• Oper

Diskurs: Wagner

Institut (Schauspielhaus) & Opernfoyer

Moderierte Podiumsgespräche mit Stefan Keim und Malte Arkona

Der Komponist Richard Wagner (1813–1883) wird in den kommenden fünf Spielzeiten eine herausragende Bedeutung im Spielplan der Oper Dortmund haben. Fünf seiner Werke werden im Opernhaus gezeigt werden: Lohengrin inszeniert von Ingo Kerkhof, sowie ab der Spielzeit 2020/21 Der Ring des Nibelungen in der Regie von Peter Konwitschny. Den Anfang macht jedoch die Jugendproduktion Neverland (Premiere am 26.10.2019), die Wagners romantische Oper Lohengrin von einer anderen Seite beleuchtet.

In zwei Gesprächsrunden wird sich die Oper Dortmund mit Fragen beschäftigen, die thematisieren, inwieweit das Leben des Künstlers und das künstlerische Schaffen getrennt werden kann? Welchen Einfluss übt das Leben von Künstler_innen auf die Wahrnehmung ihrer Werke aus?

In der ersten Gesprächsrunde am 26.10. möchten wir auf die Widersprüchlichkeit zwischen Werk und Person zu sprechen kommen und am zweiten Tag, den 27.10., steht Wagners Antisemitismus im Mittelpunkt.

Tag 1: Samstag, 26.10. im Institut (Schauspielhaus)
Dunkle Flecken in Künstlerbiografien


Rund um die Premiere Neverland des Regisseurs Alvaro Schoeck wird sich die Oper Dortmund mit der Frage nach der Verbindung von Werk und Biografie des Künstlers auseinandersetzen, die bei diesem Komponisten besonders brisant scheint.

Richard Wagner war ein Mensch, der schon zu Lebzeiten polarisierte und dies bis heute tut. Seinem beeindruckenden musikalischen Schaffen stehen inakzeptable öffentliche Äußerungen und Schriften gegenüber. Er ist mit solchen Widersprüchen allerdings nicht alleine. Auch Künstler heutzutage haben dunkle Flecken in ihrer Biografie, wie der Sänger Michael Jackson oder der Schauspieler Klaus Kinski. Bei manchen wirken sich ihre politischen Überzeugungen negativ auf die Laufbahn aus und sie werden von Veranstaltern ausgeladen, wie es beim Maler Axel Krause oder der schottischen Band Young Fathers der Fall war. Ist dies ein guter Weg, mit Künstler_innen umzugehen? Oder sollte man Werke und Künstler_innen voneinander trennen? Und wie kann man für sich einen Weg finden, mit solchen Widersprüchen umzugehen?
 
Mit dieser Frage beschäftigen sich die Kunstschaffenden Alvaro Schoeck (Regisseur) und Thierry Tidrow (Komponist) sowie Pauline Axthelm (Studentin) und Clara Schamp (FSJlerin) als Kunstkonsumenten. Durch die Diskussion führen wird der Fernsehmoderator Malte Arkona und auch das Publikum ist herzlich eingeladen, sich einzubringen.

Alvaro Schoeck: freier Regisseur sowohl für Sprech- als auch Musiktheater in Deutschland und der Schweiz. An der Oper Dortmund zeichnet Alvaro Schoeck in der Spielzeit 2019/20 für die Inszenierung von Neverland sowie das Konzept und die Gesamtleitung der performativen Soundcollage Sounds of Dortmund verantwortlich.

Thierry Tidrow: Komponist mit zahlreichen Aufführungen in  Europa und Nordamerika. In der Spielzeit 2019/20 ist Thierry Tidrow Composer in Residence an der Oper Dortmund, nachdem hier bereits in der vergangenen Spielzeit seine Mobile Oper Nils Karlsson Däumling zu sehen war. Darüber hinaus zeichnet er für die neue Uraufführung der Bürgeroper verantwortlich.

Pauline Axthelm: Studentin der Philosophie, Politik und Literaturwissenschaft und aktives Mitglied des Opernclubs der Oper Dortmund

Clara Schamp: FSJlerin der Oper Dortmund / Regieassistentin Neverland


Tag 2: Sonntag, 27.10. im Opernfoyer
Unerträglich antisemitisch, polarisierend und kompositorisch genial


Neben seiner Musik steht Wagners antisemitische Haltung in der öffentlichen Diskussion.

Ist es möglich sich nur auf die Musik zu konzentrieren und die sozial-politische Gesinnung des Komponisten zu ignorieren? So sehr Kunstwerke für sich sprechen können und keinem gesellschaftlich-politischem Duktus unterworfen sein wollen oder mögen, so sehr sind die gesellschaftlich-politischen, ökonomischen und sozialen Umstände nicht aus der Entstehung eines Werkes wegzudenken.

Das Gesprächsformat möchte sich der Rezeption Wagners aus unterschiedlichen Perspektiven nähern. Eingeladen wurden dafür Prof. Dr. Stephan Mösch und Prof. Popp, die sich sowohl theoretisch, als auch praktisch mit Wagners Schaffen auseinandergesetzt haben und Merav Goldmann, Hornistin (West-Eastern Divan Orchestra), die in Israel aufgewachsen ist und zur Zeit in Berlin lebt. Moderiert wird die Gesprächsrunde von dem Theaterkritiker und Journalisten Stefan Keim.

Prof. Dr. Stephan Mösch ist Professor für Ästhetik, Geschichte und Künstlerische Praxis des Musiktheaters an der Hochschule für Musik in Karlsruhe. Von 1994-2013 arbeitete Stephan Mösch als verantwortlicher Redakteur für die Fachzeitschrift Opernwelt. 2012 wurde er ins Kuratorium der Richard-Wagner-Stiftung zur Neugestaltung des Richard-Wagner-Museums in Bayreuth berufen.
 
Prof. Gotthard Popp war ab 2004 Celloprofessor an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf. Er war Solist und Mitglied des „Brahms-Trios“ in 25 Ländern und Mitglied im Festspielorchester Bayreuth. Von 2003 bis 2012 war er künstlerischer Leiter des Orchesterzentrum | NRW. Er ist im Vorstand des Richard-Wagner-Verbandes Dortmund e.V. .

Merav Goldman, Studium der Musik, Horn, in Tel Aviv,  New York und Berlin, Mitglied im West-Eastern Divan Orchestra, Staatskapelle Berlin. Sie ist Merav ist Stipendiatin der America-Israel Cultural Foundation und der Barenboim-Said Foundation.

Besetzung

  • Moderation am 26.10.: Malte Arkona
  • Moderation am 27.10.: Stefan Keim
  • Kalender
  • Erinnerung
  • Weitersagen
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27. Oktober 2019

Beginn: 11:15 Uhr

ENDE: 13:00 Uhr

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