Ballett

Wiederaufnahme des Balletts „Der Traum der roten Kammer“

Ballettintendant Xin Peng Wang präsentiert eine überarbeitete Fassung seines Erfolgsballetts

Szene aus „Der Traum der roten Kammer“ (c) Bettina Stoess

Eine überarbeitete Fassung von Xin Peng Wangs Erfolgsballett Der Traum der roten Kammer ist ab Samstag, 03. Februar 2024, 19:30 Uhr, auf der Bühne des Opernhauses zu erleben. Die Dortmunder Philharmoniker spielen unter der musikalischen Leitung von Olivia Lee-Gundermann die Musik des Oscar-Preisträgers Michael Nyman.

Das bildgewaltige Ballett nach dem chinesischen Roman Hóng Lôu Mèng von Cáo Xuěqin feierte 2012 seine Uraufführung und war im Oktober 2013 auch in Hong Kong zu sehen. Dort stürmten nach der ersten Vorstellung kommunistische Funktionäre die Bühne und forderten die Absetzung des Stückes. Man warf Xin Peng Wang die Verunglimpfung der chinesischen Kulturrevolution vor und befahl ihm, dass die Folgevorstellungen ohne entsprechende Szenen stattfinden, die die politischen Ereignisse der jüngeren chinesischen Geschichte betreffen. Nachdem sich Wang weigerte, seine Arbeit zu zensieren, schalteten sich US-amerikanische Tageszeitungen wie Rundfunkmedien ein und berichteten von politischer Zensur. Nachdem sich die Stadtverwaltung Hong Kongs mit dem Vorwurf der Kunstbeschneidung konfrontiert und das wirtschaftsfördernde Image der Freiheit und Liberalität gefährdet sah, hob es die Zensurforderung auf. Die zensierten Passagen durften wieder gezeigt werden.

Die Romanvorlage Der Traum der roten Kammer gilt als das bedeutendste literarische Zeugnis der chinesischen Ming-Dynastie und ist daher von besonderem Gehalt für das kulturelle Bewusstsein Chinas. Sie erzählt die Geschichte vom Aufstieg und Fall der chinesischen Adelsfamilie Kia:
Pao Yü, Erbe einer mächtigen Dynastie im alten China, wird in eine Welt höfischer Etikette und Tradition geboren. Die Begegnung mit seiner verarmten Cousine Lin Dai Yü markiert einen Wendepunkt, der nicht nur sein Leben, sondern auch das Schicksal des gesamten Hauses Kia und des Landes verändert.

Xin Peng Wang spiegelt durch seine Choreografie das Schicksal des mächtigen Hauses Kia und deren jüngstem Sohn, von der Ming-Dynastie über die Zeit der großen Kriege, der Kulturrevolution bis ins Heute. Zwischen erstarrten Bräuchen und Hierarchien, Riten und Ritualen, mythischen Sagen und menschenverachtender Gegenwart setzt sich Xin Peng Wang mit seiner fernöstlichen Heimat auseinander und stellt vor dem Hintergrund des heutigen Chinas die Frage nach der eigentlichen Bestimmung des Menschen. Der Traum der roten Kammer stellt eine Reflexion von Menschlichkeit und Leid in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts dar.

Die Musik zu Der Traum der roten Kammer stammt von Oscar-Preisträger Michael Nyman, der durch die Soundtracks zu Das Piano, Prosperos Bücher oder Gattaca weltberühmt wurde. Darüber hinaus widmet sich Nyman auch der klassischen Kunstmusik. In seinem Gesamtwerk finden sich neben zahlreichen Orchester- und Chorkompositionen auch Streichquartette sowie mehrere Opern.

Karten für die Wiederaufnahme Der Traum der roten Kammer mit dem Ballett Dortmund sind an der Theaterkasse im Kundencenter, telefonisch unter 0231/50 27 222 und im Webshop >> erhältlich.