Akademie für Theater und Digitalität

Liebe Community,

(c) Sofia Brandes & Max Slobodda

Die Akademie für Theater und Digitalität ist ein Ort, an dem künstlerische Praxis und technologische Entwicklung untrennbar miteinander verbunden sind. Unsere Forschungen beschäftigen sich mit der Frage, wie sich Theater unter den Bedingungen tiefgreifender technologischer Veränderungen weiterentwickelt: ästhetisch, strukturell und institutionell.

Ein Schwerpunkt der kommenden Spielzeit ist die künstlerische Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz. Im Fokus steht eine reflektierte Praxis: Fragen nach Autor*innenschaft, Verantwortung, Interaktion und nach dem Theater als sozialem Raum unter digitalen Bedingungen.

Parallel dazu hat die Akademie ihre programmatische Ausrichtung weiter geschärft. Die Transformation von einer offenen freien künstlerischen Forschung hin zu klar definierten, langfristigen Arbeitsschwerpunkten ist gelungen. Die Projekte bewegen sich von intensiven Sprints bis hin zu mehrjährigen Forschungszusammenhängen. Dazu gehört unter anderem die Entwicklung einer „Interaktiven Toolbox“ für die Theaterlandschaft, die gemeinsam mit den Dortmunder Philharmonikern bis 2027 im Rahmen des HorizonEurope-Projektes EXCENTRIC entwickelt wird sowie ein von der Kulturstiftung des Bundes gefördertes künstlerisches Forschungsprojekt mit der Künstlerin und Choreografin Silke Grabinger, das bis 2028 die Möglichkeiten von humanoider Robotik und KI im künstlerischen Zusammenspiel mit dem Menschen untersucht.

Auch im Bereich der Lehre setzt die Akademie ihre Arbeit fort. Der gemeinsam mit der Fachhochschule Dortmund etablierte Masterstudiengang „Theater and Digitality“ geht in weitere Semester und erfährt anhaltend große internationale Resonanz.

Die Akademie baut ihre Netzwerke gezielt weiter aus – sowohl international, etwa in Kooperationen mit Südamerika, Australien und europäischen Staaten, als auch national und lokal. Auch arbeitet sie eng mit den anderen Sparten des Hauses zusammen. So entwickelt sie ab der kommenden Spielzeit eine langfristige Kooperation mit dem Ballett Dortmund, in der Fragen von Körper, Technologie und digitaler Praxis exemplarisch verhandelt werden.

Ein besonderer Höhepunkt ist die Premiere des Jubiläumsrings RING 10010110 im Sommer 2026 anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Bayreuther Festspiele. Die Kooperation zwischen den Festspielen und der Akademie für Theater und Digitalität markiert einen Meilenstein: Neue bildgebende Verfahren durch den Einsatz live-aktiver Künstlicher Intelligenz werden hier erstmals konstitutiver Bestandteil dieses Zyklus. Der Jubiläumsring steht exemplarisch für den Anspruch, technologische Forschung und zeitgenössische künstlerische Praxis im Zentrum einer der traditionsreichsten Institutionen der Hochkultur zu verankern. Ich freue mich über das Vertrauen und die Ehre, dieses Projekt in diesem Kontext als Kurator mitzugestalten.

Die Akademie für Theater und Digitalität versteht sich damit als Ort des kontinuierlichen Denkens, Forschens und Entwickelns sowie als Partnerin für ein Theater, das seine Zukunft nicht im Gegensatz zur Tradition entwirft, sondern aus ihr heraus weiterdenkt.

Marcus Lobbes
Intendant Akademie für Theater und Digitalität

Come Closer

Immersive Räume verändern unser Verständnis von Nähe grundlegend. Sie verschieben die Bedingungen, unter denen intime Beziehungen entstehen, und eröffnen neue Erfahrungsfelder zwischen physischer Präsenz und medialer Vermittlung. Wo in klassischen Theatersituationen die Begegnung von Körpern, Blicken und Stimmen den Kern der Intimität bildet, treten in virtuellen und hybriden Räumen technische Instanzen hinzu, die diese Begegnung erweitern, transformieren oder sogar ersetzen.

