von Bertolt Brecht, unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann
In der Regie von Ariane Kareev entwickelt das Schauspiel Dortmund im November 2026 eine Neuinszenierung von Brechts Die heilige Johanna der Schlachthöfe in einer Spiegelstruktur, also in einer Parallelführung an zwei Orten auf der Kokerei Hansa. Brechts Johanna fügt sich in Brechts Stück von Arbeit und Gewalt den äußeren Zuschreibungen eines Systems und scheitert endgültig daran.
Die Dortmunder Inszenierung ist wiederum der Versuch, Brechts Johanna eine Zukunft zu verschaffen, ohne die historischen Kontinuitäten und die bald hundertjährige Rezeption beiseite zu schieben. Diese werden vielmehr sichtbar in der denkmalgeschützten Kulisse als Ausgangspunkt des Raumes von Bühnenbildnerin Lina Oanh Nguyễn. Brechts Titelfigur ist längst bedeutsam geworden in Fragen gegenwärtiger Herrschaftskritik, als Stimme der Revolution, die sich über ihre eigene Handlung hinaus fortsetzt.
Die Struktur der Spiegelung, die formgebend für die Inszenierung ist, lässt ihre Handlung wie ein Perpetuum Mobile wirken: Figuren, Konflikte und Machtmechanismen drehen sich virtuos um sich selbst, gesellschaftliche Kreisläufe wiederholen sich, und das Publikum wird Zeuge kollektiver Bewegung und spektakulärer Artistik, als ästhetische Resonanz der gesellschaftlichen Mechanismen, die Brecht beschreibt.
Mit einem großen Ensemble, dem Dortmunder Sprechchor und Zirkusartist*innen wird Ariane Kareev Brechts Bühnenfassung als bewegendes Spektakel in Szene setzen. Dem Dortmunder Publikum hat die Regisseurin sich bereits in der Spielzeit 25|26 mit der Inszenierung von Antigone vorgestellt. Die Tragödie von Sophokles in einer Bearbeitung von Roland Schimmelpfennig verhandelt die Grenzen von öffentlichem Recht und göttlicher Ordnung und wurde in Ariane Kareevs Inszenierung mit formstarken Akzenten versehen.
Wir freuen uns, den vielschichtigen und brachialen Klassenkampf des Brecht-Klassikers in ihrer Handschrift zeigen zu dürfen – als ein Perpetuum Mobile, das Zuschauende in den Sog der Handlung zieht und die Zirkularität sozialer Strukturen spürbar macht.
Hinweis zum Aufführungsort Die Kokerei Hansa ist ein besonderer Aufführungsort – und im Winter entsprechend kühl. Die historischen Industriehallen sind nicht durchgehend beheizt; die Temperaturen können je nach Wetter und Aufenthaltsort deutlich sinken. Bitte denken Sie deshalb an warme, möglichst mehrere Schichten Kleidung und festes, bequemes Schuhwerk. Da Sie sich während der Vorstellung teilweise in den weitläufigen Hallen bewegen, empfehlen wir Ihnen, sich auf einen Aufenthalt in teilweise kühler Umgebung einzustellen. So können Sie die besondere Atmosphäre dieses Ortes auch im Winter gut erleben.
Hinweis zu Zugänglichkeit und Access-Angeboten Die Kokerei Hansa ist ein historischer Industriestandort. Unebene Böden, Schwellen, Treppen und längere Wege prägen die räumlichen Gegebenheiten vor Ort.
Für Ihren Besuch der Inszenierung Die heilige Johanna der Schlachthöfe bieten wir Angebote nach Absprache an. Bei Fragen zu den räumlichen Gegebenheiten, unseren Access-Angeboten oder individuellen Bedarfen wenden Sie sich daher gerne vorab an unser Team.
anschl. Premierenfeier
Vor der Vorstellung Torte und Theater
Weitere Termine folgen.
Johanna (Waschkaue)
Rose Lohmann
Johanna (Kompressorenhalle)
Nika Mišković
Johanna (Circus)
Emma Appeltants
Mauler
Luis Quintana
Meyers
Mariann Yar
Cridle/Mulberry
Flavius Hölzemann
Lennox/Herr Luckerniddle
Ekkehard Freye
Frau Luckerniddle
Marlena Keil
Slift
Roberto Romeo
Snyder
Viet Anh Alexander Tran
Arbeiterführerin
Sarah Quarshie
Arbeiterführer (Circus)
Aleksey Smolov
Mutter
Fabienne-Deniz Hammer
Martha
Puah Abdellaoui
Dortmunder Sprechchor
Schwarze Strohhüte: Regine Anacker, Heide Alscher, Thomas Elsner, Dagmar Kyar, Maria Rühling, Elisabeth Stamm, Ulla Stadermann-Hellweg, N.N.
Viehbörse: Sabine Bathe-Kruse, Birgit Gesing, Anne Grundmann, Berthold Kamp, Jörg Karweick, Karl Kruse, Heike Lorenz, Maria Lüchtenfeld, Brigitte Merschhempke, Katrin Osbelt, Birgit Rumpel, Jörg Schubert
Arbeiter*innenchor (Waschkaue): Bettina Bartsch, Constanze Emmerich, Nina Goerke-Sander, Peter Jacob, Dagmar Kirchewski, Barbara Schmacke, Dieter Schmacke, Roland Schröter-Liederwald, Ulrike Späth, Hedda Zeitler
Arbeiter*innenchor (Kompressorenhalle): Nahla Haidar, Angelika Bammann, Dorothee Borghoff, Barbara Born-Wildt, Züleyha Er, Sabine Hensel, Birgit Hesse, Henri Hoffmann, Gudrun Kattke, Jeanette Kindas, Sabine Kleffmann, Birgit Korte, Beate Marschke, Ulrike Müller, Ramona Pöpping, Sylvia Reusse, Traudel Richard, Karin Rolka, Regina Schott, Gisela Tripp, Dirk Vedder, Sabine Voll, Lea Wesner, Barbara vor dem Bäumen, Heike Vollgraf
Regie
Ariane Kareev
Bühne
Lina Oanh Nguyễn
Kostüme
Petra Schnakenberg
Choreografie
Josa Kölbel
Sounddesign
Lasse Winkler
Video
Phil Hagen Jungschlaeger
Dramaturgie
Sabrina Toyen
Künstl. Produktionsleitung
Mara Henni Klimek,
Frauke Becker
Theatervermittlung
Sarah Jasinszczak
Sprechtraining
Sybille Krobs-Rotter
Licht/Video
Stefan Gimbel
Ton
Björn Netten,
Gürkan Erdugan,
Jörn Michutta,
Robin Lockhart,
Gertfried Lammersdorf
Regieassistenz
Madita Scülfort,
Jasmin Johann,
Samuel Abendroth
Bühnenbildassistenz
Constanze Kriester,
Sandra Maria Kania
Kostümassistenz
Soraya Ouderhm,
Slynrya Kongyoo
Kostümgestaltung
Susanne Matull
Inspizienz
Christoph Öhl,
Monika Gies-Hasmann
Soufflage
Klara Brandi,
Fiona Holl