Wojciech Kilar (1932–2013) gilt als einer der bedeutendsten polnischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Er studierte Klavier und Komposition in Katowice und Krakau sowie bei Nadia Boulanger in Paris. Seit den 1970er-Jahren entwickelte er aus Neoklassizismus und Avantgarde eine unverwechselbare Tonsprache, die Minimalismus, kraftvolle Rhythmik, romantische Klangfülle, polnische Volksmusik und zunehmend auch religiöse Elemente miteinander verband. Zu seinen bekanntesten Konzertwerken gehören Krzesany, Kościelec 1909, Orawa, Exodus, Angelus und die Missa pro pace. Parallel avancierte Kilar zu einem der profiliertesten europäischen Filmkomponisten, schrieb seit 1958 Filmmusik und arbeitete mit Regisseuren wie Andrzej Wajda, Krzysztof Zanussi, Roman Polański und Francis Ford Coppola. Internationalen Ruhm erlangte er mit Coppolas Filmadaption Bram Stoker’s Dracula (1992); die monumentale Partitur verbindet symphonische Wucht und düstere Dramatik mit einem großen Liebesthema und bildet die musikalische Grundlage für Krzysztof Pastors Ballett Dracula. Für sein Schaffen wurde Kilar mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter dem César für die Filmmusik zu Der Pianist sowie dem Orden des Weißen Adlers, Polens höchster staatlicher Auszeichnung.