Guillem Rojo i Gallego, Tänzer des Balletts Dortmund und Choreograf, erhielt für seine Choreografie The Blood of a Poet den Prof.-Balzert-Ballettpreis 2026. Die Produktion ist eine Kooperation der Akademie für Theater und Digitalität (Intendanz: Marcus Lobbes) und des Balletts Dortmund (Intendanz: Jaš Otrin) und wurde im Rahmen der 42. Internationalen Ballettgala im Opernhaus Dortmund präsentiert.
Tanz, digitale Technologien und künstlerische Forschung verbinden sich in The Blood of a Poet zu einer neuen Form des Bühnenerlebens. Für diese Arbeit erhielt Guillem Rojo i Gallego, Choreograf und Tänzer des Ballett Dortmund, den Prof.-Balzert-Ballettpreis 2026. Die Auszeichnung wurde am 04. Juli 2026 im Rahmen der 42. Internationalen Ballettgala verliehen, bei der die Produktion auf der Bühne des Opernhauses als Uraufführung zu erleben war. Mit The Blood of a Poet ist ein Werk entstanden, das zeitgenössischen Tanz mit Projektion, Motion Capture, generativer Künstlicher Intelligenz und Interaktion verbindet. Digitale Technologien dienen dabei nicht als Effekt, sondern werden Teil der choreografischen Erzählung. So entstand eine Bühnenwelt, in der sich analoger Tanz und digitale Innovation gegenseitig ergänzen und neue künstlerische Ausdrucksformen ermöglichen.
The Blood of a Poet ist eine Kooperation der Akademie für Theater und Digitalität (Intendanz: Marcus Lobbes) und des Ballett Dortmund (Intendanz: Jaš Otrin). Gemeinsam mit Tech-Artist Nils Gallist begleitete die Akademie den künstlerisch-technologischen Entwicklungsprozess. Das Ballett Dortmund verantwortete die Produktion und brachte das Werk mit sieben Tänzerinnen der Company unter der choreografischen Leitung von Guillem Rojo i Gallego auf die Bühne der Internationalen Ballettgala.
Für Guillem Rojo i Gallego ist die Produktion zugleich ein wichtiger Schritt seiner choreografischen Entwicklung. Als Tänzer des Ballett Dortmund ist er Teil des Mentorenprogramms für Choreografie, mit dem das Ballett Dortmund gezielt choreografische Talente aus den eigenen Reihen fördert und ihnen Raum gibt, eine eigene künstlerische Handschrift zu entwickeln. Auch inhaltlich fügt sich The Blood of a Poet in einen zentralen inhaltlichen Schwerpunkt der aktuellen Spielzeit ein. Wie die Produktionen Frida oder Ella (Jugendtanztheater) richtet das Werk den Blick auf Künstlerinnen, denen zu Lebzeiten nicht die Aufmerksamkeit oder Anerkennung zuteilwurde, die sie verdient hätten. Damit verbindet die Produktion technologische Innovation mit einer künstlerischen Auseinandersetzung über Erinnerung, Sichtbarkeit und die Frage, welche Geschichten heute wie erzählt werden.
Auszeichnung für Innovation, Kultur und Kooperation zweier Theatersparten
Der Prof.-Balzert-Ballettpreis würdigt Produktionen, die neue Impulse für den Tanz setzen und digitale Technologien als künstlerisches Gestaltungsmittel weiterdenken. Gestiftet wurde der Preis von den Dortmunder Informatikprofessoren Heide und Helmut Balzert. Er schlägt bewusst eine Brücke zwischen Wissenschaft, Technologie und den Darstellenden Künsten und zeichnet Arbeiten aus, die neue Wege für den Tanz eröffnen.
Mit The Blood of a Poet wird nicht nur eine außergewöhnliche Choreografie ausgezeichnet. Gewürdigt wurde zugleich die enge Zusammenarbeit zwischen der Akademie für Theater und Digitalität und dem Ballett Dortmund. Sie macht sichtbar, wie aus der Verbindung von künstlerischer Forschung, technologischer Entwicklung und choreografischer Praxis neue ästhetische Möglichkeiten entstehen und digitale Technologien den Tanz als künstlerisches Ausdrucksmittel erweitern: Die Akademie ist ein international vernetztes Forschungs- und Entwicklungslabor, das den digitalen Wandel der Darstellenden Künste künstlerisch gestaltet. An der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Wissenschaft entwickelt das Team gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern sowie Creative Technologists neue Methoden, Werkzeuge, Produktionsweisen und Erzählformen für die performativen Künste. Das Ballett Dortmund bringt diese Entwicklungen in die künstlerische Praxis und auf die Bühne – dort, wo Innovation für das Publikum unmittelbar erlebbar wird.