Neu.Start!
Kalender
Schauspiel 2020/21

Der Oktober im Schauspiel

Das Schauspiel widmet sich voll und ganz Faust! Mit den Faust-Test-Spielen wollen wir die Grenzen des Faust-Stoffes ausloten und mit Ihnen darüber sprechen. Danach freuen wir uns auf unsere neue Premiere im Schauspielhaus.

  • 24. 10. Faust-Test-Spiele: 3 Sparten – 1 Text In der Reihe Test-Spiele möchten wir mit Ihnen ins Gespräch kommen: Schauspiel, Oper und KJT geben Einblicke in ihre Inszenierungen und Herangehensweisen der verschiedenen Disziplinen. Alle drei Sparten setzen sich unterschiedlich mit dem Stoff auseinander und werfen in ihren kurzen Beiträgen eigene Schlaglichter auf den Klassiker, um sich im Anschluss untereinander und auch mit dem Publikum darüber auszutauschen. Musik und Texte aus Produktionen der drei Sparten führen uns durch das Faust-Universum.
  • 25.10. Faust-Test-Spiele: Lesen und lesen lassen. Eine morgendliche Hexenbeschwörung

    Irrlicht und Erdgeist, Hexenküche und Walpurgisnacht – Die Welt, die Faust umgibt, ist magisch und voller Wunder: Die vielen Figuren stellen dem Gelehrten ein anderes, ein animistisches Wissen gegenüber, das sich aus der Natur speist und die geordneten Wissenschaften übersteigt. Wir lesen heute unsere Lieblings-Hexentexte. Bei dieser Lesung darf jede:r auch selbst Erzählungen, Märchen oder thematische Texte aller Art mitbringen und zur Märchentante werden. Wer Textvorschläge hat selbst vorlesen möchte, kann sich gerne unter der Adresse schauspiel@theaterdo.de anmelden.

  • 31.10. Faust – Premiere
    Garagen Xtravaganzalädt ein, an Themen und Gedanken der LGBTQAI* Gemeinschaft teilzunehmen. In einem Gespräch mit Manu von ,,Because the Night Belongs to Lovers”, Mother Crystal aus dem ,,House of Solar” und ihrem Sohn Wendel Shine Solar geht es um Kreativität, Queersein, Machtdimensionen und die Bedeutung von Ballroom, um eine neue Praxis der Zusammenkunft zu schaffen.
     
  • DORTMUND 03.10.2170 vs. DORTMUND 03.10.2020 
Hinter den Kulissen

Aktuelles

Akademie, Theater, KJT, Philharmoniker, Schauspiel, Ballett, Oper

Der Vorverkaufsstart für Dezember wird verschoben

Der Vorverkaufsstart für den Monat Dezember 2020 wird auf unbestimmte Zeit verschoben.

Akademie, Theater, KJT, Philharmoniker, Schauspiel, Ballett, Oper

Programmunterbrechung!

Der Vorstellungsbetrieb des Theater Dortmund ist zwischen dem 2. und 30. November eingestellt.

Schauspiel

Tage der Jüdisch-Muslimischen Leitkultur

Mit Max Czollek und Idil Baydar

Schauspiel

Immer wieder sonntags: Blicke hinter die Kulissen des Schauspiels

Ab Oktober finden Matineen und Werkstattgespräche zu den Produktionen statt

Alle News ansehen

Zukunft ändern

Vor sechs Monaten haben wir begonnen, über die Zukunft nachzudenken: über die Zukunft des Theaters, die Zukunft der Stadt, die Zukunft von Dortmund, unsere Zukunft in Dortmund, und wir haben uns gefragt, wie man überhaupt über Zukunft nachdenken kann. Wann beginnt die Zukunft und wo bleibt sie, wenn sie vergangen ist? Wo lagert sich vergangene Zukunft ab? Liegt sie wie feiner Staub in den Rissen der Mauern, finden wir sie unter dem Pflaster?

Sicher waren wir, dass das Theater der richtige Ort ist, um Zukunft zu denken, denn im Theater können wir uns alles ausdenken. Wir können Zukünfte entwerfen und erfinden – und das alles nicht nur im Kopf, sondern spielend auf der Bühne. Wir zeigen Welten, die keiner zuvor gesehen hat. Dachten wir.

Doch was dann geschah, konnten wir uns nicht ausdenken. Heute, sechs Monate später, ist unsere Zukunft längst vergangen. Denn alles blieb stehen. Von einem Moment zum anderen. Plötzlich und unerwartet blieb alles stehen und nichts war wie zuvor. Alles ändert sich. Dachten wir.

Selten zuvor wussten wir so wenig über die Zukunft, dachten wir. Pläne, Programme und Prognosen scheinen plötzlich sinnlos zu sein, stumpf die Entwürfe und Theorien, die Systeme und die Sicherheit. Oder waren sie das immer schon? Haben wir nur geglaubt und gehofft, wir würden wissen und planen und kontrollieren? Wir stellen Fragen und merken, dass sie falsch sind.

Können wir im Herbst Theater machen? – Ja. Bestimmt. Aber: Wie gut, das zu wissen. Nur wenige Theatermacher:innen und Künstler:innen auf dieser Welt können sicher planen und arbeiten.

Werden wir noch Publikum haben? – Das weiß man nie. Hoffentlich. Oder Partner:innen. Kollaborateur:innen.

Werden wir unsere Arbeit behalten?  - Wir schon. Erst mal. Andere nicht.

Was wird Arbeit in Zukunft sein? – Andere Frage: Welche Arbeit wollen und brauchen wir in Zukunft?

Werden wir in Zukunft noch Stadttheater haben?  - Hoffen wir. Wenn die Stadt uns braucht.

Theater sind systemrelevant! – Für welches System?

Theater sind relevant! – Für wen?

Corona ändert nicht die Welt, sie hält sie an und erlaubt uns einen langen, scharfen Blick. Einen Blick auf ein Karussell, das sich sonst rasend schnell dreht und von dem wir nichts als die bunten Lichter vorbei rauschen sehen, doch hält es an, erkennen wir scharfe Kanten. Corona macht sichtbar, was zu übersehen so leicht war in all dem Lärm der falschen Hoffnungen und gutgemeinten Absichten. Ungleichheit und Ungerechtigkeit, Privilegien  und Hierarchien, Macht und Ohnmacht, Gewinner und Verlierer  - all das tritt zu Tage. Wird sichtbar. Mehr ist nicht passiert. Ob sich was ändert, liegt an uns.

Sabine Reich