Schauspiel • Ab September 2026

Salome

von Einar Schleef nach Oscar Wild

(c) Jan Philip Welchering

Salome

Mit Salome nach Oscar Wilde und in der Rohfassung von Einar Schleef öffnet sich ein nächtlicher Raum aus Macht, Begehren, Religion und Gewalt. Jerusalem, die „Stadt der Städte“, ist zur überhitzten Kloake verkommen: ein Palast über Abfall, Blut und politischer Angst.

Das Schauspiel Dortmund erzählt diese Geschichte als Rückschau aus Herodias’ Blick nach Salomes Tod.
Im verlassenen Palast versucht sie, den Ablauf jener Nacht zu begreifen, in der ein Festbankett zum Exzess eskalierte und ein Schwur zum Todesurteil wurde. Unter dem Palast predigt der gefangene Prophet Johannes vom kommenden Gericht. Seine Stimme dringt durch die Nacht, beschimpft Herodes, zieht Salome magisch an und stößt sie zugleich zurück.

Herodias schlüpft in die Rolle ihrer Tochter und nähert sich der Leerstelle zwischen Salome und dem Propheten. Was ist zwischen ihnen wirklich geschehen? War Salome Verführerin oder Verführte, Johannes Prophet, Opfer oder Manipulator? Stimmen, Körper und Erinnerungen verschieben sich ineinander, bis Mutter und Tochter kaum noch zu trennen sind.

Im Zentrum der Geschichte steht der Konflikt um Sichtbarkeit: Salome fordert Anerkennung, konkret und körperlich; Johannes entzieht sich ihr, fixiert auf Gott, Gesetz und Verdammnis. Der Kuss auf seinen abgeschlagenen Kopf markiert den Punkt, an dem der lebendige Blick verweigert und der tote erzwungen wird.
Herodias ringt mit ihrer Schuld, Verantwortung und Eifersucht.
Am Ende erkennt sie Salome nicht mehr als Kind, nicht mehr als Opfer, sondern als eigenständig handelnde Frau. Kein Trost aber ein bitterer Frieden.

Madita Scülfort, die am Dortmunder Schauspiel bereits das Klassenzimmerstück Ausnahmezustand inszenierte, widmet sich nun dieser Salome, die vom Zerbrechen des Märchens erwiderter Liebe erzählt.

Besetzung

Regie Madita Scülfort
Ausstattung Slynrya Kongyoo
Dramaturgie Jasco Viefhues
Sounddesign Karl Neukauf