„,WILD Edition“: Queer Festival verbindet Kunst, Community und queere Perspektiven im Stadtraum
Die große Bühne im Schauspielhaus ist geschlossen – der Neubau der Jungen Bühne Dortmund verändert unsere Vorstellungssituation. Was sich nicht verändert: unser Anspruch, ein Ort für Kunst, und spannende zeitgenössische Handschriften, für Netzwerke und zeitkritischen Diskurs zu sein.
Wir begegnen dieser räumlichen Veränderung mit Kontinuität und Beweglichkeit. Seit April 2026 spielen wir im Studio, auf der Kokerei Hansa und im Stadtraum: an Orten, die neue Begegnungen, andere Ästhetiken und Partizipation ermöglichen.
Die Dreigroschenoper in der Regie von Julia Wissert eröffnete am 4. Juni im Salzlager der Kokerei Hansa eine neue Spielstätte für das Schauspiel Dortmund. Weitere Vorstellungen folgen im Oktober.
Seit dem 13. Mai ist im Studio außerdem Nachrichten an meinen Sohn zu erleben – ein Monolog nach dem Roman des chilenischen Autors Alejandro Zambra, mit Ekkehard Freye. Die verbleibenden Vorstellungen dieser Spielzeit sind rar, doch die Inszenierung wird im Herbst zurückkehren.
Im Institut, unserer Bühne im Foyer, geht der Ensembleabend Hot Topic mit drei neuen Ausgaben weiter, auch im Rahmen des Queer Festivals wild edition. Das Festival entfaltet sich im Juni zwischen Schauspielhaus, Blendhaus und Rombergpark: über zehn Veranstaltungen und Koproduktionen, die Dortmund als Ort queerer Kunst und Kultur in den Blick nehmen.
Im Juli laden wir Sie zur Lesung von Siri Hustvedts Ghost Stories und zu Unboxing Schauspiel ein: In Unboxing Schauspiel werfen wir einen ersten Blick in die kommende Spielzeit, in Lesungen und Gesprächen mit unseren Künstler*innen, unter der Abendsonne Ihrer und unserer Lieblingslocations im Stadtraum.
Wir freuen uns auf Sie!
was ist Heimat, wenn sie kein Besitz ist, kein fester Punkt auf der Landkarte, kein nostalgischer Rückzugsort? Was, wenn Heimat heute vor allem eins ist: ein Verhältnis zur Gegenwart – zu Krieg, Vertreibung und politischer Verfolgung, zu Brüchen in Biografien, zu Widersprüchen in Familiengeschichten, zu Spannungen in Städten? Dann wird Heimat nicht ruhiger, sondern unruhiger. Nicht eindeutiger, sondern plural. Und gerade deshalb erzählenswert.
Diese Spielzeit 2026/27 ist für das Schauspiel Dortmund auch ganz praktisch eine Zeit des Übergangs: Wir gehen in eine Interimsphase. Und wir nutzen sie künstlerisch. Wir arbeiten an Orten, die selbst von Wandel erzählen – im ehemaligen Kaufhaus C&A im Herzen der Stadt und auf der Kokerei Hansa. Räume, die Geschichte gespeichert haben: Arbeit und Industrie, Konsum und Leerstand, Umnutzung und Aufbruch. Dort entsteht Theater nicht trotz des Provisorischen, sondern im allerbesten Sinn aus ihm heraus.
Das Schauspiel Dortmund verfügt über eine mobile Spiel- und Bildungsstätte. Diese ist mit einer Kaffeemaschine, einem Bücherregal und Hockern zum Sitzen ausgestattet. In der kleinsten Bühne des Schauspiels fahren unsere Künstler*innen durch Dortmund und bringen Überraschungen, Musik und Lesungen in kulturelle und soziale Einrichtungen, Parks, auf Stadtteilfeste und zu Lieblingsorten der Dortmunder*innen. Außerdem haben sie das aktuelle Programm (Spielplan, Flyer und Merchandise) des Schauspiel Dortmund im Gepäck, wo immer sie sind. Wir freuen uns darauf, Sie zu treffen!