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Zukunft ändern

Vor sechs Monaten haben wir begonnen, über die Zukunft nachzudenken: über die Zukunft des Theaters, die Zukunft der Stadt, die Zukunft von Dortmund, unsere Zukunft in Dortmund, und wir haben uns gefragt, wie man überhaupt über Zukunft nachdenken kann. Wann beginnt die Zukunft und wo bleibt sie, wenn sie vergangen ist? Wo lagert sich vergangene Zukunft ab? Liegt sie wie feiner Staub in den Rissen der Mauern, finden wir sie unter dem Pflaster?

Sicher waren wir, dass das Theater der richtige Ort ist, um Zukunft zu denken, denn im Theater können wir uns alles ausdenken. Wir können Zukünfte entwerfen und erfinden – und das alles nicht nur im Kopf, sondern spielend auf der Bühne. Wir zeigen Welten, die keiner zuvor gesehen hat. Dachten wir.

Doch was dann geschah, konnten wir uns nicht ausdenken. Heute, sechs Monate später, ist unsere Zukunft längst vergangen. Denn alles blieb stehen. Von einem Moment zum anderen. Plötzlich und unerwartet blieb alles stehen und nichts war wie zuvor. Alles ändert sich. Dachten wir.

Selten zuvor wussten wir so wenig über die Zukunft, dachten wir. Pläne, Programme und Prognosen scheinen plötzlich sinnlos zu sein, stumpf die Entwürfe und Theorien, die Systeme und die Sicherheit. Oder waren sie das immer schon? Haben wir nur geglaubt und gehofft, wir würden wissen und planen und kontrollieren? Wir stellen Fragen und merken, dass sie falsch sind.

Können wir im Herbst Theater machen? – Ja. Bestimmt. Aber: Wie gut, das zu wissen. Nur wenige Theatermacher:innen und Künstler:innen auf dieser Welt können sicher planen und arbeiten.

Werden wir noch Publikum haben? – Das weiß man nie. Hoffentlich. Oder Partner:innen. Kollaborateur:innen.

Werden wir unsere Arbeit behalten?  - Wir schon. Erst mal. Andere nicht.

Was wird Arbeit in Zukunft sein? – Andere Frage: Welche Arbeit wollen und brauchen wir in Zukunft?

Werden wir in Zukunft noch Stadttheater haben?  - Hoffen wir. Wenn die Stadt uns braucht.

Theater sind systemrelevant! – Für welches System?

Theater sind relevant! – Für wen?

Corona ändert nicht die Welt, sie hält sie an und erlaubt uns einen langen, scharfen Blick. Einen Blick auf ein Karussell, das sich sonst rasend schnell dreht und von dem wir nichts als die bunten Lichter vorbei rauschen sehen, doch hält es an, erkennen wir scharfe Kanten. Corona macht sichtbar, was zu übersehen so leicht war in all dem Lärm der falschen Hoffnungen und gutgemeinten Absichten. Ungleichheit und Ungerechtigkeit, Privilegien  und Hierarchien, Macht und Ohnmacht, Gewinner und Verlierer  - all das tritt zu Tage. Wird sichtbar. Mehr ist nicht passiert. Ob sich was ändert, liegt an uns.

Sabine Reich