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Zu den Plänen im Einzelnen

Großartige Stimmen, spannende Neudeutungen bekannter Werke und Entdeckerfreude bei Raritäten und Unbekanntem, darauf dürfen Sie sich in der Spielzeit 2020/21 freuen: drei Uraufführungen als Auftragskompositionen der Oper Dortmund (zwei davon für die Junge Oper) sowie zwei Deutsche Erstaufführungen und zwei Festivals. Bis Dezember können Sie sich auf drei spezielle Projekte freuen:

Als neuer Hausregisseur inszeniert Shootingstar Nikolaus Habjan, der sich gerade auch über innovative Theaterformate mit Puppen einen Namen gemacht hat, Mozarts Die Entführung aus dem Serail (ab 04.09.2020). Swing, Gospel, Funk, Rhythm and Blues, das sind die Stilrichtungen, die Jason Robert Brown in seiner packenden Musicalrevue Songs For A New World über Menschen in Extremsituationen zusammenbindet, die Gil Mehmert in Szene setzt (ab 27.09.2020). Ein aus Arien von Monteverdi, Vivaldi und Händel kreiertes barockes Pasticcio verhandelt auf poetische Weise das Thema Sehnsucht. (Regie: Andreas Rosar, ab 22.11.2020). Ab Dezember hoffen wir wieder, auch orchestral größer besetzte Werke mit Chor auf der Bühne zeigen zu können und planen bis Februar eine Reihe von Wiederaufnahmen.

Ab 2021 hoffen wir, auf die umfassende Rückkehr zur Normalität. Die Premieren der zweiten Spielzeithälfte bündeln sich in zwei Festivalformaten:

Jedes Jahr ab Mai 2020 plant die Oper Dortmund bekanntlich im zeitlichen Kontext zu Richard Wagners Geburtstag ein Festivalformat mit angeschlossenem Symposion, das die Neuinszenierung einer Wagneroper mit Neuinszenierungen zwei weiterer Opern verbindet, mit Neuinszenierungen historisch wichtiger Werke von Vorläufern, Zeitgenossen, Antipoden und Nachfolgern Wagners,  zuweilen auch Uraufführungen mit Bezug zu Wagner.

Die 2020 nicht realisierte Premiere von Fernand Cortez (Erstaufführung der 3.Fassung in französischer Sprache) werden wir 2022 nachholen und die für 2020 geplanten Themen in spätere Wagner-Kosmen einbauen. Ab 2022 wird sich im Wagner-Kosmos III ff alles um den neuen Dortmunder Ring drehen und in Bezug zu ihm gesetzt werden.

Der Wagner-Kosmos II  unter dem Titel Macht und Manipulation dagegen  konzentriert sich auf drei Komponisten, die in einem starken Spannungsfeld zu Richard Wagner stehen: Richard Strauss, Camille Saint-Saëns und Giuseppe Verdi, dessen Otello von Bernhard Lang unter dem Titel Der Hetzer packend mit Blick auf die gesellschaftliche Realität im 21. Jahrhundert überschrieben wurde. (Uraufführung 21.3.2021). Frédégonde erlebt ihre Deutsche Erstaufführung im Kontext zum Gedenken an den 100. Todestag von Camille Saint-Saëns bereits zum Auftakt des Saint-Saëns - Jahres am 16. Januar 2021. Mit Marie-Eve Signeyrole und Kai Anne Schuhmacher geben zwei hochinteressante junge Regisseurinnen ihr Debüt in Dortmund. Strauss Ariadne auf Naxos (Regie: Martin G. Berger) feiert am 15. Mai 2021 ihre Premiere im Wagner-Kosmos II (13. Mai bis 16. Mai 2021). Auch Thierry Thidrows Oper für Jugendliche Persona – entwickelt in Zusammenarbeit mit der Dortmunder Akademie für Theater und Digitalität – kommt innerhalb des Wagner-Kosomos II zur Uraufführung, der damit unter Bezug auf Wagners „ Kinder, schafft Neues“ zusammen mit Langs Der Hetzer einen starken Neue Musik Akzent erhält.

György Kurtágs Fin de Partie –2019 zur „Uraufführung des Jahres“ gewählt – erlebt in der Regie von Ingo Kerkhof ihre Deutsche Erstaufführung im Dortmunder Opernhaus als Zweitinszenierung, d.h. als erste Neuinszenierung seit der Uraufführung (ab 24.06.2021). Zu den Mitwirkenden zählen Frode Olsen und Hilary Summers, die schon in der Uraufführung an der Mailänder Scala sangen. Eingebettet ist Fin de Partie in das Beyond Opera Festival (19.06.2021 bis 27.06.2021).

Ich möchte mich an dieser Stelle sehr herzlich für Ihre Begeisterungsfähigkeit und Treue danken. Bis zur Corona bedingten Einstellung des Vorstellungsbetriebes im März 2020 hat die Oper Dortmund hinsichtlich Publikumszuspruch und Einnahmen das Rekordergebnis der Spielzeit 2018/2019 nochmals leicht übertroffen. Um uns gegenseitig das Leben zu vereinfachen und schnell auf sich ändernde Gegebenheiten programmatisch reagieren zu können, werden wir zunächst nur bis Ende Oktober Karten in den Verkauf geben, die Abonnements sind für diese Spielzeit ausgesetzt – d.h. als Abonnent erhalten Sie weiterhin ihre Vergünstigungen beim Ticketkauf, Sie sind aber nicht an bestimmte Vorstellungsdaten gebunden.

Ich hoffe sehr, Sie halten uns auch unter den gegenwärtigen Bedingungen die Treue und lassen uns unsere gemeinsame Entdeckungsreise durch die faszinierende Welt des Musiktheaters dort einigermaßen bruchlos fortsetzen, wo sie gewaltsam unterbrochen wurde.

Mein Team und ich freuen uns auf Sie!

Ihr Heribert Germeshausen