• Die Show - Schauspiel
    Die Show - Schauspiel © Schauspiel Dortmund
  • Sebastian Kuschmann © Voxi Bärenklau
  • Tommy Love and the Smilers © Birgit Hupfeld
  • Wiebke Rüter und Carlos Lobo © Birgit Hupfeld
  • Peer Oskar Musinowski © Birgit Hupfeld
  • Robin Otterbein, Frank Genser, Uwe Schmieder, Julia Schubert © Birgit Hupfeld
  • Frank Genser, Julia Schubert, Eva Verena Müller und Peer Oskar Musinowski © Birgit Hupfeld
  • Frank Genser, Uwe Schmieder, Julia Schubert, Peer Oskar Musinowski, Eva Verena Müller © Birgit Hupfeld
  • Julia Schubert, Sebastian Graf und Frank Genser © Birgit Hupfeld
  • Frank Genser und Julia Schubert © Birgit Hupfeld
  • Friederike Tiefenbacher, Julia Schubert und Frank Genser © Birgit Hupfeld
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  • Bettina Lieder © Birgit Hupfeld
  • Robin Otterbein, Uwe Rohbeck und Frank Genser © Birgit Hupfeld
  • Frank Genser und Sebastian Graf © Birgit Hupfeld
  • Robin Otterbein, Frank Genser, Björn Gabriel, Bettina Lieder, Andreas Beck © Birgit Hupfeld
  • Merle Wasmuth, Carlos Lobo und Frank Genser © Birgit Hupfeld
  • Tommy Love and the Smilers, Julia Schubert und Frank Genser © Birgit Hupfeld
  • Julia Schubert und Frank Genser © Birgit Hupfeld
  • Sebastian Kuschmann, Julia Schubert und Frank Genser © Birgit Hupfeld
  • Robin Otterbein und Julia Schubert © Birgit Hupfeld
  • Tommy Love and the Smilers, Robin Otterbein, Uwe Schmieder und Julia Schubert © Birgit Hupfeld
  • Ekkehard Freye, Björn Gabriel und Frank Genser © Birgit Hupfeld
  • Sebastian Graf und Merle Wasmuth © Birgit Hupfeld
  • Frank Genser und Julia Schubert © Birgit Hupfeld
  • Bettina Lieder und Sebastian Graf © Birgit Hupfeld

DIE SHOW

Schauspielhaus Dortmund

Ein Millionenspiel um Leben und Tod von Kay Voges, Anne-Kathrin Schulz und Alexander Kerlin
Frei nach Wolfgang Menge und Tom Toelle

Uraufführung

Wetten dass..? war gestern - jetzt geht es um alles! Das deutsche Volk hat schon viel zu lange die schönste Saalwette gekürt, den Dschungelmonarchen gekrönt, das Topmodel gecastet, den Superstar gesucht oder den Raab geschlagen. Jetzt flüchtet ein Mensch um sein Leben und muss über alle Grenzen. Für eine Million Euro. Und Sie sind live dabei! Die spektakulärste Show der Gegenwart! Mit zahlreichen internationalen Showacts wie Baby Bengg aus Japan – moderiert wie immer von Ihrem geliebten Bodo Aschenbach und seiner reizenden Assistentin Ulla!“

So wirbt der Fernsehsender DIE-TV für die heftig umstrittene DIE SHOW. Wer riskiert für 1.000.000,- Euro sein Leben und tritt an gegen das gerissene Killer-Kommando? In der zehnten Staffel heißt dieser Mann Bernhard Lotz: Ein freundlicher Bäckergeselle aus Dortmund, durchtrainiert bis in die letzte Muskelfaser, wagemutig und vielseitig ausgebildet wie ein antiker Zehnkämpfer. Aber wird Lotz es schaffen, die fünf überharten Spiele zu durchstehen, die sich Bruno Hübner, Natascha Linovskaja und Howie Bozinsky vom Kommando für ihn ausgedacht haben? Und wird er den sechsten Tag überleben und es bis ans Ziel seiner Träume schaffen, wenn das Kommando ihn quer durch Dortmund treibt und nichts im Sinn hat als ihn zu töten? Wer bekommt am Ende den Geldkoffer, der im Schauspielhaus Dortmund deponiert ist – Flüchtling oder Jäger?

