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Oper

Wagner-Kosmos III – Wahn der Eroberung

Festival und interdisziplinäres Symposion vom 20.-22. Mai 2022

Szene aus „Frédégonde“ mit Anna Sohn und Hyona Kim (c) Björn Hickmann

Alljährlich plant die Oper Dortmund ein Festivalformat, das Richard Wagner mit historisch zukunftsweisenden Werken von Vorläufern, Zeitgenossen oder Nachfolgern des Komponisten verbindet. In diesem dritten Wagner-Kosmos steht die Premiere von Wagners Oper Die Walküre in der Inszenierung von Peter Konwitschny am 21. Mai um 16:00 Uhr im Opernhaus im Mittelpunkt. Flankiert wird sie von zwei erstmals im deutschsprachigen Raum gezeigten französischen Opern: Fernand Cortez oder Die Eroberung von Mexiko (3. Fassung in französischer Sprache) von Gaspare Spontini am 20. Mai um 19:30 Uhr und Frédégonde von Ernest Guiraud und Camille Saint-Saëns am 22. Mai um 18:00 Uhr. Begleitet wird das Festival von einem interdisziplinären Symposion, Sa., 21. Mai, mit Veranstaltungen um 9:00, 10:30 und 12:00 Uhr und So., 22. Mai, mit Veranstaltungen um 9:00, 10:30, 11:30 und 14:00 Uhr, in dem die Frage vom „Wahn der Eroberung“ mit internationalen Gästen verhandelt wird. Als besonderer Experte wird der renommierte New Yorker Musikkritiker Alex Ross sprechen.

Mit Die Walküre beginnt Regiestar Peter Konwitschny in Dortmund seine erste komplette Auseinandersetzung mit dem vollständigen Ring des Nibelungen. Das Werk handelt von inzestuöser Liebe, von Macht und Intrigen. Für die französischen Opern sind zwei hochinteressante junge Regisseurinnen aus Deutschland und Frankreich verantwortlich: Eva-Maria Höckmayr und Marie-Eve Signeyrole. Somit steht der Wagner-Kosmos III im Zeichen des deutsch-französischen Austauschs. Gaspare Spontini selbst war lange Zeit Generalmusikdirektor in Berlin. Seine Oper Fernand Cortez wurde ursprünglich von Napoleon in Auftrag gegeben. Sie handelt von der Eroberung Mexikos. Acht Jahrzehnte später entstand zum aufkommenden Wagnerismus in Paris im Fin de Siècle eine Gegenbewegung, die sich gegen einen übermäßigen Einfluss des deutschen Komponisten wehrte und einen französischen Nationalstil in der Oper forderte. In dieser Zeit entstand die Oper Frédégonde von Ernest Guiraud und Camille Saint-Saëns, die auch vom Willen nach Macht und Einfluss handelt.

Das begleitende Symposion am 21. und 22. Mai 2022 verhandelt passend zu den aufgeführten Werken das Thema „Wahn der Eroberung“. Darüber sprechen werden unter anderem Dr. Louis Delpech (Universität Zürich), Prof. Dr. Anselm Gerhard (Universität Bern), Prof. Dr. Inga Mai Groote (Universität Zürich), Prof. Dr. Arnold Jacobshagen (HfMT Köln), Dr. des. Laura Moeckli (Universität Bern), Prof. Dr. Anno Mungen (Universität Bayreuth), Dr. Vincenzina Ottomano (Universität Bern), Prof. Dr. Klaus Pietschmann (Universität Mainz), Prof. Dr. Manuela Schwartz (Hochschule Magdeburg/Stendal) und Albrecht Thiemann (Kulturjournalist). Als besonderer Gast ist der New Yorker Musikkritiker Alex Ross eingeladen, der mit seinem Buch Die Welt nach Wagner eine beeindruckende Analyse über die kulturgeschichtliche Wirkung des Komponisten geschaffen hat.

Tickets sind an der Theaterkasse im Kundencenter, telefonisch unter 0231/50 27 222 oder im Webshop erhältlich.
Weitere Details und Informationen zum Programm erhalten Sie hier: Wagner-Kosmos III