11.02. & 13.-15.02.2026

5 Jahre Dortmund Goes Black – feiern wir gemeinsam!

You, yourself, are the sun

Unter dem Motto You, yourself, are the sun lassen wir uns vom senegalesischen Filmemacher Ousmane Sembène (1923–2007) inspirieren. Sembène, Pionier des afrikanischen Kinos und Chronist Schwarzer Geschichte und Widerstandskraft, zeigt uns, dass jede*r selbst Licht, Kraft und Veränderung sein kann. Sein Credo „Moi je suis même ma soleil“ ist eine radikale Unabhängigkeitserklärung: Wir kreisen nicht um andere, wir warten nicht darauf, beleuchtet zu werden – wir sind unsere eigene Lichtquelle. Historisch kämpfte Sembène gegen den fremden Blick auf Afrika und machte das Kino zu einem Medium, in dem Schwarze Menschen ihre Geschichten selbst erzählen und Emanzipation sichtbar machen konnten.

Nach fünf Jahren ist das Festival ein fester Ort für Austausch, Sichtbarkeit und Empowerment geworden – ein Raum, in dem neue Perspektiven entstehen und Gemeinschaft lebendig wird.

Dieses Jahr unter anderem dabei: TRAPLORD: Ivan Michael Blackstocks preisgekrönte Multimedia-Tanzperformance (Olivier Award) führt zwischen Traum und Realität durch Themen von Leben, Tod und Wiedergeburt. Aus Einflüssen von Street- und Internetkultur entwickelt das Stück eine rohe, direkte Sprache aus Bewegung und Spoken Word und verhandelt Spannungen zwischen Polizeigewalt und Gangkultur ebenso wie Transformation, mentale Resilienz und Spiritualität – auf dem Weg zu Selbstermächtigung und Selbstverwirklichung.

Und das Tanztheaterstück BEAUTYSALON, mit Text von Mohamed Wa Baile, Inszenierung von Kapi Grab und Choreografie von Bheki Ndlovu bringt das Stück einen besonderen Ort Schwarzer Kultur auf die Bühne: den Schönheitssalon.

Unser Workshop-Programm, Partys und Ausstellungen folgen in Kürze.

Wir laden euch ein, mitzufeiern, mitzudenken, mitzutanzen – und gemeinsam Geschichten ins Licht zu stellen.

Vier Tage Festival. Vier Tage Schwarze Kunst. Vier Tage Community.

Festival-Team

Künstlerische Leitung Julia Wissert
Kuration Julia Wissert, Rohilat Kalmaz, Ella Steinmann, Jasco Viefhues, Evelyn Dossa, Frauke Becker, Mara Henni Klimek
Künstlerische Produktionsleitung Frauke Becker, Mara Henni Klimek

Programm 2026

Mi, 11.02.

18:00 Uhr: Deeptalk trifft Kaffeeklatsch Die Veranstaltung findet im Rahmen der Demokratie Werkstatt im Haus der Vielfalt statt.
Alle Infos beim Bildungswerk Vielfalt ▶

Fr, 13.02.

18:30 Uhr: Myth – Self – Collective, Practices of Form, Care and Self-Definition, Vernissage
Im Rahmen von Dortmund Goes Black vereint diese Ausstellung drei Positionen, die Sichtbarkeit nicht nur darstellen, sondern als Praxis begreifen: Jowa Toya, Kaoutar Aboueloula (L’Atelier 116) und Louise Brisante Mbakop Ngontchio. Unter dem Festivalmotto „You yourself are the sun“ rücken ihre Arbeiten innere Kraft, Selbstdefinition und die Frage in den Mittelpunkt, wer Deutungshoheit über Bilder, Formen und Geschichten hat.

Jowa Toya zeigt freistehende und wandbasierte Objekte aus Furnierholz, deren Formensprache von Curly Hair ausgeht – als Symbol für Identität, Widerstandsfähigkeit und individuelle Struktur. Organische Linien erinnern an Bewegung, Verdichtung und Auflösung und übersetzen Haar in eine reduzierte skulpturale Sprache. Jedes Objekt trägt den Namen einer Figur aus der afrikanischen Mythologie (u. a. Anasi Bai, Bia, Asase Yaa, Eshu, Mawu, Oshun) – nicht als Illustration, sondern als Referenz auf Mythologie als Wissensspeicher zu Ursprung, Transformation, Schutz und kultureller Erinnerung.

Mit „ZIF HAYATI – Invisible Structures“ entwickelt Kaoutar Aboueloula eine begehbare Rauminstallation aus Reihen aufgehängter Tücher, inspiriert von einem traditionellen marokkanischen Kopftuch als materieller Träger von Zeit, Handlung und gelebter Erfahrung. Die Arbeit macht jene „unsichtbaren Strukturen“ erfahrbar, die Gemeinschaften tragen: Fürsorge, Wiederholung, Verantwortung, Kontinuität – oft essenziell, selten anerkannt. Hier wird „Sonne sein“ als Beitrag und Transformation lesbar.