Die Regeln des Spiels (entwickelt in enger Abstimmung mit §22 des Gesetzes zur selbstbestimmten Freizeitgestaltung vom 1. März 2014) sind wie folgt: Spielarena ist das gesamte Dortmunder Stadtgebiet. Der Kandidat ist unbewaffnet. Seine Jäger haben am sechsten Tag die Lizenz zum Töten. Je später sie ihn töten, desto höher ihr Preisgeld. Der Kandidat gewinnt das Spiel nur, wenn er während der Live-Show auf der Bühne eigenständig den roten Buzzer drückt.

Noch einmal aus dem Werbetext von DIE-TV: „Lassen Sie sich also prächtig unterhalten, wenn eine Kreatur um ihr Leben ringt. Das ist Ihr gutes Recht als Fernsehzuschauer. Und urteilen Sie selbst: Hat Bernhard Lotz ein besseres Leben verdient – oder den Tod?“

DIE SHOW ist ein Stück von Kay Voges, Alexander Kerlin und Anne-Kathrin Schulz, für das die drei Theatermacher u.a. die Mediensatire „Das Millionenspiel“ von Wolfgang Menge (1970) weiterentwickelt und um zahlreiche Gegenwartsbezüge erweitert haben: Flucht, Grenzen, die Zukunft Europas und des Nationalstaats Deutschlands sowie die medialen Diskurse und Vorurteile um diese Themen herum – eingefasst in ein Show-Format, dass so scheinbar harmlos und sexy daherkommt wie „Wetten Dass..?“ oder „Tutti Frutti“. Ist die DIE SHOW also Fernsehen at its best? Unterhaltung, Politik, Nationalgefühl, ungebremste Schaulust, populistische Vorurteile und Meinungsmache bauen sich in der DIE SHOW aneinander auf – und zwar wie so oft in der Betrachtung und Bewertung des Elends eines Einzelnen.

Bernhard Lotz steht exemplarisch für das menschliche Drängen hin zu einem besseren Leben – was vom Publikum bekanntlich so lange goutiert wird, bis es sich selbst davon bedroht fühlt. Denn der Spaß hört immer genau dort auf, wo sich das Gefühl ausbreitet, die eigenen Honigtöpfe seien in Gefahr. Wer um seinen Besitz bangt, wer in Sorge um die Sippe ist, macht bekanntlich die Schotten dicht, lässt die Rollläden herab, zieht kilometerlange Stacheldraht-Zäune und Mauern hoch und schaut dann nachdenklich dabei zu, wie sich die Elenden die Stirn an den selbst gezogenen Grenzen blutig schlagen. Ein Spiel? Auch für die DIE SHOW gilt die alte Weisheit: Nichts ist ohne Ambivalenz.

Diskutieren Sie mit uns in den Sozialen Netzwerken unter #dieshowDo. Das Programmheft 3.0 zu DIE SHOW finden Sie auf dem Blog des Schauspiel Dortmund.

Die für DIE SHOW entwickelte Software beinhaltet u.a. eine Library der Firma skaarhoj.com (Open Source, CC-by-sa license).

