• Ekkehard Freye, Marlena Keil © Edi Szekely
  • Alexandra Sinelnikova, Marlena Keil, Caroline Hanke, Uwe Rohbeck © Birgit Hupfeld
  • Uwe Rohbeck © Birgit Hupfeld
  • Ekkehard Freye, Marlena Keil © Edi Szekely
  • Péter Sanyó, Uwe Rohbeck © Edi Szekely
  • Ekkehard Freye, Uwe Rohbeck © Edi Szekely
  • Uwe Rohbeck © Edi Szekely
  • Alexandra Sinelnikova, Marlena Keil, Caroline Hanke, Uwe Rohbeck © Edi Szekely
  • Alexandra Sinelnikova, Marlena Keil, Caroline Hanke © Edi Szekely
  • Christian Freund, Caroline Hanke, Ekkehard Freye, Uwe Rohbeck © Edi Szekely
  • Uwe Rohbeck © Edi Szekely
  • Christian Freund © Edi Szekely
  • Marlena Keil, Uwe Rohbeck, Caroline Hanke © Edi Szekely
  • Alexandra Sinelnikova, Uwe Rohbeck © Edi Szekely
  • Ekkehard Freye, Caroline Hanke © Edi Szekely
  • Uwe Rohbeck, Ekkehard Freye © Edi Szekely
  • Alexandra Sinelnikova, Ekkehard Freye, Christian Freund © Edi Szekely
  • Caroline Hanke, Christian Freund, Uwe Rohbeck, Ekkehard Freye, Alexandra Sinelnikova © Edi Szekely
  • Uwe Rohbeck © Edi Szekely

Im Studio hört Dich niemand schreien

Studio (Schauspielhaus)

von Jörg Buttgereit und Anne-Kathrin Schulz
frei nach Strickland und Argento

Ab 18 Jahren!

Endlich ein neues Jörg-Buttgereit-Stück auf der Dortmunder Bühne! Diesmal eine Verbeugung vor dem italienischen Giallo-Slasherfilm der 70er Jahre und Peter Stricklands Giallo-Hommage Berberian Sound Studio!

Zunächst scheint es ein Job wie jeder andere: Geräuschemacher Maximilian Schall erhält einen Anruf vom visionären Schmuddelfilmer Dario Winestone, der ihm ein kleines Vermögen bietet. Der Auftrag: Schall soll Winestones frisch abgedrehtes Filmmaterial nachvertonen. Sofort. Winestones Riesenproblem: Die Bilder von seinem neuesten Film sind zwar von beeindruckend brutaler Schärfe, der Ton der Originalaufnahmen aber klingt seicht, fade und harmlos.

Eine Katastrophe, denn Winestone zeigt – auf ästhetisch höchstem Niveau: Menschen, die foltern, Menschen, die töten… und Menschen, die sterben. Startschuss für lange Tage und noch längere Nächte vor flackernden Bildern im Tonstudio. Maximilian Schall beginnt zu zaubern: Fledermäuse fliegen, Menschen werden erstochen, während sie um ihr Leben schreien. Und auch wenn es für den Geräuschemacher fachlich kein Problem ist, einen blutigen Mord klanglich zum Höhepunkt zu treiben, indem er eine kunstvoll ein Messer in einen Kohlkopf bohrt, – künstlerisch zu Hause fühlt er sich in diesem grausigen Genre nicht. Ganz im Gegenteil.

Denn seine eigentliche Spezialität sind sensibel verspielte Nachvertonungen von Naturfilmen für Kinder. Schalls Kampf wird immer dramatischer. Und zwar nicht nur mit der permanenten Feuchtigkeit im Kondensatormikrofon, sondern auch mit dem eigenen Hirn und Herz: Ist die Schattenwelt zwischen Leben und Tod, in der er sich befindet, wirklich lediglich die eines großen Kunstwerks – oder ist es vielleicht doch die Realität?

