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Enjoy Complexity: Zugänge, Teilhabe, Utopie

Diskursreihe der Akademie für Theater und Digitalität

Enjoy Complexity: Zugänge, Teilhabe, Utopie
Abspiel Grafik 57 Min.

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Zugänge, Teilhabe, Utopie

Die Akademie für Theater und Digitalität hat Theaterwissenschaftlerin Miriam Michel eingeladen, um über Barrieren und Inklusion am Theater zu sprechen. Gemeinsam mit Schauspielintendantin Julia Wissert und Peter Feuerbaum, Regisseur am Gehörlosentheater Dortmund, begeht sie das Haus und zeigt häufig unsichtbare Barrieren physischer und gesellschaftlicher Art auf.

Miriam Michel ist studierte Theaterwissenschaftlerin (Magister in Theaterwissenschaft, Amerikanistik und Soziologie) und M.A. in Szenische Forschung. Sie arbeitet seit 15 Jahren mehrheitlich freiberuflich, als freie Künstlerin/Regisseurin im Sprech- und Musiktheater, in Kompositionsprojekten und performativen Formaten (Audiowalk, interaktive Spaziergänge, begehbare Theaterinstallationen). 
Ihre Kooperationen bringen sie mit professionellen Künstler*innen, als auch mit Laien-Performer*innen allen Alters zusammen. Als Soloperformerin, in wechselnden Teams und mit dem Performance Kollektiv dorisdean, das sie 2006 gründete, entwickelt Michel verschiedene Formate in der Freien Szene NRW. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem „nicht-normalen Körper“ und seinem Einfluss auf die Welt sowie auf der Frage nach neuen, achtsamen Produktionsstrategien und dem Verhältnis von Authentizität / Repräsentation auf der Bühne. 

Miriam Michel war drei Jahre Dramaturgin/Regisseurin am Kinder- und Jugendtheater des Theater Hagen und hat dort erfolgreiche Regiearbeiten inszeniert. Sie leitete die pottfiction-Gruppe des Theater Hagen und war danach für zwei Jahre künstlerische Leitung der Europefiction-Gruppe am KJT (Kinder- und Jugendtheater Dortmund). Sie arbeitet/e u. a. mit dem Orchester Hagen, Schauspiel Essen, Koeppenhaus Greifswald, FFTheater Düsseldorf, Consol Theater Gelsenkirchen, Schauspiel Köln, Schauspielhaus Bochum, Schlosstheater Moers, Center for Literatur Burg Hülshoff und dem Theater Münster. 

Mit dorisdean gewann sie 2016 den Jury-Preis des Favoriten Festivals Dortmund und spielte u.a. beim Performing Arts Festival und NO LIMITS internationalen Theaterfestival in Berlin.  

Miriam Michel arbeitet/e als freie Dozentin (u. a. Theaterwissenschaft der Ruhr Universität Bochum, Folkwang Universität der Künste). 

Ausserdem erforscht sie als bildende Künstlerin (Collagen, Video/Audioperformances, Dokumentationen) ihre Umwelt, im Versuch Menschen und deren Realitäten zu verstehen. Die verschiedenen Medien helfen, den eigenen Standpunkt zu überprüfen und neue Blicke zu proben. 

Peter Feuerbaum ist Regisseur und erster Vorsitzender des 2008 gegründeten Gehörlosentheatervereins Dortmund e.V., der es sich zur Aufgabe gemacht hat, gehörlosen Menschen kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, Gebärdensprache bekannter zu machen und sie künstlerisch auf der Bühne auszudrücken. 

Er studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Germanistik und Geschichte und inszenierte mehrere Stücke mit und für gehörlose Menschen. 

Julia Wissert wurde in Freiburg am Breisgau geboren und wuchs am Kaiserstuhl auf. Sie ist die Älteste von vier Töchtern. Nach dem Abitur lebte Wissert länger in Sydney, London und Salzburg, wo sie sowohl auf als auch hinter der Bühne arbeitete.   

Nach ihrem Bachelorstudium der Media Arts und Drama an der University of Surrey in London, gründete sie das Physical Theater Kollektiv, „Bandidos Perditos“, gemeinsam mit ihren Kolleg*innen.  
Der Fokus ihrer Arbeit in London lag in den Bereichen Performance und ortsspezifischen Interventionen.   

Ihre performativen Ansätze aus der Londoner Phase verbanden sich durch ein verstärktes Interesse an Texten zu eigenen interdisziplinären Formen zwischen Sparten und Genres. Bereits in Oldenburg bewegten sich ihre Bühnenarbeiten an den Grenzen von Musiktheater, Theater und Audio - Installationen.  

 Seit 2015 arbeitet Wissert als freie Regisseurin. Sie inszenierte neben vielen anderen Häusern am Maxim Gorki Theater, am Nationaltheater Brno, am Staatstheater Oldenburg und am Schauspielhaus Bochum. Für ihre Arbeit 2069 am Schauspielhaus Bochum wurde sie für den Jungendtheaterpreis des Heidelbergers Stückemarkts nominiert. Seit der Spielzeit 2020/21 ist sie Intendantin des Schauspiel Dortmund.  

Julia Wissert verfolgt in ihrer Kunst, als auch ihrem weiteren Schaffen, einen machtkritischen, intersektionalen Ansatz, um sich mit dem Theater als auch der Gesellschaft, in der es verwurzelt ist, auseinanderzusetzen.