Besetzung

  • Bruno Hübner, DIE-TV-Sendeleiter Engelbrot: Andreas Beck
  • Howie Bozinsky, Dr. Burscheid, Stimme vom BVB-Trainer: Björn Gabriel
  • Bodo Aschenbach: Frank Genser
  • Neonazi, Chirurg: Sebastian Graf
  • Johannes Rust (Jesus): Sebastian Graf, Christoph Jöde
  • Koch, Prof. Dr. Köhler, Oberbürgermeister, Dr. Soest: Ekkehard Freye
  • Bernhard Lotz: Sebastian Kuschmann
  • Natascha Linovskaja, Nonne, Clown, Sylvia Saint-Nicolas: Bettina Lieder
  • Warm-Upper, Außenkorrespondent Kai Enter: Carlos Lobo
  • Baeby Bengg, Brit Bo, Chirurgin, Cracknutte: Eva Verena Müller
  • Der Bär Shibuyo, Sanitäter, Ricardo Gomez de la Hoz, Samuel Fehmann: Peer Oscar Musinowski
  • Dr. Karl-Heinz Lotz, Inspektor Schöbel, Notar Dr. Fletscher: Uwe Rohbeck
  • Trilinguale Aufnahmeleiterin, Nonne: Wiebke Rüter
  • Elisabeth Lotz, Chirurg, Hauptmann: Uwe Schmieder
  • Ulla, Candy: Julia Schubert
  • DIE-TV-Expertin Nina Truhe, Erna Vosswinkel, Ärztin Dr. Fleck: Friederike Tiefenbacher
  • Außenkorrespondentin Valery Mey, Nonne: Merle Wasmuth
  • Tommy Love and the Smilers:
  • Bandleader, Piano, Gesang: Tommy Finke
  • Bass, Gitarre, Gesang: Stefan "Pele" Götzer
  • Cello, Gitarre, Gesang: Daniel Brandl
  • Schlagzeug: Sven Petri
  • Sub Schlagzeug: Stephan Schott
  • Sub Gitarre: Jan-Sebastian Weichsel
  • Cheerleader: Melinda Aydogdu, Janine Dahlbruch, Laura Dec, Mayowa Ojo, Omolade Ojo, Angelina Overwaul-Trumpf, Saskia Zabel (Dortmund Giants Cheerleader)
  • Motocrossfahrer: Matthias Braune, Udo Girhards, Robin Gubala, Stephan Mielke (Team Schelter Racing)
  • Horrorkind: Lili Schnabel
  • Limousinenfahrer: Michael Bohnen
  • Blinded Band: Tommy Love & The Smilers
  • DJs, Partyteam & -Gäste: ALL THE TIME Musik- und Kunstkollektiv & Friends
  • Zwei Bäcker: Christian Igel, Michael Pfumpfe
  • Fahrradfahrer: Tilman Oestereich
  • Reporter: Jan Voges
  • Muslima: Alexander Kerlin
  • Adjutant: Christian Wolf
  • Alphornbläser; Chirurg: Manfred Tari
  • Domina: Niels Beck
  • Reporterteam vor Disco: Silke Hempel, Maren Kuhlmann, Ramon Hühn, Djamak Homayoun
  • Bestatter: Alexander Kerlin, Anne-Kathrin Schulz
  • Die Hunde Mobsi, Tricksi, Hitler: Momo, Alba, Eve
  • Passanten: Voxi Bärenklau, Barbara vor den Bäumen, Jo Bullmann, Lilli Fehr-Rutter, Henri Hoffmann, Jörg Karweick, Alexander Kerlin, Beate Ritgen, Edgar Rupp, Matthias Seier, Mona Ulrich, Andreas Vollmer, Lea Sofie Wesner
  • Ankleider; Maskenbildner: Marika Erdmann, Tanja Grewe, Natascha Kohnke, Christiane Petri, Gabriele Paulus, Susanne Mundt, Matthias Ritzrau
  • Securityguards: Bühnentechnik Schauspiel Dortmund
  • Regie: Kay Voges
  • Director of Photography: Voxi Bärenklau
  • Bühne und Set-Design: Michael Sieberock-Serafimowitsch
  • Kostümbild: Mona Ulrich
  • Komposition und Musikalische Leitung: Tommy Finke
  • Editing: Mario Simon
  • Lichtdesign: Voxi Bärenklau
  • Licht: Sibylle Stuck
  • Ton (Filmset und Bühne): Gertfried Lammersdorf, Andreas Sülberg, Chris Sauer
  • Sounddesign Film-Einspieler: Mario Simon, Gertfried Lammersdorf
  • Soundmix Film-Einspieler: Gertfried Lammersdorf, Jörn Michutta, Chris Sauer
  • Medien CI, Motion Graphics: Nicolai Skopalik, sputnic
  • Executive Producer: Mirjam Beck
  • Produktionsleitung: Annika Maria Maier
  • Dramaturgie: Anne-Kathrin Schulz, Alexander Kerlin
  • Dreh:
  • Kamera: Jan Voges
  • Additional Kamera: Mario Simon
  • 1. Kameraassistenz: Natalie Plaskura
  • 2. Kameraassistenz: Robin Otterbein
  • Oberbeleuchter: Marwin Stindt
  • Beleuchter: Martin Olmert, Nicolas Rohr, Sibylle Stuck
  • Zusatzbeleuchter: Dirk Henkel
  • Copterpilot: Pascal Rumm
  • Copterkamera: Hendrik Fellerhoff
  • Maske Filmset: Miriam Hübner
  • Additional Maske Filmset: Gabriele Paulus, Matthias Ritzrau, Susanne Mundt, Monika Knauer, Natascha Kohnke, Annika Niessen
  • Schnitt: Mario Simon, Kay Voges, Voxi Bärenklau, Oliver Moser, Marvin Perchner
  • Special Effects: Wolfgang Stabe, Ralf Bahr, Robert Latuske (STABE! Company, Waffen und Pyrotechnik), Michael Otto
  • Additional Special Effects: Anton Nesaraj, Lucas Pleß
  • Locationscout: Mario Simon
  • Script Continuity: Wiebke Rüter
  • Special FX: Mario Simon
  • Color Correction: Mario Simon, Voxi Bärenklau
  • Live Medienschnitt Bühne: Mario Simon
  • Live Cams Bühne: Jan Voges
  • Steady Cam Operator Bühne: Robin Otterbein
  • Regieassistenz und Aufnahmeleitung: Tilman Oestereich, Wiebke Rüter
  • Bühnenbild- & Set-Assistenz: Jan P. Brandt, Clara Hedwig
  • Additional Regieassistenz Bühne: Maximilian Steffan
  • Dramaturgieassistenz und Script-Supervision: Matthias Seier
  • Social Media Konzept: Laura Sander
  • Technische Assistenz Bühne: Aleksandra Gnielka
  • Additional Set-Assistenz: Leonhard Schonig
  • Additional Bühnenbildassistenz: Ronny Wollmann
  • Regiehospitanz: Fedor Bräutigam, Nina Steinert, Merle Ruge
  • Bühnenbild- und Set-Hospitanz: Carolina Nooß, Mia Katharina Reiss
  • Additional Engineering-Support Kameras Bühne: Dominik Bay
  • Additional Engineering-Support Kameras Bühne : Lucas Pleß
  • Videohospitanz Bühne: Robin Epkenhans, Joscha Richard
  • Soufflage, Text-Coaching: Marie Helbing, SuSe Kipp
  • Inspizienz: Tilla Wienand