Louise Brisante Mbakop Ngontchio setzt mit ihrer Fotoausstellung/Installation „Why darkskin matters“ einen klaren Fokus auf darkskin Schwarze Menschen und die Auseinandersetzung mit Colorism. Sie korrigiert und befragt den kolonial geprägten Blick, thematisiert Unterrepräsentation – insbesondere dort, wo Menschen queer, trans* oder femme gelesen werden – und stellt entmenschlichenden Bildtraditionen eine visuelle Ordnung entgegen, die Komplexität, Würde und Selbstrepräsentation ermöglicht.

Myth – Self – Collective Practices of Form, Care and Self-Definition öffnet multiperspektivische Räume in denen ihr über das Sichtbare hinaus zu schauen könnt: auf Material und Mythologie, auf Körper und Raum, auf Bildpolitik und Community. Und auf die radikale Idee, nicht auf das Licht zu warten, sondern selbst Quelle von Licht, Kraft und Veränderung zu sein.
Eintritt frei.

18:45 Uhr: Abenasua, Konzert im Rangfoyer
Abenasua steht für modernen RnB und Neo-Soul mit Pop-Vibe. In ihren eigenen Songs verbindet sie gefühlvolle Melodien mit warmen Grooves und ehrlichen Texten über Liebe, Beziehungen und innere Welten. Mal verträumt, mal melancholisch, immer nahbar – live schafft sie eine intensive Atmosphäre zwischen entspannter Festival-Leichtigkeit und emotionaler Tiefe.
Eintritt frei.

20:00 Uhr: DENIM, Konzert im Studio
Die 2025 in Berlin gegründete Band DENIM verbindet Soul, RnB und Pop zu einem tanzbaren, zeitgenössischen Sound mit klarer Haltung. Inspiriert von globaler kultureller Vielfalt, Afrofuturismus sowie feministischen und realistischen Perspektiven erzählen ihre Songs von Menschsein, Liebe und Herzschmerz, von Krieg, Träumen und inneren Spannungen. Im Mittelpunkt steht die warme, kraftvolle Stimme von Emily Intsiful, getragen von den musikalischen Ideen von Per Moritz Buschmann und David Millàn. Live entsteht so ein intensiver, mitreißender Sound. Musik als Selbstermächtigung: ehrlich, bewegend und voller eigener Strahlkraft.
Eintritt frei.

Sa, 14.02.

11:00-12:15 Uhr: Pilates & Stretch – Move with Intention, Workshop mit Michaela Adutwum auf der Probebühne 4
Dieser Workshop verbindet gezielte Bewegung mit Achtsamkeit, mentaler Gesundheit und Empowerment. In Pilates & Stretch – Move with Intention geht es nicht nur darum, wie wir uns bewegen, sondern auch warum bewusste Bewegung und Dehnung Körper und Geist nachhaltig stärken.

Durch kräftigende Pilates-Sequenzen, fließende Stretch-Elemente und angeleitete Atemübungen erfährst du, wie Stress im Körper entsteht, wie er sich auf Muskulatur, Atmung und Nervensystem auswirkt – und wie du ihm aktiv begegnen kannst. Ergänzt wird die Praxis durch Entspannungs- und Achtsamkeitsimpulse, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen.

Der Workshop ist offen für alle Level und lädt dazu ein, das eigene Körperbewusstsein zu vertiefen, Spannungen zu lösen und neue Zugänge zu innerer Balance, Stabilität und Wohlbefinden zu finden.

Ein paar Yogamatten können bereit gestellt werden. Solltest du bereits eine eigene Matte beisitzen, bringe diese gerne mit. Denk an bequeme Kleidung und Wasser.
Kostenlose Anmeldung über schauspiel@theaterdo.de

12:30 Uhr und 14:40 Uhr: Myth – Self – Collective, Practices of Form, Care and Self-Definition, Ausstellungsführungen mit den Künstler*innen Jowa Toya, Kaoutar Aboueloula, Louise Brisante Mbakop Ngontchio im Schauspielfoyer
Eintritt frei.

16:30 Uhr: Theodor Wonja Michael Bibliothek, Lesung mit N.N. im Institut
Eintritt frei.

18:00 Uhr: Beautysalon, Performance im Studio
Seit Generationen sind Schönheitssalons Orte der Begegnung Schwarzer Communities – Räume für Care, Austausch und kollektives Erinnern. Afrohaare tragen dabei eine politische Dimension: Sie sind Projektionsfläche für geschlechtsspezifische und rassistische Zuschreibungen und zugleich Ausdruck von Identität, Widerstand und Selbstbestimmung.

