Schauspiel • Wiederaufnahme • Termine bis November 2019

Hedda Gabler

von Henrik Ibsen • Deutsch von Christel Hildebrandt • in einer Fassung von Jan Friedrich

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Hedda Gabler

Hedda Tesman, geborene Gabler, führt ein scheinbar perfektes Leben: Gerade von der mehrmonatigen Hochzeitsreise mit ihrem Mann Jørgen zurückgekehrt, einem angesehenen Kulturwissenschaftler, hat das Ehepaar ein ansehnliches Haus bezogen. Jørgen hat beste Aussichten auf eine lukrative Professorenstelle und alle rechnen mit baldigem Nachwuchs im Hause Tesman. Dass Hedda Jørgen eigentlich nicht wirklich liebt, scheint ihr nur ein kleines Hindernis, um ihre gesellschaftliche Stellung zu sichern. Bis Heddas Jugendschwarm Løvborg unerwartet wieder in der Stadt auftaucht. Noch immer ist Hedda fasziniert von ihm, doch ist er durch sein jüngst Aufsehen erregendes kulturwissenschaftliches Buch zur Konkurrenz für ihren Mann geworden – die Zukunftspläne und das Bilderbuchglück Heddas scheinen bedroht. Geschickt macht sich Hedda daran, Ruf und Ansehen Løvborg zu demontieren, denn: „Ich möchte ein einziges Mal in meinem Leben die Herrschaft haben über ein Menschenschicksal.“

Eifersucht, Egoismus, Intrigen und gespielte Gefühle – Ibsens Hedda Gabler versammelt klassische Motive der Dramenliteratur. Die junge Hedda verkörpert zugleich Wünsche an und Ängste vor der emanzipierten, vermeintlich perfekten Frau. Der Regisseur Jan Friedrich – erstmals am Schauspiel Dortmund – betrachtet Ibsens Drama als Folie für eine perfekte kleinbürgerliche Fassade. Und blickt schonungslos dahinter.

Besetzung

Hedda Gabler Bettina Lieder
Jörgen Tesman Ekkehard Freye
Ejlert Lövborg Christian Freund
Brack Uwe Rohbeck
Frau Elvsted Alexandra Sinelnikova
Tante Julle Marlena Keil
Regieassistenz Bjarne Gedrath

Hedda Gabler Bettina Lieder
Jörgen Tesman Ekkehard Freye
Ejlert Lövborg Christian Freund
Brack Uwe Rohbeck
Frau Elvsted Alexandra Sinelnikova
Tante Julle Marlena Keil

Meinungen

Kritiken und Pressestimmen

nachtkritik.de

„Im Theater geht es um Original und Abbild. Oder um das, was irgendwo zwischen den beiden steckt. Und mit dieser Zwischenwelt zwischen Präsenz und Absenz treibt Jan Friedrichs Dortmunder Inszenierung so ihr Spiel. (...) Hedda ist eine Puppe, (...) Die Fassade geordneter Bürgerlichkeit ist künstlich, schön und albern wie die Barbie-Welt, dahinter leben Menschen, und die sind furchtbar. (...) Hedda (...) – eine Marylin Monroe im Endstadium, ein Schönheitsidol von ungeahnter Aggressivität. (...) Die inszenatorischen Mittel sind wirkungsvoll variiert. Und Bettina Lieders Hedda ist zum Fürchten. Wieviel Gewalt, Bosheit, Hinterlist, Wut und Verzweiflung in so einer eleganten, frustrierten Frau doch stecken kann. Schönheit ist gefährlich, nicht nur für die Männer, sondern für die Schönen.“

16. Februar 2019
Ruhr Nachrichten

„Der Abend zeigt den goldenen Käfig der monogamen Zweierbeziehung in einer bürgerlichen Welt und die Sehnsüchte und unterdrückten Leidenschaften dahinter. Bettina Lieder findet als Hedda (...) zu starken Momenten, Ekkehard Freye ist als Jörgen genauso schlaff und blass und jämmerlich wie es die Rolle erfordert und Christian Freund braucht als Heddas Jugendfreund Ejlert Lövborg kein Puppen-Double, weil seine Figur eine James-Dean-Rebellen-Maske lebt.“

18. Februar 2019
Süddeutsche Zeitung

„Die Puppe, die bereits beim Einlass auf der Dortmunder Studio-Bühne steht, ist symptomatisch für die extravagante Ästhetik dieser Ibsen-Inszenierung. (…), wenn das Saallicht erlischt, stellt sich heraus: Das ist gar keine Puppe; es ist die mit einer Maske geschmückte Schauspielerin Bettina Lieder, deren fabelhafte Performance an diesem Abend mehr als die halbe Miete ist. (…)
Die Inszenierung des jungen Regisseurs Jan Friedrich (…) kehrt (…) das Unterste zuoberst: (…) vor allem durch szenische Erfindungen, die sich auf der Hinterbühne abspielen und per Video übertragen werden. (…) Friedrich geht aber viel weiter. (…) Gefragt ist (…) der Frontalangriff auf die Verlogenheiten und Widersprüche eines gesellschaftlichen wie privaten Systems. (…)
Das prinzipiell berechtigte Lachen bleibt einem sehr schnell im Hals stecken. Die Masken, die die Figuren mal tragen, mal abnehmen, bedienen eher den Horroreffekt. (…) Friedrichs (…) Methode passt prima zum Profil eines Theaters, das mit Ersan Mondtags Internat kürzlich zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde.“

28. Februar 2019