Schauspiel

Wenn alle Hamlet spielen wollen: Premiere von „Oder Nicht Sein?“ im Studio

Das Schauspielkollektiv Inbetween erforscht die Relevanz von Shakespeares Klassiker heute

Schauspielkollektiv Inbetween (c) Levin Burkhardt

In Oder Nicht Sein? – ein Stück über ein Stück prallen Shakespeares klassische Figuren auf die Realität eines jungen Ensembles. Zwischen dänischen Prinzen, Selbstzweifeln und kollektiven Entscheidungsprozessen untersucht das Schauspielkollektiv Inbetween, wie ein über 400 Jahre alter Text heute noch lebendig auf der Bühne werden kann. Die Premiere findet am 26. März im Studio des Schauspiel Dortmund statt.

Shakespeare trifft Machtkritik
Das Ensemble beschließt, einen großen Shakespeare-Klassiker auf die Bühne zu bringen. Verrat, Intrigen und der Geist eines toten Königs scheinen beste Voraussetzungen für einen spannenden Theaterabend. Doch schnell zeigt sich, dass es alles andere als einfach ist, einen über 400 Jahre alten Text in die Gegenwart zu übersetzen. Wie lassen sich antiquierte Rollenbilder neu interpretieren? Und was passiert, wenn plötzlich alle die Hauptrolle spielen wollen? Während der Proben geraten die gemeinsamen Ideale unter Druck. Bei der Rollenverteilung prallen individuelle Wünsche auf kollektive Entscheidungen, Konflikte entstehen und die Grenzen zwischen Probe, Aufführung und Realität beginnen zu verschwimmen. Bald steht nicht nur die Premiere auf dem Spiel, sondern das gesamte Ensemble.

Ein Stück über Theater
Das Schauspielkollektiv Inbetween versucht sich in Oder Nicht Sein? nicht an einer bloßen Neuadaption eines bekannten Stoffes, sondern verarbeitet in seiner Inszenierung auch seine eigenen Arbeitsprozesse. So entsteht eine Produktion, die immer wieder zwischen klassischen Shakespeare-Texten, nachgestellten Probensituationen und ehrlichen Momenten des Zweifelns hin und her springt. Untermalt von Musik und Soundinstallation beginnen sich die jungen Erwachsenen im eigenen Stück zu verlieren, bis das Geschehen ins Surreale kippt. Auf diese Weise entsteht ein unterhaltsamer Theaterabend über Machtverhältnisse im Theater und im Privaten, der die Sehgewohnheiten des Publikums in Frage stellt.

Die Beteiligten
„Oder Nicht Sein?“ ist die dritte Produktion des Schauspielkollektivs Inbetween und die erste, bei der das Ensemble die Regie übernimmt. Für die Bühne sind Elisha Grewe und Katharina Baur verantwortlich, während Aleyna Ceylan, Tebbe Fiedler, Jonas Lips und Lisa Winkelmann die dramaturgische Arbeit unterstützen. Auf der Bühne stehen Katharina Baur, Aleyna Ceylan, Sophie Dahlbüdding, Jana Döring, Elisha Grewe, Mia Farina Hopf, Lisa Goltzsche, Stella Hanke, Jasper Heinrichs, Valdrina Jusufi, Louis Koppelkamp, Marie Lehnert, Jonas Lips, Quinn Mengs und Justin Sathiskumar, unterstützt von Theatervermittlerin Sarah Jasinszczak, die das Spielcoaching übernimmt.

Termine und Tickets
Die Premiere findet am 26. März um 19:00 Uhr im Studio des Schauspiel Dortmund statt. Karten sind für 10 € beziehungsweise ermäßigt 5 € an der Theaterkasse im Kundencenter (Platz der Alten Synagoge), telefonisch unter 0231 / 50 27 222 sowie im Webshop.
Weitere Vorstellungen sind am 17. und 29. April jeweils 20 Uhr geplant.