Schauspiel

Intimer Blick auf das Vaterwerden: Uraufführung „,Nachrichten an meinen Sohn“ am Schauspiel Dortmund

Sinnlich-rhythmischer Monolog in der Regie von Leonard Dick nach dem Roman von Alejandro Zambra

Ekkehard Freye bei den Proben (c) Birgit Hupfeld

Ein Kind wird geboren, und mit ihm verschieben sich Wahrnehmung, Zeitgefühl und Realität. Nachrichten an meinen Sohn erzählt von den ersten hundert Tagen des Vaterseins, in denen Zärtlichkeit und Überforderung, Nähe und Schwermut eng miteinander verbunden sind. In der Regie von Leonard Dick entsteht daraus ein Monolog, der Sprache, Rhythmus und Stille als kompositorische Elemente eines theatralen Gefüges versteht. Ekkehard Freye spielt seinen ersten Soloabend am Schauspiel Dortmund. Premiere ist am Mittwoch, 13. Mai 2026, um 20:00 Uhr im Studio.

Vaterwerden zwischen Gegenwart und Erinnerung
Im Zentrum des Abends stehen die ersten Wochen und Monate mit einem Neugeborenen. Der Alltag ist geprägt von intensiven Momenten, aber auch von Erschöpfung und Schwermut, die sich in die Wahrnehmung einschreiben und den Blick auf das neue Leben mitbestimmen. Nähe und Distanz, Routine und Überforderung existieren dabei gleichzeitig, ohne sich aufzulösen.
Der Text verbindet diese frühe Phase des Vaterwerdens mit Erinnerungen an das eigene Aufwachsen und die Beziehung zum Vater des Autors. Erinnerung erscheint dabei nicht als feste Chronologie, sondern als etwas Verschiebbares, das sich im Rückblick verändert. Was erinnert wird, entsteht im Zusammenspiel von Wahrnehmung, Emotion und Erzählung und bleibt dabei stets fragil.

Team und künstlerische Umsetzung
Die Inszenierung entsteht in der Regie von Leonard Dick nach einem Text des chilenischen Autors Alejandro Zambra, geboren 1975 in Santiago de Chile, der zu den wichtigsten Stimmen der lateinamerikanischen Gegenwartsliteratur zählt. Damit trifft in diesem Projekt ein chilenischer Regisseur auf einen chilenischen Autor und setzt den Stoff in eine gemeinsame künstlerische Perspektive. Der Abend ist als Partitur angelegt, in der Sprache, Rhythmus und Stille miteinander verschränkt werden. Ergänzt wird die Inszenierung durch Musik von Andrej Agranovski und die dramaturgische Betreuung durch Sabrina Toyen.

Tickets und Termine
Die Premiere von Nachrichten an meinen Sohn findet am Mittwoch, 13. Mai 2026, um 20:00 Uhr im Studio des Schauspiel Dortmund statt. Eine weitere Vorstellung folgt am Freitag, 19. Juni 2026, um 20:00 Uhr sowie weitere Vorstellungen im Juli.
Karten sind für 10 € (5,50 € ermäßigt) an der Theaterkasse im Kundencenter (Platz der Alten Synagoge), telefonisch unter 0231/50 27 222 sowie im Webshop ▶ erhältlich.