Intimität entsteht traditionell aus direkter, unmittelbarer Beziehung: dem geteilten Raum, dem Klang einer Stimme, der Nähe eines Atems. In immersiven Umgebungen hingegen wird diese Form der Nähe neu verhandelt. Technologien wie Virtual und Mixed Reality, Bewegungstracking oder haptische Interfaces erzeugen Situationen, in denen Menschen ein Gefühl von Präsenz und Verbundenheit entwickeln können, obwohl sie sich physisch nicht am selben Ort befinden. Dabei verändert sich der Charakter der Begegnung. Nähe wird nicht mehr ausschließlich durch Körper vermittelt, sondern durch Atmosphären, durch die Feinheiten sensorgeleiteter Wahrnehmung, durch Interaktionen, die im digitalen Raum ebenso real empfunden werden können wie im analogen.

So entsteht Nähe nicht als unmittelbare Präsenz, sondern als relationales Ereignis, das sich im Zusammenspiel von Wahrnehmung, Zeitlichkeit und medialer Struktur formiert. Kleinste Verzögerungen, rhythmische Verschiebungen oder die räumliche Qualität von Klängen werden zu Trägern affektiver Bedeutung. Die technologische Instanz fungiert dabei nicht lediglich als neutrales Medium, sondern als aktiver Mitakteur der Beziehung. Das daraus hervorgehende Vertrauen richtet sich folglich nicht allein auf das Gegenüber, sondern ebenso auf die Stabilität und Verlässlichkeit des Systems. Gerade diese doppelte Ausrichtung verleiht immersiver Intimität ihre Intensität, macht sie jedoch zugleich prekär: Jede Störung der Vermittlung kann Nähe verdichten oder abrupt auflösen. Intimität in solchen Räumen beruht daher nicht auf dem Aufheben von Distanz, sondern auf der bewussten Erfahrung ihrer technischen Vermittlung.

Aus künstlerischer Perspektive führt diese Verschiebung zu einer Reihe neuer Ausdrucksformen. Wenn Intimität nicht mehr ausschließlich an physische Berührung gebunden ist, sondern an die Gestaltung von Wahrnehmungsarrangements, entsteht ein weites Feld ästhetischer Möglichkeiten. Künstlerische Arbeiten, die sich mit immersiven Räumen auseinandersetzen, experimentieren mit sensiblen Übergängen zwischen dem Realen und dem Virtuellen. Sie untersuchen, wie Stimmen, Bewegungen, Licht, Vibrationen oder virtuelle Körper Empathie und Vertrauen erzeugen können. Oft zeigt sich dabei, dass Intimität nicht durch Realismus entsteht, sondern durch Präzision: durch das feine Abstimmen von Reizen, durch die bewusste Offenlegung der technologischen Vermittlung, durch die sorgfältige Choreografie von Nähe und Distanz.

„Der Algorithmus ist da. Er bleibt. Er wirkt. Entscheidend ist die Frage nach der Ästhetik: Wie bleibt das Menschsein erfahrbar?“
Stina Wirth, Communications & Content

I Feel You

SOAP (c) Ruth Stofer

Dass immersive Räume intime Erfahrungen ermöglichen können, bedeutet jedoch nicht, dass sie dies automatisch tun. Vielmehr erfordern sie eine besondere Sensibilität im Umgang mit Erwartungen, Affekten und Verantwortung. Wenn Nähe technisch erzeugt oder verstärkt wird, stellt sich unweigerlich die Frage, wer die Bedingungen dieser Nähe definiert. Ebenso wichtig ist die Frage, wie sich Machtverhältnisse, Zugang und Kontrolle verschieben, wenn Intimität nicht nur eine körperliche, sondern auch eine algorithmisch gestaltete Größe ist. Die ethischen Dimensionen immersiver Intimität sind deshalb ebenso entscheidend wie die ästhetischen. Für eine Institution, die künstlerische Forschung mit technologischer Entwicklung verbindet, ist diese Verantwortung kein Nebenaspekt, sondern Voraussetzung jeder Arbeit.

