Mit Salome eröffnet das Schauspiel Dortmund seine Spielzeit 2026/27 und erzählt einen vermeintlich bekannten Mythos aus einer ungewohnten Perspektive: Nicht die Frage, warum Salome Johannes' Kopf fordert, steht im Zentrum, sondern die Frage, warum sie selbst nicht gesehen wird. Die Premiere findet am 20. September 2026 um 18 Uhr im Studio des Schauspielhaus Dortmund statt.
Der Wunsch gesehen zu werden
Alle Blicke sind auf Salome gerichtet: Tetrarch Herodes begehrt sie, der gefangene Prophet Johannes weist sie zurück, ihre Mutter Herodias versucht, die Kontrolle zu behalten. Als Salome für Herodes tanzt, setzt sie eine Kette von Ereignissen in Gang, die in einer der berühmtesten Szenen der Theatergeschichte endet. Doch unsere Salome fragt nicht, warum diese den Kopf des Johannes fordert. Sie fragt, warum niemand sie wirklich sieht.
Jenseits der Femme fatal
Erzählt wird die Geschichte aus der Erinnerung von Salomes Mutter Herodias. Im verlassenen Palast geht sie die verhängnisvolle Nacht noch einmal durch. Zeitsprünge und Rollenwechsel lassen die Figuren dieser brüchigen Welt immer wieder neu entstehen. Aus dem Mythos um die vermeintliche Verführerin wird eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Zuschreibungen, patriarchaler Gewalt und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. So erscheint Salome nicht als Femme fatale oder Heilige, sondern als junge Frau, die in einer Welt, in der alle über sie sprechen, um den einen Blick ringt, der sie als Menschen erkennt.
Team und Ensemble
Es spielen Sarah Quarshie als Salome und Herodias, Viet Anh Alexander Tran als Person, Johannes und Salome sowie Luis Quintana als Herodes und Narraboth. Madita Scülfort gibt mit dieser Produktion ihr Regiedebüt am Schauspiel Dortmund. Jasco Viefhues ist Dramaturg, Slynrya Kongyoo übernimmt die Ausstattung und Karl Neukauf das Sounddesign. Beatrice Masala ist für die Choreografie verantwortlich und Samuel Abendroth ist der Regieassistent.
Tickets und Termine
Die Premiere findet am Sonntag, 20. September 2026 um 18 Uhr statt, Einführung ab 17:30 Uhr, anschließend Premierenfeier. Weitere Vorstellungen finden am Samstag, 26. September um 20 Uhr und Sonntag, 27. September um 18 Uhr statt. Weitere Termine folgen.
Ort: Studio (Schauspielhaus).
Tickets sind im Kundencenter am Platz der Alten Synagoge und im Webshop erhältlich.