Ein harmloses Treffen verändert alles: Peter reist in die Stadt und gerät in die Fänge des Wolfes, eines skrupellosen Agenten. Aus der Sicht seines Sohnes entfaltet sich eine Geschichte voller Spannung, Verlust und überraschender Wendungen, die zugleich die brutale Realität der Verfolgung queerer Menschen in Tschetschenien seit 2017 spiegelt. Am Sonntag, den 22. März 2026, um 18 Uhr verabschiedet sich ‚Pidor‘ und der Wolf auf der Bühne des Schauspiel Dortmund, die letzte Gelegenheit, diesen intensiven Theaterabend zu erleben.
Eine Familiengeschichte im Schatten der Verfolgung
‚Pidor‘ und der Wolf verknüpft die Schicksale von Peter, seinem Sohn, seiner Frau, seiner Jugendliebe Ilya und dem Wolf zu einem dichten Netz aus Angst, Liebe und Verrat. Am Vorabend des achten Geburtstags seines Sohnes verlässt Peter die Familie für ein gefährliches Treffen mit dem Wolf, der homosexuelle Männer im Auftrag der Regierung verfolgt. In der Haft begegnet er erneut seiner Jugendliebe Ilya; acht Jahre später kommt es zur dramatischen Wiederbegegnung mit seinem mittlerweile herangewachsenen Sohn.
Im Zentrum steht eine Geschichte über Familie, Verlust und den Mut, in einer repressiven Gesellschaft zu sich selbst zu bekennen. Der Theaterabend verbindet persönliche Schicksale mit der politischen Realität der Verfolgung queerer Menschen in Tschetschenien.
Märchenmotive treffen auf politische Realität
Die Inszenierung greift Motive aus Sergej Prokofjews Musikmärchen Peter und der Wolf auf und verbindet sie mit einer düsteren Gegenwartsgeschichte. Märchenhafte Bilder, musikalische Elemente und traumhafte Szenen wechseln sich mit Momenten großer Intimität ab. Zwischen Märchenwelt und politischer Realität entfaltet sich eine dichte Bildsprache, die poetische Szenen mit bedrückenden Momenten verbindet.
Begleitprogramm mit der Ape(lina) on Tour
Die letzte Vorstellung von ‚Pidor‘ und der Wolf am 22. März 2026 ist Anlass für ein begleitendes Rahmenprogramm am Nachmittag in der Schauburg Dortmund. Ab 15 Uhr wird der Film God’s Own Country gezeigt, zuvor gibt es eine literaturwissenschaftliche Einführung zum Film von Francis Lee und zum Stück von Sam Max durch die Dramaturgin Sabrina Toyen. Film und Stück verbinden sich durch poetische Sprache, Figurenerzählung und Landschaftsbild und eröffnen damit Räume für marginalisierte Perspektiven und queeres Begehren. Die Ape(lina), eine kleine mobile Einheit aus Spiel- und Bildungsstätten, begleitet das Publikum vom Film zur Theateraufführung und schafft so einen performativen Übergang zwischen Raum, Film und Bühne.
Termin und Tickets
Karten für ‚Pidor‘ und der Wolf am 22. März 2026 um 18 Uhr sind an der Theaterkasse im Kundencenter (Platz der Alten Synagoge), telefonisch unter 0231/50 27222 und im Webshop ▶ erhältlich. Die Preise liegen zwischen 12 und 39 €.