Max Thommes © Birgit Hupfeld
  • Bettina Lieder, Uwe Schmieder © Birgit Hupfeld
  • Bettina Lieder, Uwe Schmieder, Merle Wasmuth © Birgit Hupfeld
  • Uwe Schmieder © Birgit Hupfeld

Biedermann und die Brandstifter / Fahrenheit 451

Schauspielhaus

von Max Frisch / Ray Bradbury

„'Biedermann und die Brandstifter/Fahrenheit 451' entfaltet die ganze Magie des Theaters – und liest uns Bürgern die Leviten.“ (Ruhr Nachrichten)

Ein Abend, für den man sich schnellstens Karten besorgen sollte.“ (Dortmunder Kulturblog)

Extrem reizvolle Momente, ausgezeichnete Schauspieler.“ (Fazit, Deutschlandfunk Kultur)


Die Schauspielhaus-Wiedereröffnung mit zwei weltberühmten Werken hintereinander an einem Abend!

Zunächst ist da die tragische Groteske von Max Frisch über den Fabrikanten Biedermann, der in einer Welt voller Brandherde einfach nichts falsch machen will. Natürlich hat er ein ungutes Gefühl dabei, zwei dubiose Unbekannte auf seinem Dachboden schlafen zu lassen. Die dann auch noch Benzinfässer mitbringen. Aber vielleicht kann man ja sein eigenes Hab und Gut am besten schützen, indem man Brandstiftern mit größtmöglicher Gastfreundschaft begegnet?

Irgendwann später, anderer Ort. Auch im Leben von Ray Bradburys Feuerwehrmann Guy Montag wüten immer wieder Feuer. Sie werden gezielt entzündet – durch Montag und seine Kollegen! Ihr Auftrag: Bücher aufspüren und verbrennen, bei einer Temperatur von 451 Grad Fahrenheit. Sie sollen das Wissenaus der Welt tilgen, und damit alles Nachdenken und jeglichen Zweifel. Doch dann lernt Montag die junge Clarisse kennen - und beginnt, Bücher zu retten...

Zwei bekannte Klassiker im neuen Gewand - inszeniert von Gordon Kämmerer (Kasimir und Karoline): Das Eröffnungsdoppel zum Beginn der Spielzeit 2017/18! Zwei Stücke, die aberwitzig, lustvoll und scharf in die Nahaufnahme gehen: Brandstiftung, Resignation, Widerstand - und was klingt im Echoraum unserer Gegenwart?

Besetzung

Pressestimmen

„Extrem reizvolle Momente, ausgezeichnete Schauspieler. Ein sehr packend zusammenspielendes Theaterensemble, und: Der Abend ist eine Auseinandersetzung mit den Gefahren für das freie Denken und damit auch für die Demokratie – eines der ganz großen Themen, mit denen wir uns gerade beschäftigen müssen.“
Fazit, Deutschlandfunk Kultur, 18.12.2017

„Gerade gebannt Biedermann und die Brandstifter/Fahrenheit 451 im @SchauspielDo angesehen und ab der zweiten Hälfte ein Buch umklammert.“
@Jesteresse via Twitter, 16.12.2017

Biedermann und die Brandstifter/Fahrenheit 451 entfaltet die ganze Magie des Theaters – und liest uns Bürgern die Leviten. Regisseur Gordon Kämmerer zaubert zur Eröffnung, was das Zeug hält. Drehbühne, Unterbühne, zwei Windmaschinen, magische Momente im Regen – der Funke springt über an einem sehenswerten Doppelabend, in dem es um Feuer geht.
In Biedermann und die Brandstifter nisten sich zwei Verbrecher auf dem Dachboden einer Familie ein. In Fahrenheit 451 verbrennt die Feuerwehr der Zukunft alle Bücher. Keine sehr theatralischen Stoffe. Frischs Text ist ein Lehrstück. Und die Brände bei Bradbury können nicht gezeigt, es muss also häufig berichtet werden. Warum das also spielen?
Weil wohl jeder Bürger sich wiedererkennt in der Familie Biedermann, die nur ihre Ruhe will und darum mit dem Brandstifter Schmitz – Björn Gabriel spielt ihn herrlich ironisch – paktiert. Für die Familie haben Bühnenbildner Matthias Koch und Kostümbildner Josa David Marx erstaunliche Räume gebaut hat. Alles ist hier lindgrün, von den Möbeln bis zu den Pantoffeln. Ekkehard Freye als Vater, Alexandra Sinelnikova (ein Gewinn fürs Ensemble) als Mutter und die extrem talentierte Frauke Becker als Tochter spielen den Alltag als Choreografie – inklusive Kaffeetassen-Musik. (…)
Verblüffend gut funktioniert (…) die Verknüpfung mit Fahrenheit 451. Die Unterbühne mit der Familie verschwindet und wir schauen auf den brandgefährlichen Dachboden, wo Feuerwehrmann Guy Montag Bücher und Menschen in Flammen setzt. Es ist eine sinnentleerte Gesellschaft, in der es vor Videowänden heiß hergeht. Bis Guy die süße Clarisse (bezaubernd: Bettina Lieder) kennenlernt. Uwe Schmieder spielt die Rolle hingebungsvoll als nackter Leidensmann bis zum imposanten Schlussbild mit dem Chor.
Fazit: 140 spannende Minuten, die uns Bürger mahnen, uns rechtzeitig zu engagieren, und die trotzdem Spaß machen. Der moralische Zeigefinger taucht dabei nicht auf. Auch das ist ein Kunststück.“
Ruhr Nachrichten, 17.12.2017

