Die Kokerei Hansa wird im Herbst 2026 zur Bühne für zwei Brecht-Produktionen des Schauspiel Dortmund. Die Dreigroschenoper im Salzlager und Die heilige Johanna der Schlachthöfe in der Waschkaue und der Kompressorenhalle setzen unterschiedliche Akzente im Umgang mit dem industriellen Raum. Der Vorverkauf für beide Produktionen beginnt am 30. Juni 2026. „Die Dreigroschenoper“ ist vom 16. bis 18. Oktober 2026 im Salzlager zu sehen, „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ folgt mit der Premiere am 14. November 2026 sowie weiteren Vorstellungen im November und Dezember 2026.
Das Schauspiel Dortmund setzt damit seine Arbeit an industriellen Spielorten fort und entwickelt die Kokerei Hansa erneut zu einem zentralen Aufführungsort für Brecht.
Brechts Oper im industriellen Raum
Julia Wissert hat Die Dreigroschenoper als ortsspezifisches Musiktheater im Salzlager der Kokerei Hansa entwickelt. Zwischen Stahl, Beton und Musik trifft Brechts Text unmittelbar auf die industrielle Architektur. Im Zentrum steht Mackie Messer, dessen Wege durch Unterwelt, Polizei und Geschäft die Verflechtung von Kriminalität und Ökonomie sichtbar machen. Die Musik von Kurt Weill mit Songs wie „Moritat von Mackie Messer“ und „Seeräuber-Jenny“ wird Teil einer direkten Konfrontation mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen. Das Salzlager wird zum Mitspieler, der Handlung und Raum eng verschränkt.
Zwei Anordnungen von Die heilige Johanna der Schlachthöfe
Ariane Kareev inszeniert Brechts Die heilige Johanna der Schlachthöfe in der Waschkaue und der Kompressorenhalle der Kokerei Hansa in einer Spiegelstruktur, die eine Erzählung der Brechtschen Johanna und die einer zeitgenössischen Johanna parallel führt. Johanna steht im Zentrum einer Welt, in der Klassenkämpfe, Krieg und Perspektiven der Hoffnung im Kontext des Kapitalismus verhandelt werden. Die industrielle Architektur der Kokerei mit ihrer jahrhundertalten Geschichte verstärkt diese Struktur.
Bereits mit Antigone hat Ariane Kareev am Schauspiel Dortmund eine Inszenierung entwickelt, die Schauspiel, Zirkus und Sprechchor verbindet. Diese Arbeitsweise setzt sie in Die heilige Johanna der Schlachthöfe fort und erweitert den Brecht-Text zu einem vielschichtigen Bühnenerlebnis mit Ensemble, Chor und spektakulärer Artistik.
Tickets und Vorverkauf
Der Vorverkauf für beide Produktionen beginnt am 30. Juni 2026 10 Uhr. Tickets sind erhältlich im Kundencenter am Platz der Alten Synagoge, telefonisch unter 0231 / 50 27 222 sowie im Webshop ▶ erhältlich.