„Theorie und Praxis in Theorie und Praxis.“
Felicia Zeller

Letztlich zeigen immersive Räume, dass Intimität kein festes Konzept ist, sondern eine Beziehungspraxis, die sich stetig verändert. Sie entsteht dort, wo Menschen bereit sind, sich auf neue Formen von Anwesenheit und Wahrnehmung einzulassen, und wo Technologien nicht als Ersatz für menschliche Begegnung fungieren, sondern als Mittel, diese zu erweitern. In dieser Erweiterung liegt großes Potenzial für jene, die sensibel, reflektiert und mutig genug sind, das Unbekannte nicht nur zu erforschen, sondern künstlerisch zu gestalten.

KI-Ära

Bühnen der Zukunft zwischen Kunst, Technologie und Verantwortung

Die Bühnen der Zukunft entstehen dort, wo künstlerische Vorstellungskraft auf technologischen Fortschritt trifft. Nicht als technisches Upgrade oder Infragestellung des Bestehenden, sondern als Erweiterung dessen, was Theater im Kern ausmacht: Wahrnehmung, Resonanz, das Erfinden von Beziehungen zwischen Körper und Raum, Text und Klang, generiert Bedeutung. KI, Sensorik und immersive Technologien sind dabei keine Fremdkörper, sondern Ausdruck einer Zeit, in der sich die Bedingungen des Erzählens, des Spielens und des Zusammenseins tiefgreifend verändern.

Entscheidend ist, dass wir diese Technologien nicht als autonome Kräfte begreifen, sondern als

Spiegel unseres eigenen Handelns. KI ist nicht „intelligent“, sondern ein von uns geformtes System kultureller Muster. Sensorik beschreibt eine neue technisch vermittelte Sensibilität, die Körper und Räume anders miteinander verschaltet. Immersive Technologien erzeugen keine Ersatzwelten, sondern fordern uns heraus, Präsenz, Perspektive und Einfühlung neu zu definieren. Jede dieser Entwicklungen eröffnet Fragen nach Autor*innenschaft, Verantwortung sowie nach den ästhetischen und ethischen Bedingungen unseres Tuns.

Für die Darstellenden Künste bedeutet das: Wir stehen an einem Punkt, an dem technologische Innovation nur dann produktiv wird, wenn sie aus der künstlerischen Notwendigkeit heraus definiert, gestaltet und genutzt wird. Wenn Sensorik und KI nicht bloß Daten liefern und rekombinieren, sondern kollaborative Impulse erzeugen. Wenn durch Immersion auch Ambivalenzen wahrnehmbar und verhandelbar werden.

„Generative KI auf Basis von Large Language und Diffusion Models zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, Stile vorhandener Kunstwerke, ob Text, Audio oder Video, zu rekombinieren. Diese Fähigkeit kann im Theater mit seiner Tradition der Reinszenierung als kreativer Ausgangspunkt dienen.“
Tim Pauli Audiovisuelle Technik, Medienproduktion und IT

Die Bühnen der Zukunft sind somit keine futuristischen Labore, sondern künstlerische Erfahrungsräume, in denen wir verhandeln, wie wir als Gesellschaft mit unseren technologischen Erfindungen leben wollen. Sie sind Orte, an denen Technik nicht heroisiert wird, aber auch nicht misstrauisch weggeschoben, sondern in eine produktive Spannung mit den Künsten und mit uns als Besucher*innen tritt.

Diese Spannung ist notwendig, weil sie uns zwingt, neu zu denken: Über Form und Struktur, über Atmosphäre und Materialität, über die Rolle des Menschen im Zusammenspiel mit algorithmischen und sensorgestützten Systemen.