Biedermann und die Brandstifter/Fahrenheit 451 mit WOW-Effekt. Es ist schier unglaublich, mit welcher Kreativität, mit welcher Spielfreude und auch mit welchem Können die Akteure auf und hinter der Bühne den Stoff umsetzen und welche grandiosen Bilder sie dabei erzeugen. (…) Das eintönige Familienleben ändert sich, als die beiden ganz in Schwarz gekleideten Brandstifter Schmitz und Eisenring (Björn Gabriel und Max Thomes – Letzterer ist auch für musikalische Gestaltung des gesamten Abends zuständig) die Szenerie betreten, und das Drama seinen bekannten, feuergefährlichen Verlauf nimmt  (…).Gordon Kämmerer verzahnt den Biedermann-Part mit dem Fahrenheit-Teil, indem er die Biedermann-Familie auf riesigen Leinwänden einblendet. Sie dient nun dazu, die literatur- und fantasielose Gesellschaft, die hier durch Guy Montags Frau (Merle Wasmuth) verkörpert wird, auf einfältigste Weise zu unterhalten. Ein gelungener Kniff. Insgesamt ein Abend, für den man sich schnellstens Karten besorgen sollte.“
Dortmunder Kulturblog, 17.12.2017

„Hinreißende Spielszenen, zum Beispiel wenn der Feuerwehrmann Montag (Uwe Schmieder) von der Nachbarin Clarisse (Bettina Lieder) irritiert wird. Diese Dialoge im künstlichen Regen bezaubern durch ihre Poesie. Und Björn Gabriel hat einen weiteren starken Auftritt als Hauptmann, der Montag zur Besinnung bringen will. Wuchtige Videoprojektionen (Tobias Hoeft) und fliegende Papierfetzen ergeben starke Bilder der Zerstörung.“
Westfälischer Anzeiger, 17.12.2017

„Und so ungewöhnlich, wie es auf den ersten Blick erscheint, ist dieses Bühnen-Doppel eigentlich gar nicht. Geht es doch in beiden Fällen um bedrohliches Feuer, um gesteuerte Menschen in Dystopien und um die damit einhergehende Gefahr für das freie Denken. Bei Frisch ist es der einfache Bürger Biedermann, der auch durch hemmungslose Anbiederung an die Brandstifter schließlich nicht verhindern kann, dass auch sein Haus abgefackelt wird. Bradbury skizziert eine Zukunft, in der Feuerwehrleute Bücher verbrennen, statt Feuer zu löschen, um damit das Volk letztlich auf eine einheitliche Intelligenzstufe zu drücken.“
WAZ, 18.12.2017

