Ballett

Ballett Dortmund feiert deutsche Erstaufführung von „Dracula“

Krzysztof Pastors vielfach ausgezeichnetes Handlungsballett mit prachtvoller Ausstattung

Javier Cacheiro Alemán und Simon Jones (c) Leszek Januszewski

Mit der deutschen Erstaufführung von Krzysztof Pastors Dracula eröffnet das Ballett Dortmund am Samstag, 17. Oktober 2026, um 19:30 Uhr im Opernhaus die neue Spielzeit. Die 2018 vom West Australian Ballet uraufgeführte Choreografie nach Bram Stokers berühmtem Roman erzählt den Vampirmythos als großes romantisches Bühnenepos über Liebe, Verlust und Erlösung. Mit der Musik von Wojciech Kilar aus Francis Ford Coppolas „Bram Stoker’s Dracula“ trifft dabei einer der bekanntesten Stoffe der Literatur- und Filmgeschichte auf die Ballettbühne.

Seit Bram Stoker 1897 seinen Roman Dracula veröffentlichte, hat der berühmteste Vampir der Literaturgeschichte unzählige Verwandlungen erlebt. Im Kino wurde er zum Monster, Verführer und tragischen Liebenden. Der polnische Choreograf Krzysztof Pastor greift diese verschiedenen Facetten auf und rückt die menschliche Geschichte hinter dem Mythos ins Zentrum seiner Choreografie.
Sein Dracula ist ein Mann, der nach dem Tod seiner großen Liebe zwischen Leben und Tod gefangen bleibt. Jahrhunderte später begegnet er Mina, die seiner verstorbenen Frau gleicht, und verbindet mit ihr die Hoffnung auf Befreiung. Zwei Tänzer verkörpern die unterschiedlichen Erscheinungsformen Draculas und machen die Zerrissenheit der Figur auch körperlich sichtbar. „Dracula wird so oft grotesk dargestellt, mit Klauen, Vampirzähnen und Blut, das aus seinem Mund tropft. Aber darum geht es für mich nicht. Es geht um Liebe, Opfer und Leiden“, erklärt Pastor.

Dracula wird zum Handlungsballett
Pastor entwickelte den Stoff als abendfüllendes Handlungsballett mit einer neoklassischen und zugleich stark theatralischen Bewegungssprache. Intime Pas de Deux treffen auf große Ensembleszenen und choreografische Tableaus. Das Ballett Dortmund und das NRW Juniorballett bringen die Produktion nun erstmals in Deutschland auf die Bühne.
Eine zentrale Rolle spielt dabei Wojciech Kilars Musik. Seine Filmmusik für Francis Ford Coppolas Bram Stoker’s Dracula von 1992 bildet das musikalische Fundament der Choreografie und wird durch weitere Film- und Konzertwerke des polnischen Komponisten ergänzt. Kraftvolle, dunkle Klangflächen wechseln mit lyrischen und romantischen Passagen. „Selbst wenn die Musik relativ einfach und repetitiv erscheint, trägt sie etwas in sich: eine Melodie, einen Ruf aus der Vergangenheit, etwas, das einen unmittelbar erreicht“, beschreibt Pastor seine Verbindung zu Kilars Musik.

Von Westaustralien nach Dortmund
Uraufgeführt wurde Dracula 2018 beim West Australian Ballet. Die Produktion entstand als Koproduktion mit dem Queensland Ballet und wurde seitdem mehrfach ausgezeichnet. Für die deutsche Erstaufführung kommt das Werk in seiner opulenten Originalausstattung nach Dortmund: Bühnenbild und Kostüme führen vom düsteren Transsilvanien in die elegant-dekadente Gesellschaft des viktorianischen Londons.

Zugleich eröffnet Dracula das Spielzeitthema „Tanz und Literatur“ des Ballett Dortmund. Die Company widmet sich damit in der neuen Saison der Frage, wie bekannte Geschichten, Figuren und literarische Welten durch den Körper neu erzählt werden können. Den Auftakt bildet ein Stoff, der seit mehr als 125 Jahren immer wieder neue Bilder hervorgebracht hat – und nun erstmals in dieser Choreografie auf einer deutschen Bühne zu erleben ist.

Karten sind an der Theaterkasse im Kundencenter, telefonisch unter 0231/50 27 222 sowie im Webshop erhältlich.