Pressestimmen

„Drei Stunden sagt die Uhr, anderthalb sagt das Zeitgefühl. Eigentlich ist es mit der finanziellen und technischen Ausstattung des Schauspiels nicht möglich, so eine kolossale, sprühende Inszenierung hinzukriegen. Aber das war Kay Voges und den vielen anderen Schauspiel-Mitarbeitern offenbar egal. (…) Das Stück fackelt ein Feuerwerk an Ideen ab. (Live-) Musik, Videos, Ausstattung, tolle Kostüme – alles vergackeiert die abgefeimten Rituale, mit denen Sender um Zuschauer buhlen. Böse, treffend, schallend komisch. (…) Sehenswert.“
Ruhr Nachrichten, 25. August 2015

„BILD meint: härter als ,Dschungelcamp' und ;Big Brother'!“
BILD, 22. August 2015

„Immer stärker werden im Laufe der drei Stunden die Anspielungen auf die Lage von Flüchtlingen eingestreut, die sich vermutlich ohne Schlaf, Essen und Ausweis, wie Bernhard Lotz, genauso vogelfrei fühlen und ebenso ihr Leben aufs Spiel setzen - nur eben auf dem Mittelmeer und nicht in den Straßen von Dortmund. Das (…) bekommt geradezu metaphorische Bedeutung. Denn an der lustvollen Selbstbetäubung des saturierten Europas im Angesicht der Dramen vor den Grenzen haben sicher auch die degenerierten Fernsehshows von heute ihren Anteil. (…) Ein intelligenter und beklemmender Abend.“
Deutschlandfunk, 24. August 2015