Biedermann und die Brandstifter wird in dieser Inszenierung zu einer brillanten Metapher für das Eindringen von Brandstiftern in das verklemmte, routinierte und unreflektierte Leben. Es zeigt, wie ein wenig Anerkennung Menschen dazu bringen kann, jedes ungute Gefühl in den Wind zu schlagen und sehenden Auges in das Feuer zu gehen. Dabei schafft es Kämmerer, dass der Zuschauer sich teilweise sogar aufseiten des Brandstifters sieht, weil der gezeigte Status quo so unerträglich ist. Gleichzeitig ist auch klar: Besser wird es auf diese Weise auch nicht. (…) Dass Feuer, einmal in der Welt, nicht mehr kontrolliert werden kann, wird im zweiten Stück des Abends deutlich. Es ist atmosphärisch sehr anders, bildet aber thematisch eine konsequente Fortsetzung. (…)
Die Hauptfigur Guy Montag – hier mit vollem Körpereinsatz gespielt von Uwe Schmieder – ist ein Feuerwehrmann (oder besser Brandstifter), der wie selbstverständlich seinem Beruf nachgeht. Doch nachdem er seine Nachbarin Clarisse McClellan kennenlernt und zudem beobachtet, wie eine andere Frau zusammen mit ihren Büchern verbrennt, beginnt er, nach dem Wert von Büchern zu fragen und legt eine eigene kleine Sammlung an.
Auch in dieser Welt gibt es also einen metaphorischen Brandstifter – und zwar nicht die im wörtlichen Sinne Kerosin versprühende Feuerwehr. Es ist vielmehr Clarisse McClellan, die mit ihrer tagträumerischen Unbedarftheit und ihrem lebensfrohen Gemüt so gar nicht in diese Welt zu passen scheint.
Montag verharrt nach seiner Begegnung mit ihr aber nicht, wie zuvor Biedermann, in seiner routinierten Lethargie, sondern lässt sich von Clarisse verstören. Er beginnt, über sein Leben und die Welt um ihn herum nachzudenken und macht sich damit auf den Weg, den Biedermann nicht gehen konnte (oder wollte). Durch die eindrucksvolle Inszenierung und das intensive Spiel von Uwe Schmieder überträgt diese persönliche Verstörung dabei auf die Zuschauer: Schmieder bestreitet die zweite Hälfte des Stücks nackt und über und über mit Kunstblut beschmiert – eine inszenatorische Technik, die mir sonst den Impuls gibt, aus dem Theater zu flüchten, die hier aber sehr effektiv und gezielt eingesetzt wird.
Hier fällt dann auch die für diesen Abend wahrscheinlich entscheidende Frage: ‚Wann haben Sie sich das letzte Mal verstören lassen?‘“
nilsmueller.info, 18.12.2017

„Mit einem brandaktuellen Doppel feierte das Dortmunder Schauspiel den Rückzug in die City. Zwei Jahre ist es her, dass das Theater ausweichen musste und aus der Hörder Halle einen Megastore machte. 'Der Stern über dem Schauspiel leuchtet wieder', verkündete Schauspielchef Kay Voges strahlend, 'wir freuen uns unheimlich!', verriet er im ausverkauften Schauspielhaus. Nicht ohne hinzuzufügen: 'Dortmund ist schneller als Stuttgart, Dortmund ist schneller als Berlin. Wir haben es geschafft'. Und am Stammplatz der vielen technischen Raffinessen nutzt Gordon Kämmerer diese gern bei seiner Premiere Biedermann und die Brandstifter und Fahrenheit 451. Er zeigt Frischs tragische Groteske überzeichnet in einem Setzkasten (Bühne: Matthias Koch) in OP-Grün. (...) Der ungebetene Gast quartiert sich auf dem Dachboden ein und der hilflose Biedermann in der Schulpflichtlektüre aus den 50ern weiß nicht, sich zu wehren und macht gute Miene zum bösen Spiel.
Feuerrot gekleidet warnt ihn der Sprechchor vor der Brandgefahr, doch Biedermann traut sich nicht, gegen die mittlerweile schon zwei Brandstifter aufzubegehren. Das kann nicht gut gehen. War es nicht auch Brandschutz, weswegen das Schauspielhaus so lange zur unbespielbaren Baustelle wurde, fragt sich der Theaterbesucher in der kurzen Umbaupause. Und gleich danach, brennen erst Bücher und dann Menschen. In dieser starken zweiten Hälfte des 2:20 Stunden Theaterabends macht das Dortmunder Schauspiel aus Ray Bradburys Zukunftsvision einen feurigen Appell an die Freiheit."
lokalkompass.de, 20.12.2017

Kommentare

Jörg Achim Zoll, 17. Dezember 2017
"Ach, 'Biedermann und die Brandstifter', das hab ich schon so oft gesehen", sagte eine Bekannte, "das schenke ich mir". Mann, die wäre überrascht gewesen an diesem Premierenabend! Frisch frisch aufgefrischt und gründlich entstaubt, da darf sich Familie Biedermann in ihrer grünen Hölle zu Electro-Beats quälen, bis das Ganze nahtlos in Ray Bradburys düstere Dystopie übergeht und sich zu einer Art bildgewaltigen, eindringlichen Sprech-Oper steigert, die einen fasziniert, irritiert und mit mehr Fragen als Antworten zurücklässt. So viel zu Erwartbarkeit, Eindeutigkeit und "Kenn-ich-schon". Ensemble und Sprechchor einmal mehr in Bestform. Der Abend schreit für mich nach einem zweiten Mal.
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07. Januar 2018

Beginn: 18:00 Uhr

ENDE: 20:10 Uhr

Einführung: 17:30 Uhr

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