Philharmoniker • Juni 2022

5. Kammerkonzert: Sieben letzte Worte

Joseph Haydn

Sieben letzte Worte

Joseph Haydn Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze, Hob. XX/1B, Bearbeitung für Streichquartett 

Es ist Joseph Haydns ungewöhnlichster Auftrag. Der spanische Adelige Don José Saluz de Santamaria ist ein frommer Mann mit ungewöhnlichen Ideen. Unter der Pfarrkirche des Rosenkranzes im südspanischen Cádiz errichtet er noch ein weiteres Kirchengewölbe. Die prächtige Ausstattung dort lässt er zur Passionszeit schwarz verhängen, um Exerzitien abzuhalten. Für die Zeremonie, die auf den sieben letzten Worten Jesu am Kreuz basiert, bestellt Don José Musik bei einem der berühmtesten Komponisten: Joseph Haydn. Der gibt zu, dass die Order aus Spanien für ihn eine Herausforderung sei. „Die Aufgabe, sieben Adagio’s wovon jedes gegen zehn Minuten dauern sollte, aufeinander folgen zu lassen ohne die Zuhörer zu ermüden, war keine von den leichtesten“. Das Ergebnis aber fällt ebenso „wahr“ wie „feierlich“ aus, wie es eine Musikzeitung damals formuliert. Von dem Werk fertigt Haydn gleich mehrere Versionen an, darunter auch eine Bearbeitung für Streichquartett. Haydns Sieben letzte Worte unseres Erlösers am Kreuze werden oft in Kirchen gespielt und in der Zeit vor Ostern. Doch diese meditative Werk ist Musik ist für jeden Ort und jede Zeit. Es vermag „den tiefsten Eindruck in der Seele“ zu hinterlassen, wie Haydn selbst es verspricht.