„Kaum vorstellbar, dass das Schauspiel das in dieser Saison noch steigern kann. Ein grandioses Theaterspektakel: in fast jeder Hinsicht sehr, sehr gut gemacht und kolossal aufwendig.“
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 25. August 2015

„Drei Stunden ohne Pause, fast wie bei Gottschalk. Die Mediensatire ist deutlich unterhaltsamer als die Vorlagen. Und sie legt dabei auch noch das unausgesprochene Programm der Shows frei, unaufdringlich, ohne in den Zeigegestus zu verfallen: Kommerz, Egoismus, Menschenverachtung, Nationalgefühl. Ist das wirklich beruhigend, wenn der Chefkiller versichert: ,Solange das Kommando unterwegs ist, muss sich Deutschland keine Sorgen vor Flüchtlingen machen!'?"
Westfälischer Anzeiger, 24. August 2015 

„Man weiß kaum, was man an dieser Fülle, an der mehr oder weniger das gesamte Schauspiel-Team beteiligt ist, zuerst loben soll.“
Dortmunder Kulturblog, 24. August 2015 

„,Die Show' von Kay Voges ist üppig, reich an Details und an scharfzüngigem Humor, sie wird ausgezeichnet gespielt und ist gespickt mit den markanten Filmclips von Voxi Bärenklau. Vor allem aber ist sie äußerst unterhaltsam, wenn nur nicht alles so zum Heulen wäre. Und sie verlangt nach dem ultimativen Selbsttest: Ob man zukünftig noch irgendeine Show, sei es von privater oder öffentlicher Hand, im Fernsehen ertragen wird, deren bedenkenloser Konsum selbst eine gefährliche Flucht vor der Wirklichkeit bedeutet. Nicht zuletzt wie hier eine Flucht vor der realen Flüchtlings-Wirklichkeit. Wo Zuschauer sich der Show verweigern, liegt die Wurzel der Veränderung.“
Nachtkritik, 24. August 2015

  "Moral war gestern, Spass an Gewalt ist heute. (...) Das Publikum reagiert mit Standing Ovations und schockstarren Gesichtern. Eine durch und durch sehenswerte Medienfarce, die verdeutlicht, wie weit die Gewöhnung an Dschungelcamp & Co fortgeschritten ist und wie nah die Unterhaltungsindustrie dieser Horrorvision bereits ist."
Coolibri, 10/2015

„So perfekt das alles gemacht ist, bleibt die Frage, warum das auf eine Theaterbühne gehört. Die zahlreichen eingestreuten Anspielungen auf das hochaktuelle Thema Flucht rechtfertigen den Abend nicht allein. Es ist etwas anderes, was nur im Theater möglich ist. Der Zuschauer befindet sich von Anfang an in einer merkwürdigen Zwischenwelt. Als applaudierendes Publikum sind wir ja selbst Teil der DIE SHOW (…). Wir sind aber gleichzeitig einfach Theaterzuschauer, die sich damit gewissermaßen selbst beim braven Mitklatschen und mit Knicklichtern-Wedeln zusehen. Und diese Doppelrolle ist es, die den Abend als genuinen Theaterabend auszeichnet. Wo das Fernsehen den Zuschauer durch eine Glasscheibe in sicherem Abstand hält, wo das Studio, in dem die Liveshow stattfindet, den Zuschauer eindeutig zum Teil der Kulisse macht, weist das Theater ihm eine unsichere Rolle zu, in der er sich ständig entscheiden muss, was er tut.“
Ruhrbarone, 27. August 2015

",Diese Chance, in einer Woche eine Million zu verdienen - das ist soziale Gerechtigkeit', wird die tödliche Spielidee des TV-Formats gepriesen. Und äußerst kurzweilig und ideenreich bekommen alle ihr Fett ab: die Politiker und Kritiker, die Raabs und Lanz‘. (…) Eine grandiose, glänzend gespielte und herrlich von Mona Ulrich kostümierte Inszenierung.“
Stadt-Anzeiger, 25. August 2015

