Das Schauspiel Dortmund verfügt neuerdings über zwei mobile Spiel- und Bildungsstätten. Zwei Ape(lina)s, eine in pink, die andere in schwarz. Beide sind mit einer Kaffeemaschine, einem Bücherregal und Hockern zum Sitzen ausgestattet. Sie kooperieren durch Musik, Lesungen und Kinderprogramme mit kulturellen und sozialen Einrichtungen und Partner*innen aus der Stadt Dortmund. Es besteht auch die Möglichkeit, Ensemblemitglieder des Schauspiel Dortmund bei einer szenischen Lesung kennenzulernen. Außerdem bringen sie das aktuelle Programm (Spielplan, Flyer und Merchandise) des Schauspiel Dortmund mit, wo immer sie sind.
Gemeinsam mit Ape-Künstler*innen aus den vergangenen Spielzeiten und in Kooperation mit den Bildungspartner*innen bieten die Ape(lina)s verschiedene Workshops und zugängliche Bildungsprogramme an, vor allem für Kinder und Jugendliche.
Am Sonntag, 22.03., zur letzten Vorstellung von ‚Pidor‘ und der Wolf laden wir Sie ein, uns in die Schauburg Dortmund zu folgen – und dann wieder zurück. Unsere Ape(lina) erwartet Sie an beiden Orten vor der Vorstellung.
15:00 Uhr Einführung in der Schauburg
15:20 Uhr God’s Own Country, Tickets im VVK bei der Schauburg ▶
17:30 Uhr Einführung im Schauspiel Dortmund
18:00 ‚Pidor‘ und der Wolf
Bei einem kostenlosen Cappuccino (oder auch zwei) gibt Sabrina Toyen, Leitende Dramaturgin am Schauspiel Dortmund, eine Einführung zu Francis Lees Film God’s Own Country. In Francis Lees Film God’s Own Country entfaltet sich eine leise, intensive Geschichte über Nähe, Scham und die Möglichkeit von Zärtlichkeit in einer Umgebung, die dafür kaum Raum lässt. Der Film spielt in den rauen Hügeln von Yorkshire, einer ländlichen Region im Norden Englands, in der Arbeit, Tradition und Männlichkeitsbilder eng miteinander verwoben sind. Hier lebt Johnny, ein junger Farmer, der seinen Alltag zwischen Stall, Familie und Alkohol organisiert. Als der rumänische Saisonarbeiter Gheorghe auf den Hof kommt, verschiebt sich etwas.
Die ländliche Umgebung erscheint als Resonanzraum einer sozialen Enge und Heteronormativität. Wer davon abweicht, bleibt leicht isoliert. Der Film erzählt diese Spannung ohne moralische Erklärungen. Stattdessen zeigt er, wie sich in einer scheinbar verschlossenen Welt langsam Risse öffnen. Zwischen den Weiden, Steinmauern und Nebelfeldern entsteht ein vorsichtiger Gegenentwurf: eine zarte, romantische Beziehung, die nicht laut sein muss, um radikal zu sein.
In Sam Max Theatertext ‚Pidor‘ und der Wolf geht es um die staatliche Verfolgung homosexueller Männer in Tschetschenien, aber auch hier in Europa und die Bedingungen, unter denen Gewalt stattfindet. Zwischen Märchen, Familiengeschichte und politischem Albtraum entfaltet sich ein düsteres Panorama: Ein Sohn erzählt von seinem Vater Peter, der am Vorabend seines achten Geburtstags verschwindet, während eines Treffens mit einem Mann, den man den Wolf nennt.
Der Wolf ist zugleich Liebhaber und Täter: Teil eines Systems, das im Auftrag des Staates homosexuelle Männer aufspürt, verschleppt und vernichtet. In der Gefangenschaft trifft Peter auf seine heimliche Jugendliebe Ilya. Jahre später, auf dem Höhepunkt der Katastrophe, begegnet der Sohn seinem Vater erneut. Regisseurin Jessica Weisskirchen übersetzt diese Geschichte in ein bildstarkes Theater zwischen poetischer Begegnung und albtraumhafter Sequenz. Märchenhafte Landschaften kippen in dystopische Räume, Musik wird zum Echo von Gewalt.
Das Ape(lina)-Programm ist kostenlos! - kommt einfach vorbei, wir freuen uns auf euch!
Du möchtest, dass die Ape(lina) bei einer Veranstaltung dabei ist, dann schreib an schauspiel@theaterdo.de (Betreff „Ape(lina)“.)
Queer Landscape Arthouse: Ab 15 Uhr God’s Own Country in der Schauburg ▶
Anschließend um 18 Uhr ‚Pidor‘ und der Wolf im Schauspielhaus ▶
Sprechkunst und Kaffeeduft zum Feierabend-Markt
Queere Bewegungsgeschichten
Ekkehard Freyes Kammerspiel
Weitere Termine folgen.
Organisation
Mara Henni Klimek
Fahrer und Barista
David Samuel