Oper Dortmund

Oper Dortmund unterwegs

Signatur von Richard Wagner; Logo der Bayreuther Festspiele

Durch ihr traditionell im Mai stattfindendes Festivalformat Wagner-Kosmos sowie die Vollendung des neuen Dortmunder Ring-Zyklus durch Starregisseur Peter Konwitschny im vergangenen Jahr hat sich die Oper Dortmund unter der Intendanz von Heribert Germeshausen in den zurückliegenden Spielzeiten als eine der ersten Adressen der heutigen Wagner-Rezeption etabliert – und diese besondere Reputation trägt nun folgenreiche Früchte. Denn noch vor der Eröffnungspremiere Rebecca am 19. September bringt die Oper Dortmund im Sommer 2026 eine aufsehenerregende Produktion auf die Bühne: Bei der Uraufführung Brünnhilde brennt handelt es sich um ein Auftragswerk aus der Feder von Komponist Bernhard Lang und Librettist Michael Sturminger, das derzeit in Koproduktion mit den Bayreuther Festspielen entsteht und anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Festspiele seine Aufführung in der Wagnerstadt erleben wird.

Festspielhaus Bayreuth
Festspielhaus Bayreuth

Mit Brünnhilde brennt präsentieren die Bayreuther Festspiele erst zum zweiten Mal in ihrer langen Geschichte die Uraufführung einer Auftragsarbeit. Dass diese als Koproduktion mit der Oper Dortmund entsteht, ist somit eine außerordentliche Ehre – sowohl für das Haus als auch für den Kulturstandort Dortmund und ein weiterer Beweis für die internationale Strahlkraft der Oper Dortmund, nachdem diese bereits bei den OPER! Awards 2023 als „Bestes Opernhaus“ im europäischen Kontext ausgezeichnet wurde.

Bernhard Lang, der in Dortmund bereits 2021/22 die Uraufführung Der Hetzer realisierte, und sein Librettist Michael Sturminger haben mit Brünnhilde brennt ein Stück über das Träumen geschrieben, bei dem das Publikum zu einem Spiel mit den Realitäten und zu einer Reflexion über das Ringen mit unserem kulturellen Erbe eingeladen wird. Nach ihrer konzertanten Uraufführung am 3. August 2026 im Rahmen der Bayreuther Festspiele wird die Produktion am 04. April 2027 ihre szenische Uraufführung im Opernhaus Dortmund erleben. Die letzte Vorstellung am 21. Mai 2027 findet schließlich im Rahmen des Festivals Wagner-Kosmos VIII (21.05. – 23.05.2027) statt.

Neue Meisterwerke

Große Freude im Regieteam über die angelaufenen szenischen Proben zu „Brünnhilde brennt“: Manfred Rainer, Neil Barry Moss und Hannah Rosa Oellinger (c) Björn Hickmann

Seit Beginn der Intendanz von Heribert Germeshausen beansprucht das zeitgenössische Musiktheater einen festen Platz im Spielplan der Dortmunder Oper und ergänzt das breit aufgestellte Kernrepertoire aus klassischen und beliebten Werken sämtlicher Genres, von der Oper über die Operette bis hin zum Musical. Neben der regelmäßigen Wiederentdeckung von lange Zeit in Vergessenheit geratenen Werken aus der Epoche des französischen Wagnérisme – zumeist in Zusammenarbeit mit dem Palazzetto Bru Zane – ist die kontinuierliche Vergabe von Kompositionsaufträgen für die Oper Dortmund Verantwortung und besonderes künstlerisches Anliegen zugleich, um dadurch die ungebrochene Lebendigkeit und Aktualität der Kunstform Oper für unsere Zeit zu veranschaulichen.

„Die kontinuierliche Vergabe von Kompositonsaufträgen ist für die Oper Dortmund Verantwortung und besonderes künstlerisches Anliegen zugleich.“

Heribert Germeshausen

Diese Zielsetzung verfolgt man in Dortmund zum einen durch große Werke im Abendspielplan (neben der bereits erwähnten Uraufführung von Bernhard Langs Der Hetzer in der Saison 2021/22 zuletzt in der Spielzeit 2025/26 mit Sarah Nemtsovs WE (WIR), zum anderen durch die kontinuierlich entstehenden Uraufführungen für junges Publikum aus der Feder wechselnder Composer in Residence der Jungen Oper Dortmund (aktuell anstehend die neue A cappella-Oper Wie klingt Grün? für ein Publikum ab 2 Jahren von Hauskomponist Marc L. Vogler). Ein ebenso klares Bekenntnis zum zeitgenössischen Musiktheater stellen zudem Aufführungen von Opern des 21. Jahrhunderts dar, wie zuletzt die Szenische Deutsche Erstaufführung von György Kurtágs Fin de Partie (Endspiel), die nach ihrer fulminanten Mailänder Uraufführung in Dortmund ihre Zweit-Inszenierung erlebte und für die Regisseur Ingo Kerkhof 2024 mit dem renommierten Deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet wurde.

In den kommenden Spielzeiten wird sich der Fokus auf das zeitgenössische Musiktheater durch die Vergabe weiterer großer Kompositionsaufträge nochmals verstärken. Beginnend mit Bernhard Langs Brünnhilde brennt in der Saison 2026/27 soll unter dem Prädikat „Neue Meisterwerke“ eine Reihe an neuen Stücken für den Abendspielplan der Oper Dortmund entstehen, die nachhaltig veranschaulichen wird, wie aufregend, spannend und zugänglich neues Musiktheater sein kann.