Mit dem Tanztheaterstück Beautysalon entsteht ein Raum, in dem Schwarze Schönheit jenseits des Mainstreams sichtbar wird – in ihrer Vielfalt, Komplexität und Widersprüchlichkeit. Vier Schwarze Menschen verwandeln den Salon in Bühne und Schutzraum zugleich: mal Nachrichtenspot, mal politische Plattform, mal Ort der Beratung und des Durchatmens. Während Frisuren entstehen, werden Geschichten über die Schwarze Schweiz erzählt – frei, persönlich und kollektiv zugleich. Dies ist ihr Raum. Dies sind ihre Geschichten.

Regie: Kapi Kapinga Grab

In Schweizer Deutsch, englischer & französischer Sprach, mit deutscher Übertitelung.
Tickets im Vorverkauf erhältlich ▶

20:30 Uhr: TRAPLORD, Performance im Schauspielhaus
Mit TRAPLORD präsentiert der Londoner Choreograf und Performer Ivan Michael Blackstock eine preisgekrönte, energiegeladene Multimedia-Tanzperformance, die zwischen Traum und Realität oszilliert. Ausgehend von persönlichen und kollektiven Erfahrungen verhandelt das Stück Projektionen auf Schwarze Körper und Schwarze Männlichkeit – ohne zu reproduzieren, was es hinterfragt.

In einer rohen, konfrontativen Ästhetik, geprägt von Drill, Grime und Krump sowie Einflüssen aus Street- und Internetkultur, übersetzt Blackstock Wut, Schmerz, mentale Resilienz und Spiritualität in Bewegung und Spoken Word. Zwischen Videogame- und Musikvideoästhetik erzählt TRAPLORD mit einem Ensemble die Reise eines Außenseiters hin zu Selbstermächtigung und Selbstverwirklichung.

TRAPLORD ist ein intensives, körperliches Statement – zeitgenössisch, politisch aufgeladen und mehrfach ausgezeichnet (Olivier Award). Ivan Michael Blackstock arbeitete u. a. mit Kylie Minogue und Neneh Cherry und choreografierte für Beyoncé das Grammy-prämierte Musikvideo »Brown Skin Girl«.

Regie und Choreografie: Ivan Michael Blackstock
Tickets im Vorverkauf erhältlich ▶

21:45 Uhr: DJ Freegah, Afrobeats · Afrohouse · Amapiano · Dancehall, Party im Institut
Wenn wir sagen You yourself are the sun, dann meinen wir auch: gemeinsam leuchten auf dem Dancefloor.
Eintritt frei.

So, 15.02.

11:00 Uhr: Popcorn zum Frühstück, Brunch und Netzwerken

12:00-16:00 Uhr: Interplanet'hair, Workshop mit Kapi Kapinga Grab im Rangfoyer
Pflege, Politik und Praxis von Afrohaar und Nachgespräch zu Beautysalon 
Afrohaar ist äußerst vielfältig. Seine Texturen sind ebenso unterschiedlich wie die Frisuren und Styles, die daraus entstehen können. Zöpfe, Techniken und kreative Formen bringen Ausdruck, Zugehörigkeit und kulturelle Bezüge zum Vorschein. In diesem Workshop kommen wir darüber gemeinsam ins Gespräch. 

Teil 1
Warum sind Haare politisch? Welche Bedeutungen tragen Frisuren, und was meint eigentlich eine „Hair Journey“? In diesem Workshop-Teil tauschen wir uns mit den Künstler*innen des Stücks Beautysalon über persönliche Zugänge, Pflegepraktiken und Perspektiven rund um Afrohaar aus. Das Team von Beautysalon gibt Einblicke in den Rechercheprozess und in Themen, die ihre Arbeit geprägt haben. 

Teil 2
Im zweiten Teil wird es praktisch: Wir lernen miteinander und voneinander Techniken wie Twists und Braids kennen und probieren sie gemeinsam aus. Expert*innen vermitteln Grundlagen zu unterschiedlichen Afrohaar-Typen sowie zu Themen wie Porosität und Feuchtigkeit. 

Dieser Workshop richtet sich an Personen mit Afrohaar. Er ist auch offen für Personen in Pflege-, Beziehungs-,  Erziehungs- oder Sorgefunktion zu Menschen mit Afrohaar, zum Beispiel  Mütter, Väter, Pflegende oder Partner ohne Afrohaare.
Kostenlose Anmeldung über schauspiel@theaterdo.de

13:30 Uhr: Workshop mit Ivan Michael Blackstock auf der Probebühne 4
Kostenlose Anmeldung über schauspiel@theaterdo.de

Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRW Kultursekretariat Wuppertal.

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