• Autorin Ece Temelkuran © privat

Buchpremiere: Ece Temelkuran

Studio (Schauspielhaus)

Wenn dein Land nicht mehr dein Land ist oder Sieben Schritte in die Diktatur. Lesung und Diskussion. In deutscher, englischer und türkischer Sprache

Eines Morgens wachst du auf und fragst dich, ob dieses Land, in dem du dich immer zuhause gefühlt hast, in dem du zur Wahl gehst und das du – trotz aller Kritik! – deine Heimat nennst, noch dein Land ist. Dieser Morgen kann der Morgen nach dem Putsch in der Türkei sein, nach der Brexit-Entscheidung oder einer europäischen Wahl, die Rechtspopulisten neue Rekordwerte eingebracht hat: Populismus ist zur globalen Krankheit geworden.

Anstatt in politische Schockstarre zu verfallen, nach dem Bösen in der Natur des Menschen zu fragen oder sich ins innere Exil zu begeben, müssen wir, so Ece Temelkurans dringender Appell, der Gefahr ins Auge sehen. Selbst wenn Trump oder Erdoğan heute von der politischen Bühne abträten, sind ihre Wähler eine bleibende Realität: Populismus verschwindet nicht mit ein paar megalomanen Führungsfiguren. In der Türkei hat Temelkuran erlebt, wie sich Bürger binnen kürzester Zeit in willfährige Marionetten verwandelt haben. Wir dürfen uns nicht auf die lokalen Ursachen beschränken, so die Autorin. Um dem populistischen Zeitgeist entgegenzutreten und die Demokratie zu verteidigen, braucht es eine internationale Debatte, in die sich jede(r) einbringen sollte.

Ece Temelkurans jüngtes Buch, das im April 2019 erscheint, könnte ein Ausgangspunkt dafür sein.

Ece Temelkuran, geboren 1973 im türkischen Izmir, ist Juristin, Schriftstellerin und Journalistin. Seit ihrem Abschluss an der juristischen Fakultät im Jahr 1995 veröffentlichte sie zahlreiche Bücher, darunter ihren Roman Was nützt mir die Revolution, wenn ich nicht tanzen kann, der in zweiundzwanzig Sprachen übersetzt wurde. Für ihre journalistischen Arbeiten erhielt Ece Temelkuran zahlreiche Preise, darunter den Pen for Peace Award (2001). Aufgrund ihrer oppositionellen Haltung und Kritik an der Regierungspartei verlor sie ihre Stelle bei einer der großen türkischen Tageszeitungen. Sie lebt mittlerweile im Exil in Europa.

Im Verlag Hoffmann und Campe, der auch ihr jüngstes Buch publiziert, erschien zuletzt das Sachbuch Euphorie und Wehmut. Die Türkei auf der Suche nach sich selbst (2015) und der Roman Stumme Schwäne (2017).

Es lesen Ece Temelkuran (englisch) und Bettina Lieder (deutsch).

Die Lesung ist Teil des Europa-Mini-Festivals Riding the Bull, das rund um die letzte Vorstellung von ICH, EUROPA am 10. April im Schauspielhaus stattfindet. Ebenfalls Teil des Festivals ist u.a. ein Konzert von Muzaffer Öztürk, einer der Autoren von ICH, EUROPA, am 9. April (Studio, 20 Uhr), ein Nachgespräch mit allen Autorinnen und Autoren von ICH, EUROPA im Anschluss an die Vorstellung am 10.4. und eine Lesung u.a. mit Iman Humaidan am 11.4. (Studio, 20 Uhr).

Riding the Bull versammelt namhafte literarische und journalistische Stimmen aus der arabischsprachigen Welt, aus der Türkei und dem Westbalkan. Die Autorinnen und Autoren fokussieren in ihren Texten das Verhältnis zwischen Orient und Okzident, Islam und Christentum, Abendland und Morgenland.

Besetzung

  • Autorin Ece Temelkuran
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05. April 2019

Beginn: 20:00 Uhr

Studio (Schauspielhaus)

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