Ballett

Von Frida zur „Tänzerin des Jahres“

Sae Tamura erhält neuen Tanzpreis beim Ballett Dortmund

Dr. Gerd Bollermann (Ballettfreunde Dortmund e. V.), Sae Tamura, Dr. Jas Otrin (Intendant Ballett Dortmund & NRW Juniorballett) (c) Leszek Januszewski

Sae Tamura ist die erste „Tänzerin des Jahres“ des Ballett Dortmund. Der neu geschaffene und mit 5.000 Euro dotierte Preis würdigt herausragende künstlerische Leistungen innerhalb des Ballett Dortmund und des NRW Juniorballett. Initiiert wurde die Auszeichnung von Ballettintendant Jaš Otrin, gestiftet wird sie von der Sparkasse Dortmund, getragen von den Ballettfreunden Dortmund e. V.

Mit Sae Tamura fällt die Wahl bei der ersten Vergabe auf eine Künstlerin, die seit 2012 zum Ensemble gehört und die Company seit mehr als einem Jahrzehnt entscheidend mitprägt. Zu ihren markantesten Rollen zählt die Verkörperung der mexikanischen Malerin Frida Kahlo in Annabelle Lopez Ochoas Choreografie Frida. Zwischen Verletzlichkeit und kämpferischer Kraft, Lebenslust und körperlichem Schmerz entwickelte Tamura ein vielschichtiges Bühnenporträt. Mit fein nuancierten Bewegungen, technischer Präzision und großer körperlicher Präsenz machte sie die innere Welt der Künstlerin erfahrbar. In der aktuellen Spielzeit ist sie erneut in dieser Rolle auf der Bühne des Opernhauses Dortmund zu erleben.

In Japan geboren, führte Sae Tamuras Ausbildung von der Yamaji Rumiko Ballet School in Tokio an die Ballettschule der Wiener Staatsoper. Nach ihrem Erstengagement beim Wiener Staatsballett wechselte sie 2012 nach Dortmund. Seither war sie in zahlreichen zentralen Produktionen des Repertoires zu erleben. Ihre Bandbreite reicht von Handlungsballetten wie Romeo und Julia, Schwanensee, La Bayadère oder Peer Gynt bis zu zeitgenössischen Arbeiten wie Edward Clugs Carmina Burana oder Alexander Ekmans Ein Mittsommernachtstraum. Über die Jahre entwickelte sie dabei eine unverwechselbare Bühnenpräsenz und eine besondere Fähigkeit, Charaktere auch in kleinsten Bewegungen präzise zu zeichnen.

Neuer Preis würdigt mehr als Sololeistungen
Der neue Dortmunder Preis „Tänzer*in des Jahres“ richtet den Blick bewusst über einzelne Rollen und Abende hinaus. Neben darstellerischer und tänzerischer Qualität fließen die individuelle künstlerische Entwicklung, Kollegialität sowie die Partner*innenarbeit im Pas de deux und im Ensemble in die Bewertung ein. Damit berücksichtigt die Auszeichnung auch jene künstlerische und menschliche Arbeit, die für das Publikum nicht immer unmittelbar sichtbar ist, für eine Company jedoch wesentlich bleibt.

Eine Besonderheit liegt im Auswahlverfahren: Vorschläge können sowohl von den Ballettfreunden Dortmund e. V. als auch von den Tänzer*innen des Ballett Dortmund und des NRW Juniorballetts eingebracht werden. Über die Vergabe entscheidet eine Jury. Bei der ersten Preisvergabe gehörten dazu Ballettintendant Jaš Otrin, der Geschäftsführende Direktor des Theater Dortmund Tobias Ehinger, der ehemalige Ballettintendant Xin Peng Wang sowie der Vorsitzende der Ballettfreunde Dortmund e. V., Prof. Dr. Gerd Bollermann, an.
Die Ballettfreunde Dortmund e. V. tragen die Auszeichnung in enger Zusammenarbeit mit dem Ballett Dortmund, die Sparkasse Dortmund stiftet das Preisgeld.

Mit Sae Tamura erhält der neue Preis eine erste Preisträgerin, deren künstlerische Entwicklung eng mit Dortmund verbunden ist und die beispielhaft für die Kontinuität, Vielseitigkeit und Ensemblearbeit steht, die mit der Auszeichnung sichtbar gemacht werden sollen.