Schauspiel • Ab April 2026

Hot Topic – Institut für Unterhaltung und Kritik

Reihe zu aktuellen Phänomenen der Popkultur

(c) Sofia Brandes & Max Slobodda

Hot Topic

Was passiert gerade wirklich? Wann wird ein Trend zum Kulturphänomen – und wann kippt er ins Problematische? Hot Topic ist die neue Veranstaltungsreihe am Schauspiel Dortmund, die genau dort ansetzt, wo es spannend wird: mitten im Geflecht aus Popkultur, Hypes und Diskursen, die plötzlich überall sind – und sich kaum noch abschütteln lassen.

Jede Ausgabe startet mit kuratierten Hot Takes. Danach öffnet sich der Raum: für künstlerische Interventionen, für Gespräche, für Reibung. Kontemplative Momente treffen auf echten Dissens, persönliche Perspektiven auf kollektive Fragen. Zwischen Empowerment und Vereinnahmung, zwischen Selbstinszenierung und Fremdzuschreibung erkunden wir, was Popkultur über uns verrät – und was wir in ihr suchen.

Das Ganze in einem Rahmen, der unterhält, ohne an Schärfe zu verlieren: mit authentischen, ungeprobten Moderationen, musikalischen Highlights und bewusst offenen Fragen. Sie sind eingeladen, mitzudenken und mitzureden.

Die nächsten Termine

18. Juni (Talk): Institut für Kollektive Sehnsucht und Queer Anemoia, Co-Hosts: Die RuhrgebietsSpatzen (Pani Kostka und Mercedes Tuccini)
In dieser Ausgabe von Hot Topic widmen wir uns dem Spannungsfeld von Melancholie, Erinnerung und Widerstand: dem Gefühl einer nostalgischen Verbundenheit einer durch Popkultur vermittelten Zeit, kurz: anemoia. Dieser moderne Kunstneologismus tauchte erstmals in John Koenigs Projekt The Dictionary of Obscure Sorrows neben anderen Wörtern für komplexe, schwer benennbare Gefühle auf. Gemeinsam mit den RuhrgebietsSpatzen (Pani Kostka und Mercedes Tuccini) erinnern, besprechen und performen wir Hooklines, die durch normgelöste und produktive Vorstellungen von Identität und Begehren die kollektive Sehnsucht mit ein bisschen Exzess zu tilgen vermögen und erstellen gemeinsam ein Schlager-Songbook für die Pride-Party-Playlist 2026.
Aus dem Ensemble dabei: Rose Lohmann, Luis Quintana

28. Juni (Talk und Lesung): Institut für ace energy
Wir verstehen ace energy als widerständige Praxis gegen Allonormativität und anverwandte Perspektiven sowie Acephobia: in diesem Sinne diskutieren wir selbstbestimmte Konzepte von Intimität, Begehren und Zugehörigkeit entlang literarischer und musikalischer Blooms aus Pop und Graphic Novels. In dieser Ausgabe streamen wir gemeinsam mit Clara vom Podcast ACE AROund the Cake und ace oder ace-coded Lieblingen durchs Pop-Universum.
Aus dem Ensemble dabei: Viet Anh Alexander Tran

Hot Topic – Institut für Unterhaltung und Kritik ist eine Veranstaltungsreihe des Schauspiel Dortmund. Im Juni folgen zwei weitere Ausgaben im Rahmen des Queer Festival Unbound anlässlich des Pride Month.

Vergangene Termine

16. April: Institut für Situationships
Wie verbindlich ist eine Generation, die sich nicht festlegen will? Wir sprechen über neue Beziehungsformen, lockere Verbindungen und die Frage, ob diese Art von Liebe zwangsläufig scheitert.

23. April: Everything about love
Wie hat sich das Konzept Liebe in den letzten Jahren verändert? Welche Regeln sind beim Daten neu entstanden? Wer kennt die 333 Regel? Zwischen Twisted Dating, polyamoröser Paartherapie und freier Liebe erkunden wir spielerisch, performativ oder im direkten verbalen Austausch mit dem Publikum neue Modelle des Miteinanders. es gibt Gesangseinlagen, Improspiele und Karaoke mit dem SchauspielkollektivInbetween und Gästen des Ensembles.

8. Mai: Institut für Digitale Erinnerungskultur
Die Transformation der Erinnerungskultur im digitalen Zeitalter verschiebt Formen historischer Vermittlung hin zu fragmentierten, stark verdichteten und emotionalisierten Darstellungsweisen. Erinnerung erscheint dabei weniger als kohärente historische Erzählung denn als Abfolge einzelner, algorithmisch verstärkter Mikro-Narrative. Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann spricht in diesem Zusammenhang von einer Ästhetisierung der Geschichte. Welche ästhetischen Verfahren prägen Erinnerungskultur durch Logiken von Sichtbarkeit und Fragmentierung – als moderne Resonanzräume und popkulturelle Foren? Und wie begegnet eine neue Generation der Erinnerungskultur einer ambivalenten Strukturgeschichte und deren politischer Vereinnahmung? Wir diskutieren über Bildsprachen von deutschen und polnischen Content-Creator*innen, begehbare Welten populärer Games und ko-kreieren einen stream of memorial gemeinsam mit unserem Publikum. Der 8. Mai steht als "Tag der Befreiung" für das Gedenken an die Opfer des Krieges und der NS-Verbrechen und die kritische Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte.

29. Mai: Institut für Looksmaxxing
Looksmaxxing, ein Social-Media-Phänomen, das Millionen erreicht, verspricht männliche „Perfektion“. Zwischen harmlos wirkenden Routinen und verstörenden Praktiken wie „Bone Smashing“ offenbart sich jedoch ein gefährlicher Kern: toxische Männlichkeitsbilder, Selbstentwertung, Frauenhass und eine Radikalisierung, die tief in die digitale Manosphere hineinführt. Begriffe und Denkweisen aus extremistischen Foren werden normalisiert und in die Feeds junger Männer gespült, die Orientierung und Anerkennung suchen. Das Institut für Looksmaxxing blickt hinter die Fassade dieser vermeintlichen Lifestyle-Bewegung. Es fragt nach den politischen, psychologischen und sozialen Dynamiken, die Looksmaxxing antreiben.