Besetzung

Pressestimmen

„Unglaublich witzig, (…) schauspielerisch großartig und eine schöne Auseinandersetzung mit italienischen Trashfilmen der 70er Jahre.“
WDR Mosaik, 17.9.2018

„Im Tonstudio der renommierten Produktionsfirma Giallo Internationale erscheint der deutsche Sounddesigner Maximilian Schall (der unfassbar wandelbare Uwe Rohbeck gibt schon zum fünften Mal für Buttgereit erfolgreich Vollgas), der in letzter Sekunde einen mysteriös verschwundenen italienischen Tonmann ersetzen soll. Doch nicht nur die Arbeit an dem harten Filmstoff macht dem sanftmütigen und auf Naturfilme spezialisierten Tonexperten bald zu schaffen. (…) Im Studio hört dich niemand schreien ist Liebeserklärung, Dekonstruktion, Bloßstellung, Hommage, Entlarvung und Heiligsprechung einer Zeit, eines Genres und einer Art der Filmproduktion wie es sie nicht mehr gibt. Buttgereit und seinen Mittätern ist hier der bisher größte Wurf seiner Kinokultur-Reihe im Theater gelungen. (…)
Detailverliebtheit fängt schon bei der penibel recherchierten Ausstattung von Susanne Priebs an, die die Studiobühne in ein echtes 70er Jahre Tonstudio verwandelt. Selbst das tatsächlich aus der Zeit stammende Ton-Equipment auf der Bühne musste aus Kellerarchiven zusammengetragen und restauriert werden. (…) Buttgereit fügt so dicht an dicht alles Bekannte aus Dario Argentos filmischen und privatem Universum zusammen, um daraus eine ganz eigene Phantasmorgie seines Delirium Italiano zu kreieren. Zu Morricone und Goblin verschraubt der Berliner Argentos Tier-Trilogie und Hexenreigen zu einer herrlich absurden Nerd-Kollage im Tonstudio. Der besessene wie abseitige Giallo-Pate Dario (Ekkehard Freye rockte schon in Besessen und dreht hier seinen Verstärker nochmals auf), seine moralisch flexible Filmdiva und Ehefrau Janet Lee Curtis (Caroline Hanke scheint direkt aus Profondo Rosso gesprungen zu sein) sowie zwei vom schrägen Film-Übervater genervte Kinder (Alexandra Sinelnikova & Christian Freund) und die sexuell ausgebeutete Produktionsassistentin Eva Leone (Marlena Keil) runden den Reigen des Irrsinns um Maximilian Schalls Vertonungsarbeit in Italien ab.
Fast wünscht sich der Zuschauer ein drittes Auge, um während der intensiven Vertonungs-Sessions alles im Blick halten zu können: die schreienden Damen an den Mikrofonen, den immer hektischer rotierenden Schall und den manisch dirigierenden Dario in der hinteren Mischbox. Rohbeck musste für seine Rolle tatsächlich als Sounddesigner lernen und vollführt live alle gruseligen Toneffekte mit Messer, Kohl und Mohrrübe stellvertretend für Schlitzerei und Blutgemetzel.
Ein Theaterstück wie ein Axthieb, das den Zuschauer absichtlich gespalten und erfreulich zerstört zurücklässt, nur um danach noch viel tiefer in diesen Kosmos des Wahnsinns eintauchen zu wollen und von ihm aufgesogen zu werden.“
deadline – das Filmmagazin, 20.9.2018

„Und so kommt Rohbeck als Maximilian Schall in das Studio von Winestone. Der Horrorfilm versetzt ihm einen Kulturschock. Winestone führt offensichtlich einen Familienbetrieb, seine Geliebte, seine Tochter und sein Sohn haben tragende Rollen in der Blutbraut der Bestie mit den schwarzen Handschuhen.
Rohbeck ist urkomisch als etwas verklemmter Eigenbrötler, der zu den Briefen seiner Mutter von Zuhause immer den Zilpzalp hört, der dort brütet (und den die Tonregie einspielt). Dieser Schall scheint genauso aus dem Nest gefallen – mitten in ein Feld, das Winestone regiert. Freye verkörpert grandios den Regisseur, der zwar erkennbar möglichst viel Profit aus seinen Mitarbeitern schlagen will, der sich aber auch an den lustbesetzten Gewaltphantasien sichtlich selbst berauscht. Das sind hinreißende Momente, wenn Freye vom Hexentunnel erzählt, die Szene beginnt, Rohbeck Zucchini zerbricht und einen Wirsing erdolcht, um knackende Knochen und zerquetschte Innereien ins Ohr zu bringen, und dazu schreien die Darstellerinnen.
Marlena Keil gibt Eva viele Facetten von der ausgebeuteten Sekretärin über die fürsorgliche Freundin bis zum lüsternen Vamp. Caroline Hanke ist eine herrlich arrogante Geliebte, Alexandra Sinelnikova bringt in der Tochter die Gegensätze zusammen, einerseits die Frauenfeindlichkeit des Vaters anzuklagen, andererseits aber beim Schund vollauf mitzuschreien. Und Christian Freund mimt den eitlen, zweitklassigen Leinwandbeau – schon wie er mit einem Cocktail die Bühne betritt, ist sehenswert.
Dass nebenbei noch Kinogeschichte zelebriert wird (Winestones Sohn liebt Science Fiction wie 2001 – Odyssee im Weltraum) und angesichts der Übergriffigkeit des Regisseurs auch die Me-Too-Debatte ihren Niederschlag findet, schärft den Abend noch an. Das Ensemble gibt alles bei diesem Parforce-Ritt durch die Popkultur.“
Westfälischer Anzeiger, 19.9.2018

