Schauspiel

„,Angst essen Seele auf“ verabschiedet sich aus dem Studio

Dor Alonis immersive Inszenierung nach dem Fassbinder-Klassiker ist letztmals zu erleben

Szene aus „Angst essen Seele auf“ (c) Birgit Hupfeld

Mit einer immersiven Inszenierung von Rainer Werner Fassbinders Angst essen Seele auf brachte Regisseur Dor Aloni in dieser Spielzeit eine besondere Form des Theatererlebnisses ins Studio des Schauspiel Dortmund. Am Samstag, 20. Juni, um 20 Uhr ist die Produktion letztmals zu sehen.
Das Publikum ist dabei nicht von der Bühne getrennt, sondern sitzt mitten im Raum und wird Teil des Geschehens. Der Studio Raum verwandelt sich so in ein gemeinsames Spielfeld, in dem Nähe, Distanz und gesellschaftliche Dynamiken unmittelbar erfahrbar werden.

Im Zentrum steht die Beziehung zwischen Emmi, einer älteren Putzfrau, und dem deutlich jüngeren marokkanischen Gastarbeiter Salem. Ihre Liebesgeschichte entwickelt sich vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Ausgrenzung und alltäglicher Vorurteile. Fassbinders Stoff zeigt dabei mit großer Klarheit, wie private Beziehungen durch gesellschaftliche Zuschreibungen geprägt werden und wie Einsamkeit Menschen miteinander verbindet.

Eine besondere Rolle übernimmt der Sprechchor Dortmund. Fünfzehn Sprechchorist*innen verleihen der Figur der Emmi eine vielstimmige Präsenz und eröffnen den Blick auf kollektive Wahrnehmungen und gesellschaftliche Erwartungen.

Mit der letzten Vorstellung endet eine Produktion, die einen Filmklassiker in eine unmittelbare Theaterform übersetzt und dem Publikum eine direkte, körperlich erfahrbare Perspektive auf gesellschaftliche Fragen eröffnet.

Die letzte Vorstellung von Angst essen Seele auf findet am Samstag, 20. Juni, um 20 Uhr im Studio des Schauspiel Dortmund statt.