"Wann immer der Applaus-Schalter betätigt wird, springt das Publikum darauf an. Auch wenn im Verlauf der drei Stunden langen Produktion das Thema Flüchtlinge – ebenso hungrig und ohne Schlaf auf der Flucht wie Bernhard Lotz – immer häufiger angesprochen wird. Es hat keinerlei Wirkung. (...) Der Schluss-Applaus will kein Ende nehmen. Sicherlich gilt er dem intelligent konzipierten Abend und der bestechenden Leistung aller Mitwirkenden. Ist aber bedauerlicherweise auch ein Beweis dafür, dass zumindest die Mehrzahl der Theaterbesucher sich dem gedankenlosen Konsum dieses perfiden, menschenverachtenden Entertainments hingegeben und nicht im Traum sich auch nur kurzzeitig der brutalen Realität des Flüchtlingsproblems gestellt hat."
Theater Pur, 2. September 2015

„Das Dortmunder Ensemble spielt mit riesiger Energie, parodiert lustvoll Klischees des Trashkinos, die Shownummern gelingen zum Teil sensationell. Vor allem Eva Verena Müller begeistert als völlig durchgeknallte japanische Popsängerin Baebi Beng. (…) Die Show bricht niemals auseinander, das System ist so flexibel und die Moderatoren agieren so souverän, dass sie niemals wirklich in Gefahr geraten. Das könnte man als Schwäche der Inszenierung verstehen, aber auch als Teil ihrer Aussage. Das Leben ist eine Show, wir können ihr nicht entkommen.“
Deutschlandradio Kultur, 23. August 2015

"Bis ins kleinste Detail führen Voges und sein Team uns den täglichen TV-Wahnsinn vor: die ausgeweideten Emotionen, den auf Quote schielenden Menschenzirkus, das Gehechel des Echtzeit-Journalismus, sabbernd vor Gier nach jedem neuen Nachrichten-Schnipsel - fein beobachtet und virtuos persifliert."
Revierpassagen, 26. August 2015

„Eine Monumentalproduktion, eine opulente Satire auf die Überwältigungsästhetik großer Unterhaltungsshows.“
SWR 2 Kultur, 24. August 2015

"Das Theater scheint sich nicht mehr viel zuzutrauen. Symptomatisch für ein aggressives Trendstrebertum steht die auf dem Internetportal ,Nachtkritik' von einem Dramaturgen geforderte ,Säuberung des Theaters von seiner Geschichte.' (...) Ein Beispiel hierfür ist Kay Voges jüngste Dortmunder Inszenierung ,Die Show' (...) Der Dramaturg arbeitet übrigens an diesem Dortmunder Theater. (…) Das wäre nicht weiter wichtig, wenn die konfusen Parolen des Dramaturgen nicht teil einer auch an anspruchsvolleren Bühnen zu beobachtenden Entwicklung wären. Als würde das Theater an seinen eigenen Darstellungsmitteln zweifeln, sucht es sein Heil in der Adaption anderer Genres."
Süddeutsche Zeitung, 28. August 2015

"Heute bereits reagiert Peter Laudenbach in der Süddeutschen Zeitung. Wobei zuallererst auffällt, dass Laudenbach den von ihm als ,aggressives Trendstrebertum' gegeißelten Artikel gar nicht richtig gelesen haben kann. (...) Dramaturg Alexander Kerlin fordert nicht die ,Säuberung', sondern: ,Wenn nicht die ganze Gülle und der Schlamm des letzten Jahrhunderts aus den Gullideckeln hochkommen und uns ernsthaft in Gefahr bringen sollen, müssen wir uns fragen, wie wir die Kultur-Vererbung über den Epochenbruch der Digitalen Revolution hinweg aktiver gestalten wollen.'"
Nachtkritik, 28. August 2015