Wenn wir diese Entwicklungen ernst nehmen, entsteht eine Kunst, die nicht technologisch getrieben ist, sondern die Technologie als Teil unseres kulturellen Selbstverständnisses begreift. Die Bühnen der Zukunft sind damit nicht nur ein ästhetischer Möglichkeitsraum, sondern ein Ort der Verantwortung: Ein Wirklichkeitsraum.

Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW hat den Aufbau des landesweiten KIKompetenznetzwerks an das Theater Dortmund vergeben. Unter dem Titel K3 KI.Kunst.Kultur entsteht ein Netzwerk von 23 Institutionen aus Kunst, Wissenschaft und Kulturpolitik, das KI-Kompetenzen bündelt, qualifiziert und vernetzt. Angeboten werden Weiterbildungen für Kulturschaffende und Graduierte aus ganz NRW, eine KI-Akademie und Residenzen für exzellente künstlerische Praxis.

Kooperationen für künstlerische Innovation

„Viele Fähigkeiten werden von Algorithmen überholt – Bedeutung erzeugen, Empathie stiften und kollektive Erfahrung ermöglichen jedoch nicht. […]“
Michael Eickhoff Dramaturgie und internationale Vernetzung

Digitale Transformation ist nicht nur ein technologisches, sondern auch ein künstlerisches Feld. So entstehen gemeinsam mit unseren lokalen, nationalen sowie internationalen Partnern*innen Perspektiven, in denen Datenökosysteme, kreative Prozesse und gesellschaftliche Verantwortung zusammenwirken. In diesem Spannungsfeld beginnt eine Bewegung, die künstlerische Praxis, institutionelle Strukturen und digitale Entwicklung neu miteinander verbindet. Hieran knüpfen wir als Akademie für Theater und Digitalität auch in der kommenden Spielzeit an und verankern die Entwicklungen in unseren Kooperationen.

Während sich kulturelle Institutionen an der Schwelle neuer Realitätsräume positionieren, zeigt sich der Anspruch der Akademie besonders im Umgang mit datenbasierten Innovationsprozessen und im Erforschen der Beziehungen zwischen Menschen und KI-gesteuerten Systemen. Mit Projekten wie EXCENTRIC entsteht eine Infrastruktur, die Kulturorganisationen beim Übergang in eine intelligente und auf den Menschen ausgerichtete digitale Praxis unterstützt. Die Beteiligten entwickeln Werkzeuge, die Programmplanung, Ressourcenorganisation und Publikumsarbeit nicht nur technisch optimieren, sondern als kulturelle Gestaltungsaufgaben neu rahmen. Gemeinsam mit den Dortmunder Philharmonikern entwickelt die Akademie einen Piloten, der KI-gestützt Daten von Zuschauer*innen live in kompositorische Elemente überführt.

Das dreijährige Projekt [Who] Rules To Encounter fragt danach, wie zukünftige Begegnungen mit humanoiden Robotern ästhetisch, ethisch und körperlich verständlich gestaltet werden können. Die Zusammenarbeit mit der Künstlerin und Choreografin Silke Grabinger, verschiedenen Tänzerinnen und Tänzern, Studierenden und inklusiven Gruppen führt zu einem wachsenden Repertoire von Bewegungen und Verhaltensmustern zwischen Mensch und Maschine, die mithilfe generativer KI analysiert, variiert und weiterentwickelt werden und als Grundlage neuer choreografischer Interaktionen dienen. Forschende mehrerer Universitäten aus Dortmund, Wien und Linz begleiten diesen Austausch zwischen Kunst und Wissenschaft, aus dem Performances entstehen, die den Menschen in der Begegnung mit der Maschine in eine sinnlich erfahrbare Begegnung mit sich selbst bringt: Wie können wir unsere Menschlichkeit im Angesicht einer neuen Spezies bewahren?

