• Iman Humaidan © privat

Lesung: Iman Humaidan („Fünfzig Gramm Paradies“ und „Andere Leben“)

Studio (Schauspielhaus)

in Kooperation mit dem Goethe Institut Paris

Die libanesische Autorin Iman Humaidan, die u.a. einen Monolog für die Inszenierung ICH, EUROPA beisteuerte, stellt im Rahmen des Europa-Minifestivals Riding the Bull ihre beiden jüngsten Bücher vor.

Fünfzig Gramm Paradies führt nach Beirut ins Jahr 1994. Zehn Jahre sind vergangen, seit Maja ihre Stadt gen Paris verlassen hatte. Nun ist sie in den Libanon zurückgekehrt, die Verheerungen des zu Ende gegangenen Bürgerkrieges sind allerorten sichtbar, nicht nur in den Straßen, auch in den Seelen der Menschen. Bei Dreharbeiten zu einem Dokumentarfilm stößt sie in den Ruinen auf einen abgewetzten Lederkoffer, dessen Inhalt – Briefe, Fotos und Tagebücher – ihr Leben fortan auf den Kopf stellt. Majas unablässige Recherchen führen sie auf die Spur der syrischen Journalistin Nûra, die einst die Flucht wagte, nachdem sich ihr der Geheimdienst an die Fersen geheftet hatte.

Iman Humaidan zeichnet in ihrem Roman kaleidoskopartig ein vielschichtiges Bild vom Leben während des libanesischen Bürgerkrieges und der Zeit danach. Dabei beleuchtet sie das Verdrängen kollektiver und persönlicher Schuld und die Schicksale von Minderheiten – Kurden, Armenier, Juden – in der multikonfessionellen Region.

In Andere Leben sind 15 Jahre vergangen, seitdem Myriam, fast vierzig, mit ihren drusischen Eltern vor dem Bürgerkrieg im Libanon nach Australien flüchtete. Jetzt besucht sie das erste Mal wieder ihre Heimat. Der Anlass ihrer Reise nach Beirut ist der Verkauf des elterlichen Hauses, doch der eigentliche Grund ist Heimweh nach dem Land ihrer Jugend. Ihre Großmutter und ihre schwerkranke Freundin Olga, mit der sie all die Jahre korrespondiert hat, leben noch immer hier. Auch ihre große Liebe Georges ist hier verschollen. Vieles hat sich in ihrer Abwesenheit verändert. In der Stadt herrscht eine fieberhaft-hektische Aufbruchstimmung, die die Kriegsgräuel vergessen machen will. Doch Myriam will sich erinnern…

Iman Humaidan entwirft in ihrem Roman in dichter, sinnlicher Prosa das Bild einer traumatisierten Nachkriegsgeneration, ein Stück libanesischer Zeitgeschichte. Sie ergründet, was Menschen durch Emigration verlieren und bei ihrer Rückkehr wiederzuerlangen hoffen, aber auch die Alternativen des Daseins, die sich an jedem neuen Ort auftun: Andere Leben.

Iman Humaidan (*1956 im libanesischen Ain Aanoub) floh während des Libanesischen Bürgerkriegs (1975–1990) nach Paris. Sie studierte Soziologie und Anthropologie an der Amerikanischen Universität in Beirut. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin schreibt als freie Mitarbeiterin für Feuilletons verschiedener arabischer Tageszeitungen. Ihre Belletristik schreibt sie weiterhin auf Arabisch, ihre Reportagen auch in Französisch. Sie ist Mitgründerin des libanesischen P.E.N.-Zentrums, dessen Präsidentin sie seit 2015 ist. Iman Humaidan lebt in Paris und Beirut.

In Kooperation und mit freundlicher Unterstützung dem Literaturhaus Dortmund, der Auslandsgesellschaft, dem Kulturbüro der Stadt Dortmund, den Schauspielfreunden (Dortmunder für ihr Schauspiel e.V.), dem Goethe Institut Paris, der Evangelischen Erwachsenenbildung Dortmund, der Fachstelle Europa (MÖWe)

Gefördert vom Goethe Institut Paris und den Schauspielfreunden

Die Lesung von Iman Humaidan ist Teil des Mini-Festivals Riding the Bull, das rund um die letzte Vorstellung von ICH, EUROPA am 10. April stattfindet: (Fast) alle zehn beteiligten Autorinnen und Autoren reisen dafür nach Dortmund und gestalten im Rahmen des Minifestival einzelne Beiträge.

5. April (20.00 Uhr im Studio): Die türkische Autorin Ece Temelkuran stellt ihr im April erscheinendes Buch vor: Wenn dein Land nicht mehr dein Land ist oder Sieben Schritte in die Diktatur. Darin plädiert die türkische Journalistin und Schriftstellerin angesichts des grassierenden populistischen Zeitgeistes für eine internationale Debatte. Es lesen Ece Temelkuran und Bettina Lieder. Moderation: Ismail Küpeli.

Am 9. April um 17.00 Uhr haben eine ganze Reihe von Schreibwerkstätten für Schülerinnen und Schüler ausgewählter Schulen ihren Auftakt. Angeleitet werden diese u.a. von dem Autor Selim Özdoğan – in Kooperation mit dem Literaturhaus Dortmund.

Ebenfalls am 9. April um 20.00 Uhr berichtet der langjährig inhaftierte Muzaffer Öztürk in Liedern von seiner Zeit in Haft, und seinem politischen Kampf.

Am 10. April findet dann die letzte Vorstellung von ICH, EUROPA statt (Beginn 19.30 Uhr). Das gemeinsame Nachgespräch mit allen Autorinnen und Autoren beginnt in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk gegen 21.30 Uhr im Institut.

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11. April 2019

Beginn: 20:00 Uhr

Studio (Schauspielhaus)

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