Akademie

Digitale Transformation als künstlerisches Handlungsfeld

Die Spielzeit 2026/27 der Akademie für Theater und Digitalität setzt mit Projekten zu humanoider Robotik, generativer KI und ko-kreativen Aufführungsformaten neue Maßstäbe

Artist Silke Grabinger (c) SILK

In der Spielzeit 2026/27 begreift die Akademie für Theater und Digitalität digitale Transformation nicht ausschließlich als technologische Entwicklung, sondern explizit als künstlerisches Handlungsfeld. In der Zusammenarbeit mit lokalen, nationalen und internationalen Partner*innen entstehen Konstellationen, in denen Datenökosysteme, kreative Praxis und gesellschaftliche Verantwortung systematisch ineinandergreifen. Daraus formiert sich ein dynamischer Raum, der künstlerische Produktion, institutionelle Strukturen und digitale Innovation neu miteinander verzahnt.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt [Who] Rules To Encounter untersucht, wie Begegnungen mit humanoiden Robotern künftig ästhetisch, ethisch und körperlich erfahrbar gestaltet werden können. In Kooperation mit der Künstlerin und Choreografin Silke Grabinger sowie Tänzer*innen des NRW Juniorballett und des JugendTanzTheater (beide am Theater Dortmund) sowie Studierenden und inklusiven Gruppen entstehen neue Formen der Interaktion unter veränderten technologischen Bedingungen. Diese erweitern das Spektrum möglicher Begegnungen und werden mithilfe generativer KI analysiert, transformiert und weiterentwickelt. Sie bilden zugleich die Grundlage neuer choreografischer Ansätze. Parallel wird der Prozess durch Forschende aus Dortmund (Fraunhofer IML), Wien (TU Wien) und Linz (JKU Linz) begleitet. Aus der Verbindung von künstlerischer Praxis und wissenschaftlicher Reflexion entstehen Performances, die Begegnungen mit humanoider Robotik sinnlich erfahrbar machen und zentrale Fragestellungen adressieren: Wie lässt sich das Menschliche im Verhältnis zu einer neuen technologischen Gegenüberform bestimmen und behaupten?

Vor dem Hintergrund zunehmend digitaler und hybrider Erfahrungsräume positionieren sich auch kulturelle Institutionen neu. Die Akademie setzt hier gezielt an datenbasierten Innovationsprozessen sowie an der Erforschung von Beziehungen zwischen Mensch und KI-gestützten Systemen an. Gemeinsam mit den Dortmunder Philharmonikern stellen wir uns im Horizon Europe-Projekt EXCENTRIC der Herausforderung, das Publikum stärker in die darstellenden Künste einzubeziehen. Ziel ist es, ko-kreative Aufführungsformate zu erforschen, bei denen die Beiträge des Publikums den Verlauf von Live-Musik- und Theateraufführungen aktiv mitgestalten, wobei Daten nicht als analytische Ressource, sondern als künstlerisches Material betrachtet werden. Es wird ein prototypischer Ansatz entwickelt, bei dem KI-gestützt Publikumsdaten in Echtzeit in musikalische Parameter übersetzt und unmittelbar in kompositorische Prozesse mit den Dortmunder Philharmonikern integriert werden.