„ […] Das Theater der Zukunft müsste diese Unersetzbarkeit zuspitzen: Live-Situation, Verletzlichkeit, Ambiguität, körperliche Präsenz, Unvorhersehbarkeit.“
Michael Eickhoff, Dramaturgie und internationale Vernetzung

Parallel dazu wirkt die Akademie auf europäischer Ebene an der Entwicklung von Zukunftskompetenzen für Theaterhäuser mit. Im ETC Digital Theatre Programme entstehen Fortbildungen, die digitale Technologien als integralen Bestandteil zeitgenössischer Theaterarbeit vermitteln. Zugleich eröffnet das Theater der erweiterten Realitäten am Theater an der Ruhr (Mülheim) Arbeitsräume, in denen KI, immersive Szenografie und Virtual Reality zu einem neuen Verständnis von Bühnenwirklichkeit beitragen. Hier wird erprobt, wie sich Narrative verändern, wenn das Virtuelle mit dem Realen verschmilzt, und welche Formen des Erlebens daraus hervorgehen.

So verbinden sich unterschiedliche Forschungs- und Praxisfelder zu einem Ganzen, in dem Theater zum Labor, Technologie zum Werkstoff und Gesellschaft zur Mitgestalterin wird. Die Akademie für Theater und Digitalität übernimmt dabei eine vermittelnde Rolle: Sie arbeitet eng mit (inter-) nationalen Partner*innen der Ars Electronica, den Bayreuther Festspielen, Theatern in Mülheim und Gelsenkirchen sowie dem PAD Festival in Wiesbaden und der Berlin Science Week zusammen und trägt so diese Entwicklungen aktiv in die Zukunft der performativen Künste.

Ein zentraler Baustein ist der international ausgerichtete Masterstudiengang Theater and Digitality, den die Akademie mit der Fachhochschule Dortmund anbietet. Er vereint Theater, Kunst und Informatik und bezieht Darsteller*innen, Geschichten, Bühnen und Technologie gleichermaßen ein. Studierende erforschen und entwickeln digitale Technologien für die performative Kunst und erwerben ein breites Spektrum an theoretischen, praxisorientierten und berufsqualifizierenden Kompetenzen – von Mensch-Maschine-Schnittstellen bis zum Einsatz von Machine Learning auf analogen, virtuellen und hybriden Bühnen. Ziel ist es, Forschung, Lehre und künstlerische Praxis direkt miteinander zu verbinden und neue Formate an der Schnittstelle von Technologie und Performance zu erproben.

Darüber hinaus berät die Akademie das Deutsche Theatermuseum München bei seiner kommenden Ausstellung Theater & Digitalität, die ab Herbst 2026 unter anderem auch Projekte aus dem Umfeld der Akademie präsentiert. Für die Ars Electronica in Linz sowie das australische Medienkunstfestival Experimenta unterstützt die Akademie den australischen Künstler Kenneth Lambert mit einer Residenz in Dortmund. In seiner Installation Maximum Limit erzeugt Lambert eine instabile Wetterökologie aus Licht, Klang und Nebel, die auf die Bewegungen der Besucher*innen reagiert. Präsentiert wird die Arbeit im Rahmen des weltweit bedeutendsten Medienkunstfestivals in Linz – ermöglicht durch die Zusammenarbeit von Experimenta, Ars Electronica und der Akademie.

Durch diese Partnerschaften und viele weitere Projekte verbindet die Akademie prototypische Forschung, iterative Entwicklung und künstlerische Praxis und schafft somit notwendige Grundlagen, um Theater für die Zukunft zu gestalten.

Sponsoring und Förderungen

Ballett

Große Handlungsballette, neue Handschriften und Tanz mit internationaler Strahlkraft

Die Spielzeit 2026/27 des Ballett Dortmund ist veröffentlicht!

Jasmine Cameron, Companymitglied des NRW Juniorballett (c) Jan Philip Welchering

Mit literarisch inspirierten Handlungsballetten, einer wachsenden internationalen Gastspieltätigkeit und starken partizipativen Formaten starten das Ballett Dortmund und das NRW Juniorballett in die Spielzeit 2026/27. Zu den Höhepunkten zählen Dracula, Faust, Der kleine Prinz, die Wiederaufnahmen von Frida und Tribute to Mozart sowie zahlreiche Projekte, die Tanz weit über die Dortmunder Bühne hinaustragen.