„Der ganz besondere Bühnenhorror mit dem neuen Buttgereit: Im Studio hört dich niemand schreien im Dortmunder Schauspiel. (…) Schall ist entsetzt, denn eigentlich arbeitet er nur für Tier- und Naturfilme. Und nun soll er in einem denkbar engen Studio die Todesschreie von gepeinigten Frauen bearbeiten, die dabei auch noch neben ihm stehen.
Rohbeck spielt diesen Schall hinreißend in seiner anfänglichen Verzagtheit und seinem Heimweh nach der Mutter. Doch das alles legt er mit der Zeit mehr und mehr ab, je länger er am Geräusche- und am Mischpult arbeitet. Er lebt sich ein in die Arbeit seines Auftraggebers Winestone (herrlich schmierig: Ekkehard Freye), und findet auch bald nichts mehr dabei, einen blutigen Mord klanglich zu untermalen, indem er die Klinge eines Küchendolchs langsam in einem Kohlkopf verschwinden lässt. Buttgereit ist ein wandelndes Kompendium des Schreckens.“
NRZ, 18.9.2018

  • Ekkehard Freye, Marlena Keil
  • Alexandra Sinelnikova, Marlena Keil, Caroline Hanke, Uwe Rohbeck
  • Uwe Rohbeck
  • Ekkehard Freye, Marlena Keil
  • Péter Sanyó, Uwe Rohbeck
  • Ekkehard Freye, Uwe Rohbeck
  • Uwe Rohbeck
  • Alexandra Sinelnikova, Marlena Keil, Caroline Hanke, Uwe Rohbeck
  • Alexandra Sinelnikova, Marlena Keil, Caroline Hanke
  • Christian Freund, Caroline Hanke, Ekkehard Freye, Uwe Rohbeck
  • Uwe Rohbeck
  • Christian Freund
  • Marlena Keil, Uwe Rohbeck, Caroline Hanke
  • Alexandra Sinelnikova, Uwe Rohbeck
  • Ekkehard Freye, Caroline Hanke
  • Uwe Rohbeck, Ekkehard Freye
  • Alexandra Sinelnikova, Ekkehard Freye, Christian Freund
  • Caroline Hanke, Christian Freund, Uwe Rohbeck, Ekkehard Freye, Alexandra Sinelnikova
  • Uwe Rohbeck
  • Kalender
  • Erinnerung
  • Weitersagen
  • Twitter
  • Facebook

23. Dezember 2018

Beginn: 18:00 Uhr

ENDE: 20:00 Uhr

Einführung: 17:30 Uhr

Studio (Schauspielhaus)

Weitere Termine Folgen

Sponsoren

Navigationsleiste

Hier können Sie Ihre Suche verfeinern.
Probieren Sie es aus! Klicken Sie einfach auf diesen Pfeil, um sich weitere Filtermöglichkeiten anzeigen zu lassen.
Durch Ihre Auswahl erhalten Sie Informationen zum Theater Dortmund, dessen Programm, den engagierten Künstlern und unseren Services
Hier können Sie die Anzeige der Internetseite Ihren speziellen Bedürfnissen anpassen. So können Sie die Schriftgröße anpassen und auf eine kontraststärkere Ansicht umschalten.
Ihre zentrale Anlaufstelle für sämtliche spielzeitbezogenen Informationen, unserem Programm, dem Ensemble aller künstlerischen Sparten und unserem Angebot vom Einzelkartenkauf bis hin zum Abonnement. Sie wählen die Sparte aus, die Sie im Besonderen interessiert und holen sich entweder spielzeitbezogen Informationen zu den Premieren, Wiederaufnahmen, Extras (Sonderveranstaltungen), dem Ensemble oder Abonnements oder springen direkt ins Programm des aktuellen Monats, der Woche oder genau dem Tag, an dem Sie uns besuchen möchten. Und zur Not setzen Sie Ihre Auswahl zurück und finden neue Inhalte.
Immer im Blick haben Sie unsere Kontaktmöglichkeiten für alle Ihre Fragen und Wünsche.
Das Theater Dortmund immer ganz nah - für Sie und mit Ihnen.