„Es gibt da immer sehr viele Querverweise, und was ich besonders interessant finde, auch die Medienkritiker sind eingebunden, die kommen zu Wort. Sie dürfen sagen, dass sie das alles ganz abscheulich finden und dass diese Gewaltdarstellung überhaupt nichts ist, und damit sind sie Teil des Systems geworden. Man macht sie mundtot, indem man sie zu Wort kommen lässt. (…) Dieses System ,Show' ist unangreifbar, die Moderatoren sind so souverän, dass sie alles wegbügeln können. Aber ich glaube, genau das ist die Aussage: Wir kommen heute nicht mehr raus aus der Dominanz der Show. (…) An der Oberfläche ist der Abend extrem unterhaltsam, aber ich glaube, je mehr man hineinschaut, umso mehr findet man da auch irgendwelche Haken und Anhaltspunkte.“
Stefan Keim in WDR Mosaik, 24. August 2015

„Es gibt kein unschuldiges Sehen. Von Anfang an ist da diese Komplizenschaft. (…) Carlos Lobo als Anheizer verführt und bedrängt die Zuschauer, formt aus ihnen eine Einheit, die die Signale hört und auf Kommando klatscht. (….) Das giftige Glück der Gemeinschaft, oder wie das Moderatoren-Duo ausruft: ,Ein Volk – eine Sendung.' (…) Natürlich ist die ,DIE SHOW' Trash, aber auch nur einen Alptraum von den Sendungen entfernt, die heute produziert werden. Wer Menschen zwingt, Kakerlaken und Maden zu essen, warum sollte der nicht auch auf sie schießen lassen?“
Kulturkenner, 1. September 2015

"Alles perfekte Simulation der Simulation. Das Dortmunder Schauspiel kann es dank seiner Erfahrung mit der Integration digitaler Medien in das Theater mit jeder Fernsehproduktionsfirma aufnehmen. Und die Theaterschauspieler zeigen, dass sie ihren besser bezahlten Fernsehkollegen auch im populären Unterhaltungsfach durchaus überlegen sind.(...) Im Übrigen wirkt die Immunisierungsstrategie wie schon beim ,Millionenspiel'. Kritiker werden integriert, die Medientheoretiker sagen als Showgäste ihre klugen Sätze: ,Die Dauerhysterisierung stabilisiert die Produktionsbedingungen von Gewalt, die sie zu kritisieren vorgibt.' Die richtige Analyse, in den Zusammenhang der Show gebracht, hilft nicht. Zuschauen macht schuldig, wie Kay Voges im Interview erklärt. Abschalten ist persönliche Hygiene, hilft aber auch nicht wirklich."
Theater heute, 10/2015

„Aus der Dystopie ,Das Millionenspiel' von einst wird in Dortmund ein schrill-buntes Höllengemälde der Gegenwart. Jeff Koons trifft Hieronymus Bosch. Wir amüsieren uns vielleicht nicht zu Tode, aber damit wir uns amüsieren, dürfen auch Menschen zu Tode kommen.“
K.WEST, Ausgabe 09/15

„Um alle kleinen Feinheiten zu erkennen, sollte man öfter in die ,DIE SHOW' gehen. Ein unterhaltsamer, aber auch nachdenklicher Abend. “
Ars-Tremonia, 25. August 2015