Mit der Spielzeit 2026/27 setzen das Ballett Dortmund und das NRW Juniorballett auf eine Verbindung aus großen Erzählstoffen, künstlerischer Profilbildung und wachsender internationaler Präsenz. Im Mittelpunkt stehen neue Handlungsballette nach bedeutenden literarischen Vorlagen, ergänzt durch gefeierte Wiederaufnahmen, den Ausbau von Kooperationen und Gastspielen sowie partizipative Projekte, die Tanz über die Bühne hinaus in die Stadtgesellschaft tragen. So verbindet die neue Saison ästhetische Vielfalt mit einem klaren Anspruch auf Weiterentwicklung, Sichtbarkeit und Teilhabe.

Große Geschichten in Bewegung: Handlungsballette und Literaturstoffe
Mit den Premieren der Spielzeit legen das Ballett Dortmund einen klaren Schwerpunkt auf erzählerische Formate und literarische Vorlagen. Den Auftakt bildet im Oktober Dracula, die Deutsche Erstaufführung von Krzysztof Pastors erfolgreichem Ballett nach Bram Stokers weltberühmtem Roman. Im Februar folgt Edward Clugs Faust, ein Handlungsballett nach Goethes berühmter Tragödie, das den literarischen Klassiker in eine dichte, zeitgenössische Tanzsprache übersetzt. Im Juni bringt das NRW Juniorballett mit Der kleine Prinz einen poetischen Familienabend nach der Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry auf die Bühne. Wiederaufgenommen werden zudem Frida, Annabelle Lopez Ochoas farbintensive Hommage an Frida Kahlo, sowie Tribute to Mozart mit Choreografien von Jiří Kylián, Tess Voelker und Uwe Scholz.

Botschafter des Tanzes: Gastspiele von Ballett Dortmund und NRW Juniorballett
Die nationale und internationale Gastspieltätigkeit bleibt ein zentrales Profilmerkmal des Ballett Dortmund. In der Spielzeit 2026/27 gastiert das Ensemble mit Ein Mittsommernachtstraum beim Hong Kong Arts Festival und mit Tribute to Mozart im Rahmen des Festival de Música y Danza Granada in der Alhambra. Auch das NRW Juniorballett baut seine Präsenz weiter aus: Mit der neu begründeten Kooperation mit dem Theater Bonn zeigt die Company zunächst dort Der kleine Prinz, bevor die Produktion auch nach Dortmund kommt. Als „Botschafter*innen des Tanzes“ bleibt das NRW Juniorballett zudem mit dem Format Das NRW Juniorballett besucht Deine Schule in der Region präsent und bringt Tanz direkt in den Bildungsalltag junger Menschen. Hinzu kommen weitere Gastspiele innerhalb Deutschlands und über die Landesgrenzen hinaus.

Tanz weiterdenken: künstlerische Weiterentwicklung und Kompetenzzentren
Neben dem Spielplan entwickelt sich das Ballett Dortmund auch strukturell weiter. So wird das Health Center sukzessive ausgebaut, um Prävention und Gesundheitsförderung für die Tänzer*innen noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken. In Kooperation mit Borussia Dortmund setzt das Ballett Dortmund dabei auf sportwissenschaftlichen Austausch und innovative Ansätze, die langfristig Stabilität und nachhaltige Spitzenleistung fördern sollen. Zugleich wird die Förderung choreografischer Handschriften innerhalb der Companies weiter ausgebaut: Im Rahmen von We DO Dance! erhalten Tänzerinnen und Tänzer des Ballett Dortmund und des NRW Juniorballett die Möglichkeit, eigene künstlerische Ideen im Werkstattformat zu entwickeln und zu präsentieren. Darüber hinaus stärkt das Projekt ProArt328 an der Gesamtschule Scharnhorst in enger Zusammenarbeit mit dem Ballett Dortmund, dem Nachwuchsleistungszentrum von Borussia Dortmund, der Stadt Dortmund und dem Land Nordrhein-Westfalen die Verbindung von künstlerischer, sportlicher und schulischer Ausbildung.

