In der sehr besonderen Atmosphäre der Stadtkirche St. Reinoldi wird die wortlose Ausdruckskunst des Balletts im Chorraum beredt. Tänzer*innen des Ballett Dortmund und des NRW Juniorballett tanzen Szenen aus Frida, choreografiert von Annabelle Lopez Ochoa, seit dieser Spielzeit Artist in Residence beim Ballett Dortmund. Der Geschäftsführende Direktor des Theater Dortmund, Tobias Ehinger, hält dazu die Kanzelrede. Pfarrerin Susanne Karmeier und Reinoldikantor Christian Drengk greifen die Themen, die das Ballett aufwirft, ebenfalls auf. Im Mittelpunkt, die geradezu schon zur Ikone gewordenen Malerin Frida Kahlo mit ihrem Leben.
Rebellisch, widerständig, unbeugsam, kompromisslos, beharrlich, provokant. Die mexikanische Malerin Frida Kahlo lässt sich in keine Schublade stecken. Überhaupt: „Es ist langweilig, so zu sein wie andere“, sagt sie. Und lebt so aufrecht und kraftvoll ihr Leben, das sie von Kindheit an vor Krankheit, Unglück, Schmerzen und Leid nicht verschont. Bei einem Verkehrsunfall wird ihr mit 18 das Rückgrat durchbohrt. Zeitlebens wird sie sich davon nicht erholen. Ihre große Liebe bricht ihr nicht nur einmal das Herz. Sie wird Kinder verlieren. „Ecce homo“, heißt es über Jesus. Auf Gemälden sehen wir ihn mit Dornen gekrönt, blutüberströmt. „Siehe, der Mensch.“ Ecce femina - könnte unter einigen von Frida Kahlos Selbstportraits stehen, mit denen sie ihre Schicksalsschläge, ihr Fühlen, Ringen und Kämpfen und ihre Lust am Leben zum Ausdruck bringt. Was für eine Frau.
Mit der Spielzeit 2025/26 hat der Intendant des Ballett Dortmund und des NRW Juniorballett Jaš Otrin die weltweit gefragte Choreografin Annabelle Lopez Ochoa als Artist in Residence nach Dortmund geholt. Sie bringt in Frida mit einer eindrucksvollen Hommage aus Farben, Klängen und Tanz die künstlerische Reise und prägende Momente des Lebens dieser vitalen und so versehrten Malerin auf die Bühne des Opernhauses und am 22. März mit einigen Szenen in den Chorraum von St. Reinoldi. Passion und Passionen: Schafft Leiden Leidenschaft? Oder folgt leidenschaftlichem Leben Leid? Was stärkt, macht „resilient“, hält lebendig, hilft weiter und auf? Im Gottesdienst gehen wir mit dem getanzten Schmerz, der betanzten Leidenschaft und der unbändigen Kreativität von Frida ins Gespräch.
Ballett trifft Kirche am So, 22. März um 11.30 Uhr
Der Eintritt ist frei.