Schauspiel

Feministischer Thementag im Schauspiel

Unter dem Titel „Toxic-Relationship!“ stehen Workshops, Lesungen, Gespräche und mehr auf dem Programm

Am diesjährigen Feministischen Thementag widmet sich das Schauspiel Dortmund dem Feminismus aus weiteren intersektionalen Perspektiven. 
Unter dem Titel „Toxic-Relationship“ soll es um die (relevanten oder dysfunktionalen) Beziehungen zwischen den verschiedenen Feminismen gehen. 

Weißer Feminismus hat oft eine Art distanzierte und toxische Beziehung zu anderen. Nach dem Motto „Safety First!“ ist der Blickwinkel des weißen Feminismus meist in der eigenen Komfortzone verhaftet. 

Beim Feministischen Thementag diskutiert das Schauspiel mit seinen Gäst*innen die Stellschrauben und Beziehungsweisen dieser Fernbeziehung. Wenn in öffentlichen Debatten feministische Perspektiven auf das weltpolitische Geschehen, die Klimakrise oder die Genderdebatte sichtbar werden, sind es oft ganz selbstverständlich und unwidersprochen Sichtweisen des weißen Feminismus. 
Die Autorin und Journalistin Sibel Schick ist eine derer, die diese Selbstverständlichkeit adressiert und fordert: „Der Feminismus in Deutschland muss sich ändern“. In ihrem Buch "Weißen Feminismus canceln" beschreibt sie, wie Feminismus in Deutschland aussieht und warum sie "Gerechtigkeit statt Ausgrenzung" fordert.
Dementsprechend sind immer wieder Akteur*innen mit neuen Büchern und Diskursen unterwegs, um auf dieses Schweigen zu reagieren.
 „Der Feminismus in Deutschland muss sich ändern“, fordert die Journalistin und Autorin Sibel Schick: „Wir brauchen Gerechtigkeit statt Ausgrenzung!“ 
Sie ist zum Gespräch und zur Lesung aus ihrem neuen Buch „Weißen Feminismus canceln“ eingeladen. Dabei wird sie mehr darüber erzählen, wie Feminismus in Deutschland aussieht und warum sie solche Forderungen stellt. Als Gesprächspartnerin ist die Journalistin und Ethnologin Shikiba Babori mit ihrem Buch „Die Afghaninnen, Spielball der Politik“ zu Gast. 
Sie wird auch aus ihrem Buch lesen und über konkrete Beispiele nicht funktionierender feministischer Außenpolitik in Deutschland sprechen. Moderiert wird das Gespräch von Negar Foroughanfar.

Zum Beginn des Ramadans wird ein Iftar-Buffet zum Fastenbrechen angeboten. 

Abends ist ein Gastspiel der Inszenierung Landsfrau in der Regie und Performance von Mariann Yar zu sehen. „Landsfrau“ ist ein autofiktionales Theaterstück über die deutsch-afghanische Protagonistin Ariana. 
In mehreren biografischen Episoden, mit nostalgischen und fantastischen Geschichten, afghanischer Musik und choreografischen Elementen inszenieren Mariann Yar und ihr Team die Erinnerungen Arianas nach dem letzten Evakuierungsflug der Bundeswehr am Flughafen Kabul. Konfrontiert mit Schuldgefühlen gegenüber dem eigenen „friedlichen“ Alltag, zeichnet der Soloabend Landsfrau ein vielschichtiges und detailreiches Bild eines Lebens in der Diaspora, mit all seinen Problemen und Privilegien.
Darüber hinaus bietet das Schauspiel auch einen Selbstverteidigungs-Workshop mit der Boxtrainerin Kader Aydin an. Der Workshop ist kostenlos und offen für FLINTA* und alle, die die FLINTA*-Räume respektieren können.

Mit diesem vielseitigen Programm öffnen wir wieder unsere Räume für intersektionalen Feminismus und freuen uns auf Sie und euch.

*FLINTA* Zusammensetzung aus Anfangsbuchstaben und steht für Frau, Lesben, Intersexuelle, Nicht-binär, Trans und Agender.

Kuration: Negar Foroughanfar

Feministischer Thementag 2024 Details & Programm


Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRW Kultursekretariat Wuppertal.