Tanz für alle: Partizipative Projekte und kulturelle Teilhabe
Auch jenseits der großen Bühnenproduktionen fördert das Ballett Dortmund weiterhin auch Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenschluss. Mit dem Senior*innentanztheater entsteht in der Spielzeit 2026/27 erneut eine Uraufführung an der Schnittstelle von Sozial- und Kulturleben. Das JugendTanzTheaterBallettDortmund lädt Menschen ab 16 Jahren dazu ein, eigene Ausdrucksformen im Tanz zu entdecken und gemeinsam eine neue Produktion zu entwickeln. So versteht sich das Ballett Dortmund auch in der neuen Spielzeit nicht nur als Bühne für künstlerische Exzellenz, sondern auch als offenes Haus, das Tanz in die Stadtgesellschaft hineinträgt.

Stimmen zur neuen Spielzeit
„Literarische Stoffe sind für den Tanz besonders reizvoll, weil sie nicht nur Geschichten erzählen, sondern auch innere Welten öffnen und uns zudem mit bis heute relevanten Themen in Kontakt bringen“, sagt Ballettintendant Jaš Otrin. „Mit Dracula, Faust und Der kleine Prinz widmen wir uns in dieser Spielzeit sehr unterschiedlichen Figuren und Erzählräumen – vom Dunklen und Dämonischen bis zum Zarten und Poetischen.“

„Dass sowohl das Ballett Dortmund als auch das NRW Juniorballett ihre Gastspieltätigkeit weiter ausbauen, ist für uns ein wichtiges Zeichen“, so Otrin. „Das zeigt, dass die Arbeit beider Companies auch über Dortmund hinaus auf große Resonanz stößt und international als künstlerischer Impuls wahrgenommen wird.“

„Wir wollen Exzellenz, die nicht nur auf der Bühne sichtbar ist, sondern, dass diese auch spürbar in den Bedingungen, unter denen Kunst entsteht wurzelt“, sagt Otrin. „Der Ausbau unseres Health Centers und die Kooperation mit dem BVB stehen für den Anspruch Prävention, Gesundheit und nachhaltige Leistungsfähigkeit noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken.“

Highlights und Termine
26. & 27. September 2026, Opernhaus Dortmund
43. Internationale Ballettgala

17. Oktober 2026, 19:30 Uhr, Opernhaus Dortmund
Deutsche Erstaufführung Dracula

11. Dezember 2026, 19:30 Uhr, Opernhaus Dortmund
Wiederaufnahme Frida

13. Februar 2027, 19:30 Uhr, Opernhaus Dortmund
Premiere Faust

Hong Kong Arts Festival 2027
Gastspiel des Ballett Dortmund mit Ein Mittsommernachtstraum

03. April 2027, 19:30 Uhr, Theater Bonn
Europäische Erstaufführung Der kleine Prinz

04. April 2027, 18:00 Uhr, Theater Bonn
Weitere Vorstellung Der kleine Prinz

17. April 2027, 19:30 Uhr, Opernhaus Dortmund
Wiederaufnahme Tribute to Mozart

Festival de Música y Danza Granada 2027, Alhambra
Gastspiel des Ballett Dortmund mit Tribute to Mozart

Mai 2027, Kokerei Hansa
We DO Dance!

Juni 2027
Uraufführung SenTanDo
Uraufführung JugendTanzTheaterBallettDortmund

23. Juni 2027, 19:30 Uhr, Opernhaus Dortmund
Dortmunder Premiere Der kleine Prinz

24. .Juni 2027, 19:30 Uhr, Opernhaus Dortmund
Weitere Vorstellung Der kleine Prinz

25. Juni 2027, 11:00 Uhr, Opernhaus Dortmund
Weitere Vorstellung Der kleine Prinz

03. & 04. Juli 2027, Opernhaus Dortmund
44. Internationale Ballettgala