Kalender
Schauspiel

Schauspiel startet mit Uraufführung »2170« in die neue Spielzeit

Julia Wissert stellt in »2170 – Was wird die Stadt gewesen sein, in der wir leben werden?« die Geschichte und Zukunft Dortmunds ins Zentrum.

Anton Andreew bei den Proben zu »2170« (c) Birgit Hupfeld

Die Eröffnungspremiere von Julia Wissert, 2170 – Was wird die Stadt gewesen sein, in der wir leben werden?, stellt Dortmund – seine Geschichte und Zukunft – ins Zentrum. Wie werden wir uns in Zukunft an Dortmund erinnern? Welche Spuren der Geschichte liegen unter dem Pflaster und welche Erinnerungen nehmen wir mit in die Zukunft? Und vor allem: wie schreiben wir Geschichte? Wer spricht und wer hat nichts zu sagen? Was können wir hörbar machen und wie schreiben wir in Zukunft eine andere Geschichte? 

„Mit diesen Fragen luden wir fünf Autor:innen nach Dortmund ein und sie fanden spannende Orte und Geschichten. Der Abend beginnt am Schauspiel, dann  bewegen wir uns in kleinen Gruppen in drei Stationen durch die Stadt, um gemeinsam auf dem Platz der Alten Synagoge (Opernvorplatz) den Abend zu beenden“, beschreibt Chefdramaturgin Sabine Reich die Entstehung der Texte und den Ablauf der Inszenierung. Die Szenarien der Autor:innen sind vielfältig: Akın Emanuel Şipal gründet eine neue Republik: eine Republik der Dichter:innen und Denker:innen, die die Geschichten ihrer Herkunft einschreiben in ihre Zukunft. Der Text wird an der Katharinentreppe zwischen Stadtbibliothek und Fußballmuseum inszeniert. Ivana Sajko erzählt von der Ankunft und der Hoffnung auf eine Zukunft, die anders und besser sein soll als die Gegenwart. Recherchiert hat sie in der Nordstadt, das Publikum erlebt diese Geschichte am Hinterausgang des Hauptbahnhofs. Mit Karosh Taha und ihrem Text gehen die Zuschauer:innen zum leerstehenden Hochhaus in die Kielstraße 26 und hören Geschichten aus der Zukunft und der Vergangenheit des Hauses. Am Platz der Alten Synagoge, dem heutigen Opernvorplatz, erinnert Sivan Ben Yishai in ihrem Text an die Zerstörung der Synagoge am Hiltropwall. Sie schlägt einen Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft und bis zum Neustart des Theaters. Luna Ali schließlich schafft mit ihrem Text eine Verbindung zwischen den Orten: mit ihr reist das Publikum durch die Stadt und die Zeit. Und kein anderer als der mythologische Vogel Phönix, der für die ewige Wiederkehr und den Wandel steht, könnte besser  durch Dortmund führen. Zusammen mit zwei magischen Stadtplaner:innen ist der Phönix Reiseleiter durch Zeit und Raum.

Regie führt die neue Schauspielintendantin Julia Wissert, für Bühne und Lichtdesign ist Joseph Wegmann verantwortlich (Mitarbeit: Christoph Buchegger und Elizaweta Veprinskaja), die Kostüme hat För Künkel entworfen, Komposition und Sound kommen von Justyna Stasiowska, Dominika Knapik ist verantwortlich für die Choreografie, Florian Hein für die Choreinstudierung und Daniela Sülwold und Tobias Hoeft für die Videos. Die Dramaturgie liegt bei Christopher-Fares Köhler und Sabine Reich. Es spielen Christopher Heisler, Bettina Engelhardt, Alexander Darkow, Adi Hrustemović, Anton Andreew, Valentina Schüler, Sarah Yawa Quarshie und Nika Mišković.

Die Produktion wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRW Kultursekretariat Wuppertal sowie von der Sparkasse und der Sparbau. Kooperationspartner sind das Fußballmuseum, die Stadt- und Landesbibliothek und die Auslandsgesellschaft.

Der Stadtspaziergang findet unter allen Vorsichtsmaßnahmen gemäß der Vorschriften zu Covid-19 statt, auf die Gesundheit der Zuschauer:innen wird geachtet. Wichtig für die Teilnahme an 2170 sind bequeme Schuhe, gegebenenfalls wetterfeste Kleidung und Lust zu laufen. Proviant und Stadtplan werden gestellt.

Die Premiere am Freitag, 25. September, ist bereits ausverkauft. Karten gibt es noch für alle weiteren Termine am 26., 27., 29., 30. September sowie 1., 2. und 3. Oktober 2020. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Karten für 30,- Euro gibt es an der Theaterkasse im Kundencenter am Platz der Alten Synagoge, unter 0231/50 27 222 und im Webshop