Kommentare

Peter Schliebs, 23. August 2015
Konnte Kay Voges hellsehen - der Bezug zur Realität ist schier erschreckend. Viel Erfolg!
Karl-Heinz Besler, 24. August 2015
Danke. Eine tolle Show zu Beginn der neuen Spielzeit. Das "StadtTheater" Dortmund hat wirklich viel mit der Stadt Dortmund gemeinsam und das Verständnis dieser Stadt im Theater finde ich einfach überragend. Glückwunsch !!! Bemerkenswert die Texte, das Ensemble, alle Mitwirkenden haben ein grosses Lob verdient. Weiter so und nicht beirren lassen, durch den Umzug und viele Hindernisse, die jedes Jahr wieder auftauchen, vielleicht auch einmal den Bürgermeister aus dem Bett holen, wenn es nötig ist. Auch die Begleitung des neuen musikalischen Leiters, nach den grossen Spuren von Paul fand ich hervorragend. Toi, toi, toi
Matthias Schlensker, 24. August 2015
Chapeau! Dem Dortmunder Schauspiel ist ein genialer Saisonauftakt nach Maß geglückt, in den die in den vergangenen Spielzeiten erworbenen Fertigkeiten und Merkmale eingeflossen und zu einem neuen Höhepunkt geführt worden sind, auch wenn Experimentelles kaum bemüht wurde - was in einer satirischen Übersteigerung der jetzigen Unterhaltungskultur allerdings auch weniger angebracht gewesen wäre. Mein erstes Kompliment gilt den kreativen Autoren, deren Drehbuch die Zuschauer in ein Wechselbad der Empfindungen tauchte: von herzhafter Komik über Pointen, die im Halse steckenblieben, bis hin zur Betroffenheit von ernsthaften gesellschaftlich-kulturellen Problemen, und das Ganze mit Dortmunder Lokalkolorit und mannigfachen Anspielungen an die Unterhaltungsszene gewürzt, geschrieben von Meistern des Makabren und der Respektlosigkeit vor Machern und Autoritäten. Mein zweites Kompliment gilt der Inszenierung, die den Zuschauer im Szenarium einer fiktiven Fernsehshow gefangen hielt, die eventuellen realen Vorbildern aufzeigte, wer hier eigentlich der Könner und Meister ist - hoffen wir, dass die kommerziellen Sender keine Dortmunder Regietalente abwerben! Mein drittes Kompliment gilt schließlich dem Ensemble, das sich in einer großartigen Leistung alles abverlangt hat, das im individuellen Ausdruck wie auch im Zusammenspiel perfekt agiert hat - dieses Lob gilt sämtlichen Akteuren ohne Ausnahme. Stellvertretend für alle hebe ich Frank Genser hervor, an dem sich Dieter Thomas Heck im Jahre 1970 beim im Fernsehen ausgestrahlten "Millionenspiel" vorausschauend eine Scheibe hätte abschneiden können - "DIE SHOW" beinhaltet im Vergleich hierzu übrigens ein weiteres wesentlich entscheidendes Moment! Drei Stunden lang wurde das Publikum in Atem gehalten, und es verging nicht ein Augenblick des Leerlaufs oder der Langeweile. Deshalb, aber auch angesichts der Vielzahl von im ersten Anlauf nicht unmittelbar wahrgenommener Anspielungen lohnt es sich, bei nicht einzig einer Vorstellung dieses Stücks anwesend zu sein.
Barbara Theuerl, 11. Oktober 2015
Beklemmend wahrhaftig und real. Unbedingt ansehen! Und wer während der "Die Show" den Impuls verspürt zu applaudieren und Leuchtstäbchen zu schwenken, mag sich fragen, was da gerade mit ihm passiert. Danke an das gesamte Team für dieses Abbild. Davon abgesehen: tolle Regieeinfälle und großartige Ensemble-Leistung.
Theresa Ditz, 25. Dezember 2015
Wir waren mit zwei Deutsch-Leistungskursen in dem Stück. Was anfangs noch wie ein langweiliger Schulausflug wirkte, entpuppte sich spannender als jeder Kinofilm... Wir haben Tränen gelacht und Gänsehaut bekommen. Oft wurde gar nichts gesagt, da uns das Lachen im Hals stecken blieb. Es ist eine gefährliche Art und Weise, eine solche Vielfalt an sozialen Schwierigkeiten in einem Theaterstück derart meisterhaft einzuarbeiten...Auch die Methode die Zuschauer in ihrem Denken und ihren Meinungen anzugreifen und sie dennoch nicht aus dem Theater stürmen zu lassen, war bewundernswert. Ein kräftiges Lob an alle Mitwirkenden, vor allem auch an die Schauspieler, welche in verschiedene Rollen schlüpfen konnten, sodass wir es überhaupt nicht gemerkt haben. Ich werde wiederkommen!
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23. August 2015

Beginn: 19:30 Uhr

ENDE: 22:30 Uhr

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