Dunkle Geheimnisse, eine zerstrittene Dorfgemeinschaft und ein zerbrochener Krug bilden die Grundlage für Heinrich von Kleists bekanntestes Werk. In Der zerbrochne Krug hat Regisseurin Lola Fuchs die klassische Gerichtskomödie mit viel Humor und Liebe zum Detail neu interpretiert und in die Gegenwart übersetzt. Am 12. und 13. März gibt es die letzte Gelegenheit, die moderne, medienkritische Version im Schauspielhaus mitzuerleben.
Ein Netz aus Lügen
Im verschlafenen Huisum sorgt ein nächtlicher Vorfall für Unruhe. Nach einem Übergriff auf Influencerin „Pottery-Fairy“ Eve Rull liegt ihr handgetöpferter Krug in Scherben. Ihre Mutter Marthe, gescheiterte Unternehmerin und ehemaliges Katalogmodel, zieht vor Gericht. Doch ausgerechnet Dorfrichter Adam, alias Mr. A, leitet den Prozess, obwohl er selbst in die Ereignisse der Nacht verwickelt ist. Während alle versuchen, die Wahrheit ans Licht zu bringen, verstrickt Adam sie immer tiefer in ein Netz aus Ausflüchten, Halbwahrheiten und Intrigen. Eine überraschende Wendung bringt schließlich die Rückkehr des mysteriösen Dorfmediums Brigitte.
Zwischen Machtkritik und Mediensatire
Lola Fuchs verwandelt Kleists Gerichtssaal in ein grelles Medienspektakel. Live-Kameras, Close-ups und filmische Reenactments machen aus der klassischen Komödie eine tagesaktuelle Satire über Kontrolle, Manipulation und digitale Selbstinszenierung. Im Zentrum steht Eve, die um ihren Ruf kämpft und patriarchale Machtstrukturen hinter der Fassade aufdeckt. Ein Abend zwischen Krimi, Komödie und Reality-Spektakel, der Social-Media-Kultur, Macht und Moral scharf beobachtet.
Tickets und Termine
Die letzten Vorstellungen finden am Do, 12. März 2026, und Fr, 13. März 2026, jeweils um 19:30 Uhr im Schauspielhaus statt. Karten für 9 bis 27 € sind an der Theaterkasse im Kundencenter (Platz der Alten Synagoge), telefonisch unter 0231/50 27 222 und im Webshop ▶ erhältlich.