• Quartett - Oper
    Quartett - Oper © Piotr Gregorowicz
  • Allison Cook (Marquise Merteuil), Zoe Straub, Christian Bowers (Vicomte Valmot) © Thomas Jauk, Stage Picture (Bild honorarfrei)
  • Allison Cook (Marquise Merteuil), Christian Bowers (Vicomte Valmot) © Thomas Jauk, Stage Picture (Bild honorarfrei)
  • Christian Bowers (Vicomte Valmot), Allison Cook (Marquise Merteuil) © Thomas Jauk, Stage Picture (Bild honorarpflichtig)
  • Christian Bowers (Vicomte Valmot), Allison Cook (Marquise Merteuil) © Thomas Jauk, Stage Picture (Bild honorarpflichtig)
  • Allison Cook (Marquise  Merteuil), Gianna Pellarin, Christian Bowers (Vicomte Valmot)  © Thomas Jauk, Stage Picture (Bild honorarfrei)
  • Allison Cook (Marquise Merteuil) © Thomas Jauk, Stage Picture (Bild honorarpflichtig)
  • Christian Bowers (Vicomte Valmot), Allison Cook (Marquise Merteuil) © Thomas Jauk, Stage Picture (Bild honorarpflichtig)
  • Allison Cook (Marquise Merteuil), Christian Bowers (Vicomte Valmot) © Thomas Jauk, Stage Picture (Bild honorarpflichtig)

Quartett

Opernhaus

Oper in dreizehn Szenen von Luca Francesconi
Libretto vom Komponisten nach dem gleichnamigen Theaterstück von Heiner Müller

Frei nach Les liaisons dangereuses von Pierre-Ambroise-François de Laclos. In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Sex ohne Liebe? Zwei Menschen, die einst eine Beziehung miteinander führten, haben sich hierfür entschieden. Dauerhaft. Mit wechselnden Partnern, nicht unbedingt miteinander. Doch was vielleicht aus Langeweile begann, wandelt sich in ein sehr ernstes Spiel um Lebensbestimmung und um Macht. Ein Rededuell über das menschliche Miteinander, das weit über beliebige Liebespiele hinausgeht. Und zugleich aufzeigt, in welcher Endzeitstimmung sich dieses Paar befindet, das trotz allem eine enge Verbindung miteinander pflegt. Eine Mischung aus Lebensbefragung und amüsantem Aufs-Korn-nehmen weiblicher und männlicher Erotik.

Quartett ist eine Vertonung von Heiner Müllers gleichnamigen Schauspiel, das den berühmten Briefroman Gefährliche Liebschaften (Choderlos de Laclos) zur Grundlage hat. Angesiedelt im dekadenten Frankreich des späten 18. Jahrhunderts, aber auch in einem Bunker nach dem (fiktiven) 3. Weltkrieg, wird die Verführung zum allbestimmenden Lebensinhalt. Der italienische Komponist Luca Francesconi nutzt dies für eine starke musikalische Farbigkeit, die sich in „Traum“-Sequenzen schwelgerisch zeigen kann, in anderen Momenten kammermusikalisch wirkt und dann wiederum in eine elektronisch gestützte sehr moderne Klangfarbe wechselt. Der gebürtige Mailänder, der bei Stockhausen und Berio studierte, beherrscht die Klaviatur der Neuen Musik, scheut jedoch nicht davor zurück ein zeitloses Sujet auch mit traditionellen Kompositionsweisen zum Klingen zu bringen. Die szenische Umsetzung von Quartett übernimmt Ingo Kerkhof, ein ursprünglich aus dem Schauspiel stammender Regisseur, der bekannt ist für sein feinsinnig durchdringendes Ausloten von Partituren. Insbesondere hat er sich um Unbekanntes und Neues verdient gemacht: an der Staatsoper Berlin (Amor vien dal destino von Agostino Steffani, Lohengrin von Salvatore Sciarrino) oder am Theater Heidelberg mit den Zweitinszenierungen von Wolfgang Rihms Dionysos oder Georg Friedrich Haas' Morgen und Abend.

Besetzung

  • Musikalische Leitung: Philipp Armbruster
  • Regie: Ingo Kerkhof
  • Bühne: Anne Neuser
  • Kostüme: Inge Medert
  • Institute for Research and Coordination in Acoustics/Music:
  • IRCAM Computer Music Design:
  • IRCAM Computer Music Production:
  • IRCAM Sound Engineers:
  • Recording, editing and mixing of the choir and orchestra at La Scala: Julien Aléonard
  • Tonabteilung Oper Dortmund: Friederike Peßler, Günther Holtmann, Dominik Rosenthal, Olaf Krüger, Cord Hanken, Komay Alshoufi
  • Licht: Florian Franzen
  • Dramaturgie: Laura Knoll
  • Regieassistenz: David Martinek
  • Bühnenbildassistenz: Dina Nur
  • Kostümassistenz: Sonja Kühn
  • Choreografische Mitarbeit: Adriana Naldoni
  • Inspizienz: Ulas Nagler

Kommentare

Matthias Schlensker, 19. April 2019
Diese Oper fordert Darstellern, Team und Zuschauern etliches ab. Wir erleben einen ambitionierten Abend mit einer Zielrichtung außerhalb der oftmals von traditionellem Publikum geforderten Gefälligkeit. Wohl gerade deshalb ist diese Aufführung äußerst anstrengend, aber zugleich überwältigend und die Zuschauer in jeder Faser vereinnahmend, um ihnen ein unkonventionelles intensives Opernerlebnis zu verschaffen. Die Anstrengung gründet sich vor allem darauf, dass dieses einzigartige Werk zugleich auf einer intellektuellen und einer intuitiven Ebene rezipiert werden will. Die intellektuelle, von Heiner Müllers Theaterstück inspirierte Ebene manifestiert sich neben der Handlung vor allem im Wort, das über die Betitelung von Zitaten und Gesungenen vermittelt wird. (Leider sind die Projektionsflächen nicht von allen Plätzen voll einsehbar.) Die Musik vereinnahmt dabei zugleich das Unbewusste und eröffnet eine zwingende Dimension des Erlebens - so sich die Hörer innerlich darauf einlassen. Es bedarf schon eines besonderen Könnens und Geschicks, das äußerst komplexe musikalische Erlebnis unter Zuhilfenahme neuartiger Techniken zu inszenieren und zu vermitteln. Philipp Armbruster ist hier besonders zu loben - wer außer ihm hätte hier diese künstlerische Großtat vollbringen können? Auch den Darbietenden, von den Philharmonikern über die Technik und die Statisterie bis hin zu den großartigen Sängern Allison Cook (bekanntermaßen eine "sichere Bank") und Christian Bowers gebühren höchster Respekt und ehrliche Anerkennung. Dass Luca Francesconi als Komponist des Werkes sich ebenfalls in Applaus und Zuspruch sonnen durfte, sei ihm von Herzen gegönnt.
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  • Allison Cook (Marquise Merteuil), Zoe Straub, Christian Bowers (Vicomte Valmot)
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11. Mai 2019

Beginn: 19:30 Uhr

ENDE: 21:00 Uhr

Einführung: 18:45 Uhr

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